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Die Nothwendigkeit der Verstaatlichung der Eisenbahnen
  1876 von M. M. Freiherr von Weber
  Die Inslebenrufung der Eisenbahnen, die „Gründung“ war, im Laufe der Zeit, aus einem Act mit loyalem Erwerbe verknüpfter, patriotischer oder gemeinnütziger Thätigkeit, zunächst zu einem blossen Finanz-, sodann zu einem Wucher-, Schwindel- und Betrugsgeschäft niedrigster Art geworden, das nicht allein in sich selbst und in allen seinen Organe faul und krank sich zeigte, sondern was schlimmer war, alle Branchen des öffentlichen Lebens, alle Schichten der bürgerlichen Gesellschaft, von der höchsten Aristokratie bis zum armen Dienstpersonal der kleinen Wechslerbank herab, mit denen es auch nur in den entferntesten Contact kam, ansteckte und vergiftete.
  Die Eisenbahnen selbst wurden vollständig ihres Charakters als Institute der öffentlichen Wohlfahrt entkleidet, so ausschliesslich zu Gegenständen des Schachers und des Börsenschwindels gemacht, dass man sich förmlich darauf besinnen musste, dass sie jemals einen andern Zweck gehabt hatten, als Gelegenheit zu Hausse- und Baisse-Speculationen, Kostgeschäften und sonstigen Missbrauch des Vertrauens der Ehrlichen zu geben ...
  Der Zweck dieser Hyder, mit einem Male, eine gute Anzahl ihrer Köpfe durch Umwandlung eines bedeutsamen Theiles der Spiel- und Betrugswerthe in solide, im Cours fast invariable Staats-Effecten, abzuschlagen, ist unstreitig, wenn auch vorsichtigerweise selten in den Vordergrund gestellt, ein Hauptmotiv der Action für die Staatsmänner gewesen, die lebhaft für das absolute Staatsbahnsystem eingetreten sind.
  Die Idee gewinnt um das Vielfache an Bedeutung durch ihre Ausdehnung auf das Eisenbahnsystem des ganzen deutschen Reiches.
 

M. M. Freiherr von Weber, Privat-, Staats- und Reichs-Bahnen.

  Quelle: Stammbuch der neueren Verkehrsmittel. Eisenbahnen, Dampfschiffe, Telegraphen und Luftschiffe. Eine Sammlung von Liedern und Gedichten, Aufsätzen und Schilderungen.Herausgegeben von C. Löper. Lahr: Verlag Moritz Schauenburg 1881.
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aktualisiert: 29.10.2003

 

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