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Die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth
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Eine Gesellschaft, aus angesehenen Kaufleuten und Beamten bestehend, erliess am 14.Mai 1833 eine Einladung zum Bau einer Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth. Der Berechnung über den Ertrag lagen die Erfahrungen zu Grunde, die man in England mit der Manchester-Liverpool Bahn gemacht hatte. Man nahm an, dass die Jahres-Einnahmen 29,200, die Jahreskosten auf 12,800 Fl. steigen würden, so dass sich ein jährliches Mehr von 16,400 Fl., d.h. eine Verzinsung des Kapitals zu 12 ½ Procent ergeben würde. Die Opposition gegen diese Darstellung blieb nicht aus. Die Ausstellungen des königl. bayrischen Oberbergraths Ritters Joseph von Baader hatten wenigstens den Erfolg, dass man beschloss, Dampfkraft und Pferdekraft abwechselnd zu verwenden, so dass eine einzige Locomotive vorläufig genügen würde. Die Statuten der Gesellschaft wurden am 18. November 1833 entworfen, und am 19. Februar 1834 erfolgte die Königliche Bestätigung. Der Bau begann Anfang Mai 1835 und war bereits Ende September beendet, obgleich man viele Schwierigkeiten zu überwinden gehabt hatte, indem kein Expropriationsgesetz bestand, und die Schienen nicht leicht zu beschaffen waren. Die wirklichen Ausgaben betrugen 175,469 Gulden und überstiegen den Voranschlag von 140,000 Gulden um 35,469 Fl., eine Summe, die man späteren Erfahrungen gegenüber eine äusserst mässige nennen muss. Die Ergebnisse des ersten Rechnungsjahres (December 1835 bis December 1836) stellten sich überaus günstig. Die Einnahmen betrugen 59,980 Gulden, die Ausgaben 22,599, so dass man, nachdem man 3738 Fl. an den Reserve-Fonds abgegeben hatte, noch einen Ueberschuss von 33,643 Gulden zu vertheilen hatte, was auf die Actie von 100 Gulden eine Dividende von 19 Fl. abwarf.

(Nep. Scharrer, Deutschlands erste Eisenbahn mit Dampfkraft etc. Nürnberg 1836-1845.)

  Quelle: Stammbuch der neueren Verkehrsmittel. Eisenbahnen, Dampfschiffe, Telegraphen und Luftschiffe. Eine Sammlung von Liedern und Gedichten, Aufsätzen und Schilderungen.Herausgegeben von C. Löper. Lahr: Verlag Moritz Schauenburg 1881.
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aktualisiert: 29.10.2003

 

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