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Artikel

14.12.1948 | Die Neue Zeitung

Politik der "festen Haltung"

General Clay: Luftbrücke bleibt, bis Krise gelöst

Berlin (UP). - Wenn irgend jemand in Berlin Boden verloren habe und geschwächt wurde, dann sei das die Sowjetunion, erklärte der amerikanische Militärgouverneur für Deutschland, General Lucius D. Clay, in einem Interview gegenüber einem Vertreter der United Press. Das Berliner Problem könne in kein neues kritischeres Stadium eintreten, da eine gespannte Lage herrsche, die so lange andauern werde, wie die Blockade bestünde.

In den fünfmonatigen vergeblichen Verhandlungen um die Beilegung der Berliner Krise und bei den Beratungen der letzten UN-Vollversammlung habe sich eindeutig erwiesen, so erklärte General Clay, daß die Sowjets ganz klar nur das Ziel verfolgten, die Westmächte aus Berlin zu vertreiben und - dadurch, daß sie unstabile Verhältnisse schafften - eine Genesung Deutschlands zu verhindern. Während all dieser Monate habe man in Bezug auf Berlin keinerlei Entwicklungen feststellen können, aus denen sich ein Wunsch Moskaus um die Lösung des Problems herauslesen ließe.

Der amerikanische Militärgouverneur nahm die Gelegenheit wahr, erneut darauf hinzuweisen, daß es nach seiner Ansicht keine unmittelbare Kriegsgefahr gebe. "Es bestehen keinerlei Anzeichen dafür, - weder in Berlin, noch in Deutschland oder Osteuropa -, daß die Sowjetunion gegenwärtig ihre Streitmacht verstärkt oder irgendwelche außergewöhnlichen militärischen Vorbereitungen trifft", erklärte der General in diesem Zusammenhang. Zu den sowjetischen Versuchen, den westlichen Alliierten das Leben in Berlin unerträglich zu machen, meinte er: "Es ist nicht viel, was sie noch unternehmen könnten. Eine Verbarrikadierung der Straßen zwischen den Sektoren und das Abschneiden der Verkehrsverbindungen würde ihnen mindestens ebensoviel Schwierigkeiten bereiten, wie uns..."

"Die Sowjetunion ist nicht in der Lage gewesen, den Fortschritt des Marshallplanes für den europäischen Wiederaufbau zu hemmen", erklärte schließlich General Clay. Dieser Wiederaufbau sei in Westdeutschland schnell und nachhaltig erfolgt, schneller aber noch in den anderen Marshall-Plan-Staaten. Andererseits habe es sich jedoch gezeigt, daß die westlichen Alliierten durch die Luftbrücke die Versorgung der Westberliner Bevölkerung über eine unbegrenzte Zeit aufrechterhalten könnten, so daß sie genügend Zeit hätten, Erwägungen darüber anzustellen, welche neuen Mittel zur Verfügung stünden, um eine Lösung der Berliner Krise zu erreichen.

Quellenangaben

Quelle: Die Neue Zeitung
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Berlin, Verkehrswerkstatt, Deutschland, Verkehrsmittel, Flugzeug, Luftbrücke, UN, Verhandlung
Aktualisiert am: 06.02.2006
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