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Währungsreform

Die Neue Zeitung, 19. Juni 1948

Frankfurt (NZ). - Die Militärregierungen der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs haben am Abend des 18. Juni die ersten gesetzlichen Maßnahmen zur Durchführung der Währungsreform in den drei westlichen Besatzungszonen erlassen, die "Die Neue Zeitung", zusammen mit einem Merkblatt zur Ausfüllung eines bei der Anmeldung von Bankguthaben auszufüllenden Vordrucks, in der vorliegenden Sondernummer veröffentlicht. Zu den neuen Maßnahmen hielt Jack Bennett, der Finanzberater General Lucius D. Clays, eine Rundfunkrede, die wir nachstehend im Wortlaut veröffentlichen:

"Heute abend haben die Militärregierungen der drei westlichen Besetzungszonen die ersten Mitteilungen über die Neuordnung der deutschen Währung bekanntgegeben. Mit dem kommenden Sonntag werden diese drei Zonen, also der größte Teil Deutschlands, eine neue Währung haben. Die neue Währung heißt die Deutsche Mark. Die dringende Notwendigkeit dieser Maßnahme brauche ich Ihnen ganz gewiß nicht zu erklären. Eine neue gesunde Währung ist erforderlich, damit Waren und Güter für den Verbraucher mit normalem Einkommen wieder erreichbar werden und damit die Produktion auf einer normalen finanziellen Grundlage wieder anlaufen kann.

In diesem Sinne steht hinter der neuen deutschen Währung nicht zuletzt der Marshall-Plan. Ja, wenn wir mit der Stabilisierung der deutschen Währung noch länger gewartet hätten, dann wäre Deutschlands Beitrag zum europäischen Wiederaufbauprogramm in Frage gestellt und damit Deutschlands Anspruch auf Marshall-Plan-Hilfe verloren worden. Hinter der neuen deutschen Währung steht nicht nur die Produktionskraft des Landes mit seinen Bergwerken und Fabriken, sondern auch die Hilfe, die Deutschland durch den Marshall-Plan zufließt.

Im Laufe der vergangenen Woche sind fast fünfhundert Tonnen neuen Geldes auf bewachten Militärlastwagen und -zügen aus Frankfurt in die Zweihundert Zweigstellen der Länderzentralbanken in den drei westlichen Besetzungszonen geschafft worden. Von dort erfolgte die Weiterverteilung an die Tausende von Lebensmittelkartenstellen. Die neue Währung wurde bereits vor Monaten gedruckt und nach Deutschland transportiert. Wenn es möglich gewesen wäre, auch mit den Sowjetbehörden ein übereinkommen zu erzielen – was wir in langen Verhandlungen versucht haben – dann hätten dieses Geld sofort für alle vier Zonenbenutzt werden können. So wäre viel Zeit gespart worden. Erst als es sich endgültig heraußtellte, daß ein Vier-Mächte-übereinkommen nicht zu erreichen war, begannen alliierte und deutsche Fachleute die Pläne und Gesetze für eine gerechte und wirksame Währungsreform für die drei westlichen Besetzungszonen auszuarbeiten. Wie es unter Fachleuten überall in der Welt ist, war es auch hier oft schwierig, übereinstimmung unter diesen verschieden Finanzsachverständigen zu erzielen. Nicht alle deutschen Vorschläge konnten berücksichtigt werden. Die Militärregierungen mußten die letzten Entscheidungen treffen, denn sie hatten die letzte Verantwortung. Die Neuordnung der Währung erfolgt ja einheitlich für drei Zonen, und es ist noch kein deutsches Organ vorhanden, das Gesetze für alle drei Zonen erlaßen könnte. Ich glaube aber, daß das Endergebnis die besten Bemühungen aller Beteiligten verkörpert.

Unmittelbar anschließend werden Sie, meine Hörer, die Einzelheiten über die Ausgabe des neuen Geldes hören. Zunächst einmal ist das Wichtigste, daß Sie diesen Sonntag sechzig Mark alten Geldes für jedes Mitglied ihrer Familie zur Lebensmittelkartenstelle bringen. Dort erhalten Sie unmittelbar vierzig neue Deutsche Mark. Weitere zwanzig Mark werden Sie in ungefähr einem Monat von den gleichen Stellen erhalten. Zwischen Montag und Freitag der kommenden Woche müßen alle weiteren Altgeldbeträge bei den Banken abgeliefert und Bank- und Sparguthaben angemeldet werden. Bevor nicht jeder sein Geld abgeliefert oder angemeldet hat, wird niemand erfahren, wie diese Gelder und Guthaben behandelt werden, damit keinerlei unrechtmäßige Manipulationen möglich sind. Inzwischen werden Sie zweifellos viele Gerüchte hören. Ich kann Ihnen dazu nur eines raten: Denken Sie daran, wie viele Gerüchte über die Währungsreform sich in den vergangenen Wochen als falsch herausgestellt haben. Fallen Sie nicht auf falsche Gerüchte herein oder gar auf Ratschläge angeblich Informierter, die Sie in Wirklichkeit um Ihre Ansprüche prellen wollen.

Eines möchte ich noch abschließend sagen: Denken Sie daran, daß die neue Deutsche Mark knapp sein wird und mit harter Arbeit verdient werden muß. Jeder wird haushalten müßen, und jeder sollte sich bei seinen Einkäufen ernstlich überlegen, ob die Ware den geforderten preis auch wirklich wert ist. In gesundem neuem Gelde werden die Spekulanten nicht mehr ihre Wucherpreise erzielen können. Ich glaube, sie werden sich bald nach ehrlicher Arbeit umsehen müßen. Die Zeit des wirtschaftlichen Chaos muß für Deutschland zu Ende sein. Mit der Beseitigung des alten Geldes, das die Wirtschaft vergiftet hat, beginnt Deutschlands wirtschaftliche Gesundung."

Zusammenfaßung der ersten Maßnahmen

Das erste Gesetz zur Neuordnung des deutschen Geldwesens ist von den Militärregierungen Großbritanniens, der Vereinigten Staaten und Frankreichs verkündet worden und tritt am 20. Juni in Kraft. Die bisher gültige deutsche Währung wird durch dies Gesetz aus dem Verkehr gezogen. Das neue Geld heißt die Deutsche Mark; jede Deutsche Mark hat hundert deutsche Pfennig.

Das alte Geld, die Reichsmark, die Rentenmark und die Alliierte Militärmark, ist vom 21. Juni an ungültig. Die einzige Ausnahme sind Altgeldnoten und Münzen mit einem Nennwert von höchstens 1 Mark. Diese Noten und Münzen werden bis zum Ersatz durch neues Kleingeld im Umlauf bleiben, und zwar werden sei ein Zehntel ihres bisherigen Nennwertes wert sein. Niemand braucht jedoch mehr als höchstens fünfzig Einzelstücke dieses alten Kleingeldes in Zahlung zu nehmen. Briefmarken bleiben ebenfalls zu einem Zehntel ihres Nennwertes gültig.

Kopfbetrag

Als erste Maßnahme erhält jeder Einwohner der Westzonen eine bestimmte Summe der neuen Deutschen Mark. Dieser Kopfbetrag beläuft sich auf 60 Mark, die gegen den gleichen Betrag von Altgeld ausgezahlt werden. Hiervon werden 40 Mark diesen Sonntag ausgezahlt und die restlichen 20 Mark einen Monat später. Für eine Familie von 4 Personen können also zum Beispiel 240 Mark Altgeld eingezahlt werden, wofür die Familie sofort 160 Deutsche Mark und nach einem Monat weitere 80 Mark erhält.

Andere Geldbeträge in Händen des deutschen Publikums ebenso wie Guthaben bei Banken, Sparkaßen, Postsparkaßen und Postscheckämtern werden zu einem späteren Zeitpunkt in Deutsche Mark umgetauscht werden. Das Umtauschverhältnis, das den Geldumlauf drastisch reduzieren wird, sowie weitere Einzelheiten über den Umtausch dieser Beträge werden in Kürze in weiteren Gesetzen bekanntgegeben. Bei diesem späteren Umtausch von Altgeld wird der bereits erhaltene Kopfbetrag von den zur Auszahlung oder zur Gutschreibung gelangenden Beträgen Deutscher Mark abgezogen. Wer also zum Beispiel ein Bankguthaben hat, das durch den späteren Umtausch auf 200 Mark zusammenschrumpft, bekommt davon die 60 Mark abgezogen, die er ja bereits als Kopfgeld in der neuen Währung erhalten hat.

Die Auszahlung des Kopfbetrages erfolgt durch dieselben Stellen, die für die Verteilung der Lebensmittelkarten zuständig sind, und zwar jetzt am kommenden Sonntag. Für die Auszahlung gelten die üblichen Bestimmungen für die Verteilung von Lebensmittelkarten. Für Reisende gelten besondere Bestimmungen, die sie bei der nächsten Ausgabestelle des Neugeldes erfahren.

Lohnzahlungen

Löhne und Gehälter sind in der neuen Währung in gleicher Höhe wie bisher zahlbar. Sie werden ab Sonntag in der neuen Währung ausgezahlt. Lohn- und Gehaltsempfänger, die handelsüblich halbmonatlich oder monatlich im voraus bezahlt werden, erhalten für die Zeitspanne vom zehnten Tag nach Inkrafttreten der neuen Währung bis zum nächsten Zahltag eine Nachzahlung in Höhe von siebzig Prozent des in diesen Tagen verdienten Geldes, das sie ja vor der Währungsreform im voraus in Altgeld erhalten haben.

Für alle Reichsmarkverpflichtungen wird ein Moratorium von einer Woche, also bis zum 26. Juni, gewährt. Das heißt, daß während dieser Woche keine Schulden zu bezahlen sind.

Preise werden von der Neuordnung der Währung nicht berührt. In Gesetzen, Verordnungen, Verwaltungsakten, Kontrakten und anderen rechtsgeschäftlichen Erklärungen tritt die neue Währung einfach an die Stelle der alten.

Betriebe erhalten auf Antrag eine Übergangshilfe für geschäftliche Zwecke in der neuen Deutschen Mark. Dieser Betrag bemißt sich nach der Zahl der Arbeitnehmer und der Höhe der Altgeldguthaben des Betriebes, und zwar beträgt die übergangshilfe sechzig Deutsche Mark je Arbeitnehmer, höchstens jedoch eine Deutsche Mark für jede Reichsmark Altgeldguthaben.

Um den Umtausch des umlaufenden Altgeldes und der Bank- und Sparkaßenguthaben vorzubereiten, ist das in den Westzonen vorhandene Altgeld bis zum 26. Juni, also bis Ende nächster Woche, anzumelden und abzuliefern. Alles bis zu diesem Stichtag nicht angemeldete oder abgelieferte Altgeld verfällt.

Um eine gerechte Heranziehung des Besitzes an Sachwerten zu gewährleisten, wird den deutschen gesetzgebenden Stellen die Ausarbeitung eines Gesetzes über den Lastenausgleich als vordringliche, innerhalb von sechs Monaten zu lösende Aufgabe übertragen. Auch eine Steuerreform wird so schnell wie möglich auf die Währungsreform folgen.

Die Militärregierung wird für die zur Buchführung verpflichteten Steuerzahler Anordnungen zur Aufstellung einer Inventur ihres Gesamteigentums und einer Bilanz nach Grundsätzen des Steuerrechts erlaßen. Als Stichtag gilt der Tag der Inkraftsetzung der Währungsreform.

Zum Zwecke der Anmeldung und Ablieferung des Altgeldes müßen Einzelpersonen einen Vordruck A ausfüllen, der ihnen gleichzeitig mit dem Kopfbetrag ausgehändigt wird. Betriebe verwenden einen Vordruck B, der bei den Banken erhältlich ist. Instruktionen für das Ausfüllen der Vordrucke werden über den Rundfunk bekanntgegeben und in den Zeitungen veröffentlicht.

Das Altgeld ist also bis zum 26. Juni anzumelden und abzuliefern, und zwar bei den Banken und Sparkaßen, beziehungsweise bei Hilfsumtauschstellen, die von den Landeszentralbanken hierzu ermächtigt werden. Hilfsumtauschstellen werden für Behörden und Betrieb mit einer größeren Anzahl von Arbeitnehmern eingerichtet, denen auf diese Weise der Umtausch erleichtert werden soll. Altgeld kann nicht abgegeben werden bei Postscheckämtern, Postsparkaßen und Postämtern. Besonders wichtig ist, daß jede Einzelperson und jeder Betrieb grundsätzlich nur einmal Altgeld abgeben und anmelden darf.

DP’s betroffen

Es ist verboten, Altgeld in die Westzonen einzuführen oder aus den Westzonen auszuführen. Erlaubt ist natürlich, die im eigenen Besitz befindlichen Altgeldnoten zu vernichten statt sie abzuliefern.

Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieses Gesetzes werden mit Gefängnis bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafen bis zu 50 000 Deutsche Mark oder mit beidem bestraft.

Für in Lagern lebende verschleppte Personen werden der Währungsneuordnung entsprechende Anordnung erlaßen und durch die Lagerleitungen verkündet werden. Sie werden genau so betroffen wie die deutsche Bevölkerung. Angehörige der Besatzungsmacht erhalten Anweisungen von ihren Dienststellen.

Die Währungsneuordnung erstreckt sich zunächst nicht auf Berlin, da Berlin von den vier Besatzungsmächten gemeinsam verwaltet wird. Die drei Militärregierungen werden jedoch dafür Sorge tragen, daß die wirtschaftlichen Verbindungen Berlins zum Westen, die für den Wohlstand der Stadt unentbehrlich sind, aufrechterhalten und verstärkt werden. Auch Berlin soll an den Vorteilen des europäischen Wiederaufbauprogramms teilhaben, das hinter der neuen deutschen Währung steht. Die Lebensmittellieferungen für Berlin werden von den westlichen Besatzungsmächten selbstverständlich fortgesetzt werden und der Verkauf der Lebensmittel in Berlin wird weiter in der bisher gültigen Währung erfolgen.

Die wichtigsten Punkte

Die wichtigsten Punkte der Währungsneuordnung für die drei westlichen Besetzungszonen:

Alles Altgeld mit Aufnahme von Kleingeld tritt am Montag außer Kraft. Münzen und Noten bis zu einer Mark bleiben im Umlauf, sind aber nur noch ein Zehntel des Nennwertes wert. Die neue Währung, alleingültig vom 21. Juni an, heißt die Deutsche Mark.

Zunächst erhält jeder Einwohner der drei Westzonen einen Kopfbetrag von 60 Deutsche Mark im Umtausch gegen 60 Mark Altgeld. 40 davon werden sofort, die übrigen 20 einen Monat später ausgezahlt. Der Umtausch erfolgt am Sonntag auf den Lebensmittelkartenstellen. Der Familienvorstand soll den Umtausch für die Familie vollziehen. Das übrige Altgeld sowie Bank- und Sparguthaben werden später in Deutsche Mark umgetauscht. Das Umtauschverhältnis wird in Kürze bekanntgegeben. Bis Freitag kommender Woche müßen Personen und Firmen ihre Altgeldbeträge bei Banken und Sparkaßen, aber nicht bei der Post, abgeben und anmelden. Formulare hierfür werden mit dem Kopfbetrag beziehungsweise für Betriebe bei den Banken ausgegeben. Alle Schulden sind bis Ende nächster Woche gestundet. Betriebe können eine übergangshilfe von 60 Deutsche Mark je Arbeitnehmer erhalten, jedoch nur bis zur Höhe ihres Altgeldbestandes. Löhne und Preise werden durch die Währungsreform nicht betroffen.


Die gesetzliche Grundlage der Währungsreform
Militärregierung Deutschland – Amerikanisches Kontrollgebiet
Gesetz Nr. 61 – Erstes Gesetz zur Neuordnung des Geldwesens (Währungsgesetz)

Die Militärgouverneure und Obersten Befehlshaber der amerikanischen, der britischen und der französischen Zone sind zu dem Zwecke, die Folgen der durch den Nationalsozialismus herbeigeführten Währungszerrüttung zu beseitigen, dahin übereingekommen, für das Gebiet der Länder Bayern, Bremen, Heßen, Württemberg-Baden, Hansestadt Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Baden, Rheinland-Pfalz und Württemberg-Hohenzollern (im folgenden als "Währungsgebiet" bezeichnet) einheitliche Gesetze zur Neuordnung des Geldwesens zu erlaßen.

Auf Grund dieses Übereinkommens erlaßen der Militärgouverneur und Oberste Befehlshaber der britischen Zone Gesetz Nr. 61 und der Militärgouverneur und Oberste Befehlshaber der französischen Zone Gesetz Nr. 158.

Das folgende Gesetz und die beiden vorstehend bezeichneten Gesetze ersetzen die Reichsmarkwährung durch eine neue Währung, ordnen die Ablieferung der außer Kraft gesetzten Zahlungsmittel und die Anmeldung der bei Geldinstituten unterhaltenen Reichsmarkguthaben an und sehen eine Erstaußtattung der Bevölkerung, der Wirtschaft und der öffentliche Hand mit neuem Geld vor.

Weitere Gesetze werden Bestimmungen treffen über die Umwandlung der im Währungsgebiet vorhandenen Reichsmarkbestände, auch soweit sie Personen außerhalb dieses Gebiets gehören, über die damit in Zusammenhang stehende Bereinigung der Bilanzen der Geldinstitute, über die öffentlichen und privaten Reichsmarkschulden und über andere Fragen, die sich aus der Neuordnung des Geldwesens ergeben, einschließlich der Steuerreform.

Den deutschen gesetzgebenden Stellen wird die Regelung des Lastenausgleichs als vordringliche, bis zum 31. Dezember 1948 zu lösende Aufgabe übertragen.

Es wird daher das Folgende verordnet:

Erster Abschnitt
Währungsumstellung

§1

(1) Mit Wirkung vom 21. Juni 1948 gilt die Deutsche-Mark-Währung. Ihre Rechnungseinheit bildet die Deutsche Mark, die in hundert Deutsche Pfennig eingeteilt ist.

(2) Alleinige gesetzliche Zahlungsmittel sind vom 21.Juni 1948 an:

1. die auf Deutsche Mark oder Pfennig lautende Noten und Münzen, die von der Bank deutscher Länder ausgegeben werden;

2. folgende Noten und Münzen zu einem Zehntel ihres bisherigen Nennwertes:

a) In Deutschland in Umlauf gesetzte Marknoten der Alliierten Militärbehörde zu 1 und 1/2 Mark,

b) Rentenbankscheine zu 1 Rentenmark,

c) Münzen zu 50, 10, 5 und 1 Reichs- oder Rentenpfennig,

(3) Vorbehaltlich früheren Aufrufs verlieren die im Abs. 2 Ziff. 2 bezeichneten Militärmarknoten und Rentenbankscheine mit Ablauf des 31. August 1948 ihre gesetzliche Zahlkraft.

§2

Sind in Gesetzen, Verordnungen, Verwaltungsakten oder rechtsgeschäftlichen Erklärungen die Rechnungseinheiten Reichsmark, Goldmark oder Rentenmark verwendet worden, so tritt, vorbehaltlich besonderer Vorschriften für bestimmte Fälle, an die Stelle dieser Rechnungseinheit Deutsche Mark.

§3

Geldschulden dürfen nur mit Genehmigung der für die Erteilung von Devisengenehmigungen zuständigen Stelle in einer anderen Währung als in Deutscher Mark eingegangen werden. Das Gleiche gilt für Goldschulden, deren Betrag in Deutscher Mark durch den Kurs einer solchen anderen Währung oder durch den Preis oder eine Menge von Feingold oder von anderen Gütern oder Leistungen bestimmt werden soll.

§4

Für alle Reichsmarkverpflichtungen wird ein Moratorium gewährt. Das Moratorium endet mit dem Ablauf des 26. Juni 1948.

§5

Fällt der erste Zahlungstermin von Löhnen und Gehältern nach dem 20. Juni 1948 auf einen späteren Tag als den 29. Juni 1948, so ist an die Lohn- und Gehaltsberechtigten eine Nachzahlung in Deutscher Mark zu leisten. Nachzahlung in Deutscher Mark zu leisten. Nachzuzahlen sind siebzig von Hundert desjenigen Teiles des beim letzten Zahlungstermin nach Abzug der Lohnsteuer, der Kirchensteuer und der Beiträge zur Sozialversicherung empfangenen Reichsmarkbetrages, der dem Anteil des am 30. Juni 1948 beginnenden und am nächsten planmäßigen Zahlungstermin endenden Zeitraums an der gesamten Zahlungsperiode entspricht. Der nachzuzahlende Betrag ist am 3. Juli 1948 fällig und unterliegt nicht der Lohnsteuer, der Kirchensteuer und der Beitragspflicht zur Sozialversicherung.

Zweiter Abschnitt
Kopfbetrag

§6

Jeder Einwohner des Währungsgebietes erhält im Umtausch gegen Altgeldnoten(§ 9 Abs. 1 Ziff. 1) deßelben Nennbetrages bis zu sechzig Deutsche Mark in bar (Kopfbetrag). Ein Teil des Kopfbetrags in Höhe von nicht mehr als vierzig Deutsche Mark wird sofort ausgezahlt, der Rest innerhalb von zwei Monaten. Für den Fall, daß dem Berechtigten bei dem späteren Umtausch von Altgeld ein Anspruch auf Beträge in Deutscher Mark zusteht, bleibt die Anrechnung des Kopfbetrages hierauf vorbehalten.

§7

Die Kopfbeträge werden ausgezahlt von den Stellen, die für die Ausgabe der Lebensmittelkarten der Berechtigten zuständig sind. Der Kopfbetrag kann für andere Personen unter denselben Voraußetzungen erhoben werden, unter denen es zuläßig ist, die Lebensmittelkarten für andere Personen in Empfang zu nehmen.

Dritter Abschnitt
Ablieferung und Anmeldung von Altgeld

§8

Über Altgeld darf vom 21. Juni 1948 an nur noch verfügt werden, soweit dieses Gesetz oder weitere Gesetze oder Durchführungsverordnungen es ausdrücklich zulaßen.

§9

wird fortgesetzt

Quelle:
Die Neue Zeitung, 19. Juni 1948, Archiv Helmut Meschenmoser, 2008