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Artikel

24.07.1948 | Die Neue Zeitung

UdSSR verletzt Flugsicherheit

Luftversorgung Berlins wird ohne Zwischenfälle fortgesetzt

Berlin (NZ). - Die britischen Behörden protestierten am 23. Juli wiederum - diesmal mündlich - gegen die Verletzung der Flugsicherheit durch sowjetische Flugzeuge im Luftkorridor Berlin-Bückeburg. Es ist dies der zweite britische Protest innerhalb einer Frist von vier Tagen. Wie die britischen Behörden hierzu laut Dena bekanntgaben, bemerkte die Besatzung einer in etwa 450 Meter Höhe nach Westen fliegenden Yorkmaschine am 22. Juli etwa neunzig Meter vor sich zwei sowjetische Jäger. Die bestehenden Flugregeln schreiben jedoch vor, daß sich zwei Maschinen höchstens bis auf 150 Meter einander nähern dürfen. Von einem anderen Yorkflugzeug aus wurde beobachtet, wie drei sowjetische Jäger einem Flugzeug folgten, das einen Zieldrachen schleppte. Das Schleppen von Zieldrachen ist aber im Luftkorridor nicht gestattet. Von einer anderen Berlin anfliegenden britischen Maschine wurde ferner eine Formation sowjetischer Jäger gemeldet, die entgegen den Flugregeln abwechselnd über und unter der Wolkendecke flog.

Ungeachtet dieser Störungsversuche sind in 28 Tagen der Blockade von der amerikanischen Luftwaffe in 4830 Flügen 22 655 Tonnen und von der Royal Air Force in 3637 Flügen 14 550 Tonnen nach Berlin transportiert worden. Die amerikanischen Flugzeuge legten in dieser Zeit 18 000 Flugstunden, davon 6500 im Blindflug und 4000 im Nachtflug zurück. Seit dem 23. Juli nehmen sie auf dem Rückflug nach Westen DP's mit, die, um die Ernährungslage in Berlin zu entlasten, in 25 DP-Lagern im europäischen Befehlsbereich untergebracht werden sollen. Auf diese Weise sollen in kurzer Zeit 5000 DP's aus Berlin herausgebracht werden.

Zur Lage an der Eisenbahnbrücke Berlin-Marienborn wird bekannt, daß die gesamte Strecke sich in einem ausgezeichneten Zustand befinden soll, und voll befahrbar sei. Diese Meldung wird durch einen Bericht der Berliner Zeitung "Der Abend" bestätigt; wonach der Personenzugverkehr von Magdeburg nach Marienborn (eine Strecke innerhalb der sowjetischen Zone) bisher nicht eingestellt worden sei.

Quellenangaben

Quelle: Die Neue Zeitung
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Verkehrswerkstatt, Berlin, Deutschland
Aktualisiert am: 06.02.2006
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