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Artikel

25.06.1948 | Berliner Zeitung

Sperrung der Sektorengrenzen?

Amerikaner wollen Geldumtausch behindern / Panzer im US-Sektor

Berlin (Eig. Ber./ADN) An der Grenze der Verwaltunsgbezirke Kreuzberg und Mitte, die gleichzeitig die Grenze zwischen dem amerikanischen und sowjetischen Sektor darstellt, waren am Donnerstagvormittag Patrouillen amerikanischer Militärpolizei unterwegs, die bemüht waren, Passanten an dem Überschreiten dieser Sektorengrenze zu hindern, offensichtlich um auf diese Art den Bewohnern des amerikanischen Sektors die Möglichkeit zu nehmen, ihr Geld in die allein in ganz Berlin gültige Reichs- und Rentenmark mit Spezialkupons umzutauschen.

In den Hauptstraßen des amerikanischen Sektors wurden Panzerspähwagen und Jeeps mit aufmontierten Maschinengewehren beobachtet, die in Abständen von 10 Minuten alle Straßen abfuhren. Die Wagen waren mit Angehörigen der amerikanischen Militärpolizei und der Constabulary besetzt, die in reichlichem Maße mit Munitionsgurten ausgestattet waren.

Nach der AP-Meldung ist dieser Streifendienst als "Vorsichtsmaßregel gegen etwaige Unruhen" gedacht.

Amerikaner desorganisieren Versorgung

Berlin (ADN). Die amerikanischen Militärbehörden schlossen am Donnerstagvormittag sämtliche Tankstellen in ihrem Sektor und stellten die Versorgung deutscher Kraftwagen mit Benzin ein.

Als Folge dieser Maßnahme sammelten sich an den Tankstellen des sowjetischen Sektors Dutzende von Kraftfahrzeugen aus den westlichen Sektoren, um hier Benzin zu kaufen. Die Folge war ein sprunghaftes Ansteigen der Benzinausgabe im sowjetischen Sektor. Es besteht die Gefahr, daß die Vorräte bald erschöpft sind.

Die sowjetische Zentralkommandatur sah sich daher genötigt, anzuordnen, daß Benzin nur an Kraftfahrzeuge abgegeben wird, die Lebensmittel heranschaffen, ferner an Kraftfahrzeuge der Ersten Hilfe, der Post und der Feuerwehr, an Kraftwagen, die für die Durchführung der Währungsreform eingesetzt sind, sowie an Personenkraftwagen der Betriebe und Organisationen, die für die Bedürfnisse der Berliner Bevölkerung arbeiten. Die Genehmigung zur Benzinausgabe erteilen die Bezirkskommandanturen.

Von sowjetischer Seite wird darauf hingewiesen, daß diese Maßnahme vorübergehender Art sind und nur dadurch hervorgerufen wurden, daß die amerikanische Kommandantur das Abkommen über die Viermächteversorgung Berlins mit Treibstoff verletzt hat und damit eine vollständige Desorganisation des Versorgungssystems herbeiführt.

Quellenangaben

Quelle: Berliner Zeitung
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, KFZ, PKW, Kraftstoff, Grenze, Politik, Blockade, Sektor, Teilung, Währung, Währungsreform, Geldumtausch, Verkehrswerkstatt, Berlin, Deutschland
Aktualisiert am: 06.02.2006
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