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  Prüf-Flug am Boden und in der Luft
  Konzentriert schauen die drei Männer im Cockpit auf die Instrumente. Die Hand des Piloten zieht die Throttles (Schubhebel) langsam zurück. Das Windgeräusch im Cockpit wird immer leiser und die Geschwindigkeit nähert sich der Minimalgeschwindigkeit, bei der die Boeing noch flugfähig ist. Die B737 und ihre Cockpitcrew befinden sich auf einem Prüf-Flug nach einer Überholungsliegezeit.
  Eine häufig gestellte Frage ist die, ob es bei den heutigen Testmethoden und den sich selbst überwachenden Systemen überhaupt notwendig ist, einen Prüf-Flug durchzuführen. Die Antwort ist ein eindeutiges Ja. Obwohl alle Systeme und ihre Komponenten im Rahmen eines D-Checks in allen Funktionen getestet werden, bildet der Prüf-Flug den Abschluß einer Überholung.
  Während am Boden alle Systeme einzeln betrachtet werden (Foto), kann das Systemverhalten im Flug unter dynamischen Bedingungen getestet werden. Das heißt, Beschleunigungen und aerodynamische Kräfte zeigen nur im Flug ihre echten Auswirkungen. Funksignale für Navigationsgeräte werden im Dock nur simuliert, in der Luft sieht die Realität vielfach etwas anders aus.
  Um es klar zu machen: Prüf-Flüge sind keine Testflüge, wie sie von Herstellern bei neuen Flugzeugmustern durchgeführt werden, sondern wie es der Gesetzgeber formuliert "technische Prüfungen im Fluge". Das Flugzeug wird bei diesen Flügen im Rahmen seiner zugelassenen Betriebsgrenzen geflogen, um zu überprüfen, ob sich in diesem Rahmen alle Systeme wie gefordert verhalten. Dies sind auch Manöver, die beim normalen Linienflugbetrieb normalerweise gar nicht benötigt werden, und wenn doch, sofort zu einem Report und zu einer Untersuchung führen würden.
  Basis für einen Prüf-Flug ist das Flight Test Manual, welches rund 100 Seiten umfasst, hinter denen sich zirka 250 Prüfpunkte verbergen. Zu diesen Prüfpunkten gehören Dinge wie das Abstellen und Anlassen der Triebwerke im Fluge, Testen der Warnsysteme für Minimum- und Maximumgeschwindigkeit, Fahrwerksnotausfahren und vieles mehr. Das Flight Test Manual wird bei Lufthansa von lizensierten Prüfern erstellt und gepflegt.
  Diese Prüfer selbst nehmen neben der Cockpitcrew an jedem Prüfflug teil. Neben ihrer gesetzlich geforderten Prüferausbildung wurden diese Prüfer bei Lufthansa mittels Simulatortraining und Lehrsaalunterricht in Navigation, Sprechfunkverfahren und Flugsicherungsverfahren ausgebildet.
  Die beiden Prüfer im Cockpit, im Normalfall ein Prüfer für Avionic/ Elektrik und ein Prüfer für die mechanischen Systeme und die Triebwerke, führen während des Prüf-Fluges das Protokoll und arbeiten zusammen mit den Piloten die einzelnen Prüfpunkte ab. Erst wenn Prüfer und Pilot alle Funktionen als in Ordnung akzeptieren und das Prüfprotokoll unterzeichnen, wird das Flugzeug wieder zum Betrieb freigegeben.
   

 

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© 2003 Verkehrswerkstatt
Kirsten Herfert, Dr. Helmut Meschenmoser
Alle Rechte vorbehalten.
Eine Nutzung für den Unterricht ist freigegeben.
aktualisiert: 29.10.2003


 

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