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Das Fahrradbauen als eine Wissenschaft
  1906 von Anton Daul
  Einen hohen Grad der technischen Wissenschaft hat die Konstruktion des Fahrrades erreicht, so daß ungeachtet des weiter hinzugetretenen Gewichtes der pneumatischen an Stelle der festen Radkränze es ermöglicht wurde eine Maschine herzustellen, welche zum Verkehre auf den üblichen Straßen paßte und einschließlich der Bremse, des stählernen Schmutzschutzes usw. nur ein Gewicht von 30 Pfund (*) aufweist. Da Fahrer oft auch noch die Schutzbleche usw. hinwegzulassen pflegen, so wird das Gewicht noch um 3 bis 4 Pfund verringert.
  Die Maschinerie, welche zur Herstellung von Fahrrädern angewendet wird, ist sowohl eine auserlesene als auch kostspielige, aufs sorgfältigste ausgedachte und erprobte. Eine Beschreibung derselben und besonders jener, welche zur Herstellung der feineren Teile des Fahrrades notwendig sind und gebraucht werden, würde aber für eine „kurze Geschichte der Erfindung des Fahrrades“ zu technisch und umfangreich werden, sowie auch zu viele illustrierte Erläuterungen erfordern.
  Doch ein Bestandteil des Fahrrades, derjenige nämlich, welcher das Kugellager bildet und so wirksam die „parallelen“, die „konischen“ und „Roller-Lager“ der alten „ordinären“ (hohen) Fahrmaschinen ersetzt hat, muß doch noch etwas näher besprochen werden; denn mittels dieser Kugellager war es möglich, die Reibung der sich an der Maschine beweglichen Bestandteile auf einen fast unglaublich geringen Grad zu verringern. So klein werden die Bälle, Kugeln oder der Schrot dieser Lager fabriziert, daß es mit den besten Verkleinerungsmaßen schwer ist, ihre Genauigkeit prüfen zu können, und müssen deshalb eigene Meßplatten von hartem Gußstahl dazu verwendet werden. Eine solche Akkuratesse wird hierbei in der Konstruktion des Fahrrades beobachtet, daß es wohl möglich ist, das Vorderrad, wenn es angetrieben wird, nicht weniger als 30 Minuten lang auf diesen einzigen Antrieb in Bewegung zu halten.
  (*) 1 Pfund = 458 Gramm
1906 - Anton. Daul: Die Erfindung und Entwicklung des Fahrrades bis zum modernen Sicherheits-Rade
1906 - Anton Daul: Das erste kurbelgetriebene Zweirad
1906 - Anton Daul: Der Knochendurchschüttler und seine Nachfolger
1906 - Anton Daul: Das Tricycle oder Dreirad
1906 - Anton Daul: Die moderne Maschine
  1906 - Anton Daul: Das Fahrradbauen als eine Wissenschaft
1906 - Anton Daul: Der wohltätige Einfluß des Fahrradbaues auf andere Mechanismen
1906 - Anton Daul: Die ersten Verbesserungen an dem jetzigen Fahrrade
1906 - Anton Daul: Der pneumatische Radkranz
1906 - Anton Daul: Ein Hand- und Fußrad
1906 - Anton Daul: Ein Fußfahrrad
1906 - Anton Daul: Fahrradantriebe vor Erfindung der Kettentransmission
 
  zitiert nach: Anton Daul: Illustrierte Geschichte der Erfindung des Fahrrades und der Entwicklung des Motorfahrradwesens. Dresden: Verlag von R. Creutz 1906, S. 1-16
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aktualisiert: 06.02.2006
 
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