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Artikel

25.07.1948 | Berliner Zeitung

Heute ab zehn Uhr Geldumtausch

Gültig für ganz Berlin und die Zone / Löhne in neuem Geld

Berlin (Eig. Ber.). Der Umtausch der im Umlauf befindlichen Reichsmark mit aufgeklebtem Spezialkupon in Deutsche Mark der Deutschen Notenbank beginnt in Berlin heute um 10 Uhr vormittags in den hierfür eigens eingerichteten zahlreichen Umtauschstellen im sowjetischen Sektor. Für die Bewohner der Westsektoren wurden im sowjetischen Sektor besondere Umtauschstellen eingerichtet. Die Liste sämtlicher Umtauschstellen wird durch öffentlichen Anschlag bekanntgegeben. Die näheren Einzelheiten des Umtausches, der am Mittwoch, dem 28. Juli, abgeschlossen wird und mit keinerlei Einbuße verbunden ist, finden unsere Leser im Wirtschaftsteil unserer Zeitung.

Nach einer AP-Meldung haben die drei westlichen Militärregierungen in einer gemeinsamen Erklärung bekanntgegeben, daß sie gegen den Umlauf der neuen, von sowjetischer Seite eingeführten Währung in den Westsektoren der Stadt nichts einzuwenden haben.

In den Betrieben der Berliner Westsektoren wurde besonders die Frage erörtert, in welcher Weise die dort arbeitenden Berliner ihr bisheriges Geld in die in Berlin allein gültige Währung, die Deutsche Mark der Deutschen Notenbank umtauschen. Eine Rundfrage bei verschiedenen großen Firmen hat ergeben, daß sowohl die Werkleitung als auch die Betriebsräte bereit und darauf eingestellt sind, den Betriebsangehörigen den Umtausch der Kopfquoten und weiterer Beträge dadurch zu erleichtern, daß sie das Geld im Betrieb sammeln und geschlossen im sowjetischen Sektor umtauschen.

Die Deutsche Wirtschaftskommission weist in einem Aufruf an die Bevölkerung der sowjetischen Besatzungszone und Groß-Berlins erneut darauf hin, daß die separate Währungsreform in den Westzonen sie zu einer Reihe von dringenden Schutzmaßnahmen gezwungen hatte und die Ausgabe der alten Reichs- und Rentenmarkscheine mit aufgeklebten Spezialkupon nur eine Übergangsmaßnahme war.

Jetzt erhält die Bevölkerung der sowjetischen Besatzungszone und Berlins neues echtes und vollwertiges Geld, das durch das reale Volksvermögen garantiert ist und das nicht durch eine fremde Besatzungsmacht in Umlauf gesetzt wurde, sondern durch Organe der deutschen demokratischen Verwaltung. Deshalb trägt dieses und nur dieses neue Geld mit Recht den Namen "Deutsche Mark".

Am Schluß des Aufrufes betont die Deutsche Wirtschaftskommission noch einmal, daß alle Beträge über die Kopfquote von 70 Mark hinaus auf ein Sparkonto gutgeschrieben werden und nach abgeschlossener formgerechter Erledigung ab 15. August 1948 zu unumschränkter Ausgabe ohne Einschränkungen irgendwelcher Art gelangen werden. Die Auszahlung von Löhnen und Gehältern werden in Deutsche Mark zu den festgesetzten Terminen erfolgen.

Berlin (Eig. Ber.). In einer besonderen Mitteilung hat gestern abend die Deutsche Wirtschaftskommission die näheren Durchführungsbestimmungen über die Versorgung der Berliner Bevölkerung aus den Westsektoren mit den erhöhten Rationssätzen, die in diesen Sektoren durch die Westmächte gesperrt wurden und im Ostsektor für ganz Berlin verkauft werden, veröffentlicht. Nach dieser Mitteilung, deren nähere Einzelheiten unsere Leser im Innern des Blattes und auf Seite 6 finden, müssen die Bewohner der Berliner Westsektoren, die die erhöhten Rationen im Ostsektor einkaufen wollen, sich nach der für sie zuständigen Kartenstellen im Ostsektor begeben, wo sie eine Zusatzkarte und die Mitteilung, welches Geschäft für sie zuständig ist, erhalten. Erst dann können in den bezeichneten Einzelhandelsgeschäften die Lebensmittel eingekauft werden.

Quellenangaben

Quelle: Berliner Zeitung
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Verkehrswerkstatt, Berlin, Deutschland, Ökonomie, Währung, Währungsreform, Geldumtausch, Lohn, Arbeit
Aktualisiert am: 06.02.2006
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