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21.09.1948 | Die Neue Zeitung

Westmächte beraten in Paris

Sowjetunion gegen UN-Debatte über Deutschland

Paris (DENA/Reuter). - Die Außenminister der Vereinigten Staaten und Großbritanniens, die zur Eröffnung der UN-Vollversammlung in Paris eingetroffen sind, werden voraussichtlich mit dem französischen Außenminister zusammentreffen, um die nächsten Schritte in der Berliner Frage zu erörtern, wie in zuständigen Kreisen der französischen und der britischen Hauptstadt verlautet. UP zufolge verbirgt man in Kreisen der Westmächte nicht die Enttäuschung darüber, daß der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow die Reise nach Paris vorläufig aufgeschoben hat.

Wie United Press aus Moskau meldet, hat Außenminister Marshall dem amerikanischen Botschafter die Anweisung gegeben, sofort nach Paris zu kommen, um dort zu Beratungen zur Verfügung zu stehen. Auch der britische Sondergesandte, Frank Roberts, wird sich demnächst nach Paris begeben.

US-Außenminister George C. Marshall erklärte vor der Abreise nach Europa, wie AP berichtet: "Ich begebe mich zu der Vollversammlung der Vereinten Nationen in einer außergewöhnlich kritischen internationalen Lage." Angaben darüber, welche Haltung die amerikanische Delegation zu dieser oder jener Frage einzunehmen gedenke, bezeichnete Marshall als unangebracht. Die Situation erfordere ein beträchtliches Maß an Klugheit.

Vor der Abreise des britischen Außenministers Ernest L. Bevin fanden in London noch Besprechungen des Berliner Ausschusses der drei Westmächte statt. Man hält es für möglich, daß Molotow die Westmächte auf der letzten Konferenz im Kreml am 18. September vor neue Probleme gestellt habe. Die "Tägliche Rundschau", das amtliche Organ der sowjetischen Militärverwaltung in Berlin, teilte mit, daß die Sowjetunion gegen jeden Versuch opponieren werde, die deutsche Frage vor die Vereinten Nationen zu bringen. Dieses Problem gehöre ausschließlich zum Arbeitsbereich des Außenministerrates. Die Konferenz im Kreml am 18. September dauerte zweieinhalb Stunden. Anschließend blieb US-Botschafter Walter Bedell Smith noch fünf Minuten mit Molotow allein. Später äußerte er, er habe mit dem sowjetischen Außenminister eine "rein amerikanisch-sowjetische Angelegenheit" erörtert. Politische Beobachter erwarten, daß die Lage nunmehr innerhalb weniger Tage die Bekanntgabe von Einzelheiten über die Moskauer Verhandlungen gestatten werde.

Quellenangaben

Quelle: Die Neue Zeitung
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Berlin, Verkehrswerkstatt, Deutschland, Verhandlung, Alliierte
Aktualisiert am: 06.02.2006
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