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Artikel

18.12.1948 | Die Neue Zeitung

"Ostwährung in Berlin nicht brauchbar"

München (NZ). - Nachdem die Verwaltungstrennung in Berlin durch die Einsetzung von zwei Magistraten vollzogen ist, erscheint der Zeitpunkt gekommen, in dem auch die Währungsregelung in Berlin eine neue Gestalt annehmen muß. Zu dieser Frage äußert sich in der demnächst erscheinen Nr. 10 der "Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen" Dr. Erich Trost, Berlin, der längere Zeit in der Währungskommission für West-Berlin mitgewirkt hat.

Er kommt nach Ablehnung der Ostwährung für ganz Berlin sowie nach dem Nachweis, daß eine Sonderwährung für Berlin undurchfürhrbar ist, zu dem Ergebnis, daß als die beste Lösung die Ausschaltung der Ostmark in den Westsektoren anzusehen sei. Allerdings werde es notwendig sein, die Verwendungsmöglichkeit der D-Mark Ost in West-Berlin schrittweise zu beseitigen. Die Beseitigung der Ostmarkverwendung in West-Berlin würde unter anderem starke soziale Spannungen zutage bringen, die bisher verdeckt waren. Die in den Westsektoren wohnenden Arbeitnehmer, die im Ostsektor oder in der Ostzone arbeiten und dort nur D-Mark Ost erhalten, müßten erkennen, daß sie nur ein Viertel der Kaufkraft erlangen, die den im Westsektor Arbeitenden zufließt. Es müßte also vom Magistrat für sie Vorsorge getroffen werden. Dabei handelt es sich, was bei der engen Verflechtung einer Großstadt verständlich ist, um eine Zahl von Arbeitnehmern, die an die Hunderttausend heranreichen dürfte. Dieser Schritt wäre aber notwendig, weil sonst diese Arbeitnehmer gezwungen wären, ihren Arbeitsplatz im Ostsektor aufzugeben.

Da die Wirtschaft von West-Berlin unter den Wirkungen der Blockade stark gedrosselt ist, würden sie wahrscheinlich sämtlich der Erwerbslosenfürsorge zur Last fallen. Es würde vielleicht gar keine Ersparnis bedeuten, wenn man den im Ostsektor Arbeitenden die Umtauschmöglichkeiten vorenthalten würde, obwohl die Einnahmen des Magistrats in Westmark unter Umständen gerade ausreichen werden, um diesen Umtausch zu decken. Sollte dies aber nicht der Fall sein, so würde lediglich offenkundig, in welchem Umfang West-Berlin eines Zuschusses bedarf.

Quellenangaben

Quelle: Die Neue Zeitung
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Berlin, Verkehrswerkstatt, Deutschland, Ökonomie, Währung, Währungsreform
Aktualisiert am: 06.02.2006
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