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Artikel

25.07.1948 | Berliner Zeitung

"Es gibt kein Berliner Problem"

Auswirkung der Versorgung ganz Berlins durch die Sowjetunion

Berlin (ADN). Der Beschluß der Sowjetregierung, große Lebensmittelmengen für die Versorgung der Westsektoren Berlins bereitzustellen, habe im Westen Verwirrung ausgelöst, erklärt der Moskauer Rundfunkkommentator Nemanow. Er verweist dabei auf eine Auslassung der Londoner "Times", wonach die Versorgung Berlins mit Lebensmitteln eine "Nebenfrage" sei.

Diese Behauptung widerspreche, so sagt der Kommentator, der bisherigen Argumentation der Westmächte, die sich immer wieder auf die "humanitäre Verantwortung" berufen und damit auch die Einrichtung der sogenannten Luftbrücke begründet haben. Nemanow erinnert in diesem Zusammenhang an einen Kommentator der France Press, die erklärte, daß der Beschluß der Sowjetregierung über die Lebensmittellieferungen für Berlin der Luftbrücke jeden Sinn nehme. Die britischen und amerikanischen "Humanisten" seien aber trotzdem nicht zufrieden. Im Gegenteil, der Moskauer Beschluß habe in Washingtoner und Londoner Kreisen Gereiztheit hervorgerufen. Damit werde nur zugegeben, daß die "Luftbrücke" mehr der schreienden Reklame als der Versorgung der Berliner Bevölkerung dient.

Das künstlich erzeugte und mit unglaublichem Lärm aufgemachte "Berliner Problem" sei in Wirklichkeit nichts anderes, so schließt der Kommentar, als die Fortsetzung der abenteuerlichen Politik der Zerstückelung Deutschlands durch die britisch-amerikanischen "Humanisten": Demgegenüber entspreche die Sowjetische Politik, die den Grundsatz der deutschen Einheit und der demokratischen Erneuerung anerkenne, den Erwartungen der breiten Massen des deutschen Volkes.

Dies Auffassung geht auch aus einem Bericht der amerikanischen Nachrichtenagentur United Press hervor, nach dem amerikanische und britische Stellen insgeheim zugeben, daß sie nicht in Berlin bleiben könnten. "wenn die Deutschen in ihren Sektoren mit ihren Sympathien zur russischen Seite hinüberwechselten". In diesem Bericht wird die Befürchtung ausgesprochen, daß wenn erst die versprochenen russischen Nahrungsmittel einträfen, ein Massenumschwung der Stimmung gegen die Westmächte erfolgen, und "die westliche Position dann viel unsicherer" würde.

Quellenangaben

Quelle: Berliner Zeitung
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Verkehrswerkstatt, Berlin, Deutschland, Versorgung, Logistik, Güter, Transport
Aktualisiert am: 06.02.2006
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