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Bauwas BAUWAS

Unterrichtstipps



BAUWAS kann sehr vielseitig als Werkzeug zum Konstruieren von Körpern in verschiedenen Fächern, Schulstufen und Schulformen eingesetzt werden.
 
  1. BAUWAS im MathematikunterrichtBAUWAS im KunstunterrichtBAUWAS in der Arbeitslehre, Technisches Zeichnen und Berufsbildung
  2. BAUWAS zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen

1. BAUWAS im Mathematikunterricht

Die euklidische Geometrie im Mathematikunterricht bietet gute Möglichkeiten zur Förderung der Raumanschauung, da das zentrale Anliegen die Wiedergabe räumlicher Gebilde durch Zeichnung in der Ebene ist, und umgekehrt aus Zeichnungen die Eigenschaften von Körpern abgeleitet werden müssen. Dabei ist nicht nur Zeichenfähigkeit gefordert, sondern ein Denken in Beziehungen zwischen dem Gegenstand und seinem Abbild oder zwischen verschiedenen Abbildungen desselben Gegenstandes.
Geometrische Fähigkeiten müssen nicht mit rechnerischen gekoppelt sein. Es besteht die Chance, Schülerinnen und Schüler mit geometrischen Fragestellungen anzusprechen, die im Rechnen resigniert haben. Für diese Schüler/innen kann der Geometrieunterricht eine Alternative sein, wenn mit den Körpern zunächst formenkundlich (phänomenologisch) gearbeitet wird und nicht überwiegend in "arithmetisierter Form", z.B. als Berechnung von Flächen und Volumen. Von Vorteil bei der Raumgeometrie ist, dass die Überlegungen auch bei einer höheren Stufe der konkret-logischen und formal-logischen Operationen an konkreten Körpern nachprüfbar sind.
Die Studien von Piaget und Inhelder (1979) zur Entwicklung der Raumvorstellung lassen darauf schließen, dass in der Geometrie die Grundlage durch selbständiges Handeln am Objekt gelegt werden muss. Vom Bauen mit Bauklötzen ist den Schülerinnen und Schülern die Einsicht bekannt, dass größere Bauten stets aus mehreren Teilkörpern zusammgesetzt sind. Das Auszählen der Würfelanzahl bzw. das Ermitteln fehlender Würfel schult das räumliche Sehen. Sobald man mit Würfeln die Objekte konkret gebaut hat, kann die Anzahl der Würfelflächen ermittelt werden. Das Auszählen der Menge der Würfel stellt eine Vorstufe des Messens und Berechnens des Volumens von Würfeln, Quadern und anderen Körpern dar.

2. BAUWAS im Kunstunterricht

Im Kunstunterricht wird die Raumwahrnehmung altersgemäß gefördert. Bereits in der Primarstufe werden Körper perspektivisch abgebildet. In der Sekundarstufe I werden verschiedene Perspektiven und Projektionen und deren kunstgeschichtliche Entwicklung erarbeitet und als gestalterische Möglichkeiten angewendet.
Mit BAUWAS können Körper mit unterschiedlichen Perspektiven abgebildet werden. Die Darstellungen lassen sich über die Zwischenablage in andere Programme, z.B. Mal- und Grafikprogramme kopieren um z.B. Plakate o.ä. herzustellen.
Auf Ausdrucken mit Fluchtpunkt- oder Parallelperspektiven können die Positionen der Fluchtpunkte ermittelt werden. Auch die zeichnerische Ergänzung von Würfeln wäre denkbar.

3. BAUWAS in der Arbeitslehre, Technisches Zeichnen und Berufsbildung

Die Entwicklung einer differenzierten Raumvorstellung ist für die aktive Teilnahme im Fach Arbeitslehre gefordert. Arbeitslehre bietet in der allgemeinbildenden Schule wie kaum ein anderes Fach die Möglichkeit, Kenntnisse und Fähigkeiten bei der projektorientierten Planung, Fertigung und Dokumentation von Produkten mit verschiedenen Werkzeugen und Werkzeugmaschinen anzuwenden und leistet damit einen Beitrag zur Berufsvorbereitung sowie zur Gestaltung des Alltags.
Technische Zeichnungen dienen als Hilfsmittel zur "technischen Kommunikation" im Beruf und im Alltag. Damit werden Hinweise zur Gestaltung von Gegenständen gegeben.

Raumvorstellung in der (gewerblich-technischen) Berufswelt

Räumliche oder plansymetrische Darstellungen müssen verstanden werden, und können die Anfertigung und den Zusammenbau von Gegenständen nach Zeichnung unterstützen.
Beim Konstruieren bzw. Entwerfen von technischen Gegenständen ist neben einem entwickelten räumlichen Vorstellungsvermögen auch räumliches Denken gefordert, da Varianten vorgedacht und gedanklich verglichen werden, ehe sie bildnerisch, eben durch Zeichnungen abgebildet werden. Dabei haben axiometrische Darstellungsformen sowie Dreitafelprojektion einen großen Stellenwert.
Zur Steuerung und Programmierung von NC- und CNC-Werkzeugmaschinen sind darüber hinaus Kenntnisse über das kartesische Koordinatensystem notwendig:
  • Zeichnungen müssen gelesen werden.
  • Mit der räumlichen Vorstellung über den zu fertigenden Gegenstand müssen Algorithmen zur Bearbeitung durch die Werkzeugmaschine entwickelt werden.
  • Die einzelnen Verfahrwege des Werkzeugs müssen u.a. durch Angabe der Zielkoordinaten programmiert werden.
Im Verlauf der Zerspanungsmechaniker-Ausbildung muss auch geübt werden, in "umgekehrter Reihenfolge" ein CNC-Steuerprogramm u.a. mit den Koordinatenangaben zu lesen, den zu fertigenden Gegenstand sich vorzustellen, diesen mit der technischen Zeichnung als Soll-Vorgabe zu vergleichen und das Steuerprogramm auf Fehler zu überprüfen. Dabei werden in unterschiedlichen Beziehungen verschiedene Darstellungsebenen gefordert.
Mit BAUWAS können wie bereits ausgeführt sowohl räumliche Darstellungen und auch Dreitafelprojektionen generiert, und vor allem auch das "Lesen" bzw. Deuten geübt werden. Die Eingabe von Positionen einzelner Würfel im Kartesischen Koordinatensystem aber auch die Ausgabe der Positionen kann propädeutisch auf das CNC-Programmieren vorbereiten. Insbesondere die Verknüpfung verschiedener Darstellungsformen fordert das mentale Transformieren und kann deshalb für o.g. Fähigkeiten grundlegend qualifizieren.

4. BAUWAS zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen

BAUWAS wurde entwickelt mit dem Ziel, dass auch Schülerinnen und Schüler mit Behinderung differenziert unterstützt werden können. Wir greifen hierbei auf Erfahrungen mit der Entwicklung und der Erprobung des Malprogramms MALWAS für Windows zurück.
Das Programm soll zur Förderung und Unterstützung dienen von:
  • benachteiligten Kinder und Jugendlichen (Lernbeeinträchtigungen)
  • sprachbehinderten Kindern und Jugendlichen
  • Mädchen und Jungen mit motorischen Einschränkungen bzw. Körperbehinderungen
  • Mädchen und Jungen mit geistiger Behinderung
  • Kindern mit Verhaltensproblemen
  • gehörlosen und schwerhörigen Kindern und Jugendlichen
  • sehbehinderten Kindern und Jugendlichen
  • Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit cerebralen und peripher- neurogenen Schäden oder Erkrankungen.
In Anlehnung an FROSTIG können mit BAUWAS gezielt verschiedene Übungen zur visuomotorischen Koordination durchgeführt werden. Dabei kann gefördert werden:
  • Figur-Grund-Wahrnehmung
  • Wahrnehmungskonstanz
  • Wahrnehmung der Raumlage
  • Wahrnehmung räumlicher Beziehungen und
  • Übungen zum Klassifizieren und Begriffe bilden.
Durch die mögliche Teilung des Bildschirms in zwei Fenster ergeben sich weitere zusätzliche Möglichkeiten der Orientierung und Hilfestellung.
In der Primarstufe ist zur Entwicklung des mathematischem Grundverständnisses z.B. die Einbeziehung von BAUWAS bei der Bildung eines Zahlen- und Mengenverständnisses, die Förderung des Verständnisses für Zusammenhänge von geometrischen Flächen und Körpern sinnvoll.
In der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit dem Förderbedarf Lernen kann BAUWAS im Fach Arbeitslehre im Rahmen des Technischen Zeichnens bzw. Technischen Kommunikation Anwendung finden. Darüberhinaus auch in Mathematik und im Fach Bildnerisches Gestalten bzw. Kunst zum Kennenlernen verschiedener Perspektiven und Darstellungen (z.B. Fluchtpunkt- und Parallelperspektive, Militär- und Kavalierperspektive).
Einige Erprobungen in der Werkstufe einer Schule für Geistigbehinderte haben gute Erfahrungen gebracht und lassen darauf schließen, dass BAUWAS auch dort sinnvoll zur Berufsvorbereitung eingesetzt werden.
Die Gestaltung von BAUWAS ist bewusst an den allgemein üblichen Standards zur Entwicklung von WINDOWS-Programmen orientiert. Dabei wurden jedoch die für Kinder wichtigen Elemente der Benutzeroberfläche besonders hervorgehoben. Dies zeigt sich in großen und in ihrer Funktion klar erkennbaren Auswahlknöpfen/Buttons.



Kurzbeschreibung

Zielgruppe

Hardwareanforderungen

Bezugsbedingungen

Programmfunktionen

Unterrichtstipps

Erfahrungsberichte

Bewertungen

Literatur

Mitwirkende



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