zum Bereich Eisenbahn in der Verkehrswerkstatt
 Verkehrswerkstatt
 Dokumente           Suchen    Gewusst wie    Info 
                  
Die Eisenbahn und der erzielte Zeitgewinn
  Ohne Jahr und Autor
  Als im September 1841 die Eisenbahn von Strassburg nach Basel eröffnet wurde, eilten viele Besucher des Elsass nach Mülhausen, um die glückliche Vollendung des eisernen Weges zu feiern, welcher der Industrie, dem Handel und der allgemeinen Wohlfahrt des Landes einen neuen Impuls geben sollte. In dem hergerichteten Festsaale befand sich ein originelles Gemälde, auf dem die Veränderungen, welche der Verkehr zwischen Basel und Strassburg in der Zeit von 1500 bis 1900 erfahren hatte oder voraussichtlich noch erfahren würde, symbolisch dargestellt waren. Man sah nämlich darauf zur Linken die Stadt Basel, zur Rechten die Stadt Strassburg und daneben bildliche Darstellungen nebst erläuternden Angaben, von denen ich durch die nachstehenden Angaben einen Begriff geben will:
  Strasse von Basel nach Strassburg.
 

Im Jahre 1500.

Man sieht einen armen Fussgänger langsam die Strasse dahinziehen; er scheint der Ermüdung zu unterliegen. Man kann nicht vorher bestimmen, wieviel Zeit er gebrauchen wird, um den Weg zurückzulegen.

Im Jahre 1550.

8 Tage: denn die Kutschen bedürfen dieser Frist, um zum Ziele zu gelangen.

Im Jahre 1600.

6 Tage: denn es sind inzwischen die Diligencen erfunden, welche nicht mehr als diesen Zeitraum gebrauchen.

Im Jahre 1700.

4 Tage: denn die Diligencen sind nunmehr vervollkommnet worden, und man ist dadurch in den Stand gesetzt, den Weg in dieser Frist zurückzulegen.

Im Jahre 1800.

2 ½ Tag: denn bei Anwendung der Eilwagen braucht man nur noch diesen Zeitraum.

Im Jahre 1841.

2 Stunden: denn nunmehr vermag die Locomotive die obigen beiden Orte in dieser kurzen Frist zu verbinden.

Im Jahre 1900.

1 ½ Minute: Man sieht einen Luft-Ballon, der von einer mit Flügeln versehenen Maschine gezogen wird.

 

Ob die Prophezeiung der Festordner in Mühlhausen eintreffen wird, mag dahingestellt bleiben; die übrigen Angaben bezüglich der angedeuteten Vervollkommnung der Verkehrsmittel sind im Wesentlichen richtig.

Löper, zur Geschichte des Verkehrs in Elsass-Lothringen

  Quelle: Stammbuch der neueren Verkehrsmittel. Eisenbahnen, Dampfschiffe, Telegraphen und Luftschiffe. Eine Sammlung von Liedern und Gedichten, Aufsätzen und Schilderungen.Herausgegeben von C. Löper. Lahr: Verlag Moritz Schauenburg 1881.
  SW: Verkehr, Transport, Geschichte, Unterricht, Bildung, Schule, Arbeitslehre, Sachunterricht, Technik, Eisenbahn, Schienenverkehr, Lokomotiven, Bahnhöfe, Nahverkehr, Fernverkehr, Berufe, Augenzeugen, Industrialisierung, Eisenbahngeschichte, Verkehrsgeschichte, Technikgeschichte, Medienerziehung, Quelle, Dokument, Berlin, Deutschland, Verkehrswerkstatt

 

 


© 1993 - 2014 Verkehrswerkstatt
Dr. Helmut Meschenmoser
Alle Rechte vorbehalten.
Eine Nutzung für den Unterricht ist freigegeben.
aktualisiert: 29.10.2003

 

   wir-in-berlin    Verkehrswerkstatt    Team    Post   ^  
 Historische Dokumente in der Verkehrswerkstatt - Ein Angebot auf dem Berliner Bildungsserver für Schulen
wir-in-Berlin.de: Treffpunkt nicht nur für Berliner Schulen zur Homepage von Verkehrswerkstatt