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Artikel

25.07.1948 | Berliner Zeitung

Regelung der Versorgung der Westsektoren

Eine Anweisung der Deutschen Wirtschaftskommission

Mitteilung der Deutschen Wirtschaftskommission der sowjetischen Besatzungszone über die Regelung der Versorgung der Bewohner der westlichen Sektoren Berlins mit Lebensmitteln durch Lebensmittelgeschäfte im sowjetischen Sektor

Die Deutsche Wirtschaftskommission der sowjetischen Besatzungszone hat in Übereinstimmung mit den Anweisungen der SMAD eine Regelung über die Versorgung mit Lebensmitteln der Bewohner der Westsektoren Berlins ausgearbeitet. Diese Regelung sieht nachstehendes vor:

1.) Die Anmeldung der Lebensmittelkarten der Bewohner der Westsektoren der Stadt Berlin in den Lebensmittelgeschäften wird, beginnend mit dem 26. Juli und abschließend mit dem 3. August d. J. durchgeführt.

2.) Die Arbeiter und Angestellten der Betriebe und Verwaltungsstellen des Sowjetsektors der Stadt Berlin, die in den Westsektoren wohnen, sind berechtigt, ihre Lebensmittelkarten auf Grund einer Bescheinigung des Betriebes oder der Verwaltungsstelle zur Belieferung im Bezirk des Betriebes oder der Verwaltungsstelle oder nach Wunsch der Arbeiter und Angestellten in einem anderen Bezirk anzumelden.

3.) Die übrigen Bewohner der Westsektoren der Stadt Berlin sind berechtigt, ihre Lebensmittelkarten nach folgender Ordnung in den Lebensmittelgeschäften anzumelden:

Bewohner der Bezirke Charlottenburg und Spandau in den Geschäften des Bezirks Prenzlauer Berg. Bewohner der Bezirke Zehlendorf, Steglitz und Schöneberg in den Geschäften des Bezirks Friedrichshain. Bewohner der Bezirke Wilmersdorf und Tiergarten in den Geschäften des Bezirks Friedrichshain. Bewohner des Bezirks Neukölln in den Geschäften des Bezirks Treptow. Bewohner des Bezirks Reinickendorf in den Geschäften des Bezirks Weißensee. Bewohner des Bezirks Wedding in den Geschäften des Bezirks Pankow.

4.) Die Bewohner der Westsektoren der Stadt Berlin, welche ihre Lebensmittelkarten in den Lebensmittelgeschäften des Sowjetsektors anmelden wollen, sind verpflichtet, in den aus der Anlage ersichtlichen zuständigen Bezirks- oder Straßenkartenstellen des Sowjetsektors zu erscheinen.

Sie haben mit den Lebensmittelkarten auch den Personalausweis, welcher den Wohnort der betreffenden Person bestätigt, der Kartenstelle vorzuweisen.

Die Kartenstelle versieht die Lebensmittelkarten mit ihrem Stempel, welcher die Berechtigung für Warenbelieferung der Lebensmittelkarten in den Geschäften des betreffenden Bezirks gibt. Außerdem trennt sie von den Karten einen für Sonderzuteilungen bestimmten freien Abschnitt ab. Ferner wird der Personalausweis der Person, die die Lebensmittelkarten vorlegt, mit einem Stempel versehen, welcher nur die Nummer der Kartenstelle trägt. Die Geschäfte des Sowjetsektors der Stadt Berlin führen nach Vorlage der Personalausweise und der Karten mit dem Stempel der Kartenstelle des betreffenden Bezirkes die Anmeldung der Bewohner der Westsektoren zur Versorgung nach der geltenden Vorschrift aus.

Die Bewohner der Westsektoren der Stadt Berlin, welche ihre Lebensmittelkarten im Sowjetsektor angemeldet haben, sind verpflichtet, alle Abschnitte der Karten im Sowjetsektor beliefern zu lassen. Die gleichzeitige Belieferung der Lebensmittelkarten im Sowjet- und Westsektor ist verboten

5.) Ab September dieses Jahres sind besondere Lebensmittelkarten für ganz Berlin, die in der sowjetischen Besatzungszone gedruckt werden, einzuführen.

Die Ausgabe dieser Lebensmittelkarten für September hat vom 20. August bis 1. September durch die Kartenstellen des Sowjetsektors an alle Bewohner der Stadt Berlin zu erfolgen.

Als Unterlage zur Ausgabe der Lebensmittelkarten dienen der Abschnitt für August und der Personalausweis mit dem Stempel der Kartenstelle und für die Personen der Westsektoren der Stadt Berlin, die ihre Karten nicht in den Geschäften des Sowjetsektors der Stadt Berlin angemeldet haben, die Bescheinigungen der Arbeitsstelle und der Personalausweis, welcher den ständigen Wohnsitz in der Stadt Berlin bestätigt.

6.) Im Bedarfsfalle wird: a) die Geschäftszeit für den Lebensmittelkleinhandel auf 10 bis 12 Stunden verlängert, b) die Zahl der Lebensmittelgeschäfte durch Hinzuziehung anderer Kleinhandelsgeschäfte erweitert.

7.) Die Kontingentträger für kartenlose Versorgung, Krankenhäuser, Altersheime und Waisenhäuser, die sich in den Westsektoren der Stadt Berlin befinden, sind zur Lebensmittelzuteilung berechtigt und haben zu diesem Zweck ihre Anträge an das Ernährungsamt des Magistrats der Stadt Berlin zu richten.

24. Juli 1948

Die Durchführungsbestimmungen zu der vorstehenden Mitteilung der Deutschen Wirtschaftskommission finden unsere Leser auf Seite 4 der vorliegenden Ausgabe.

Quellenangaben

Quelle: Berliner Zeitung
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Verkehrswerkstatt, Berlin, Deutschland, Versorgung, Logistik, Güter, Transport, Alltag, Mensch
Aktualisiert am: 06.02.2006
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