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04.11.1948 | Die Neue Zeitung

Luftbrücke im Nebel gesichert

13 500 Berliner Kinder fliegen nach Westen

Berlin (UP). - Durch den Einsatz von Radargeräten konnte die Berliner Luftversorgung laut BBC in den letzten Tagen trotz starken Nebels in normaler Stärke aufrecht erhalten werden. Für die Versorgung werden jetzt fast ausschließlich viermotorige Skymasters eingesetzt, durch deren übereinstimmende Geschwindigkeit ein regelmäßiges Flugschema erreicht wurde, durch das auch bei schlechtem Wetter alle drei Minuten eine Maschine in Tempelhof oder Gatow starten und landen kann. In der britischen Zone traf jetzt, nach einer Dena-Meldung, die erste Staffel der neuesten und schnellsten britischen Transportflugzeuge vom Typ "Hasting" ein. Die Maschinen, die jeweils acht Tonnen Fracht befördern können, sollen in Kürze bei der Luftbrücke eingesetzt werden. Man vermutet, daß sich die Leistungsfähigkeit der Versorgung dadurch etwa um 700 Tonnen wöchentlich erhöhen wird. Die US-Luftstreitkräfte beabsichtigen ebenfalls, wie SDP berichtet neue Riesentransportflugzeuge zu den Berliner Transportflügen heranzuziehen. Die Flugzeuge werden in nächster Zeit vor allem für den Transatlantischen Dienst eingestellt und sollen Nachschub und Personal für die in Deutschland befindlichen Stützpunkte der Berlin-Versorgung heranbringen. In den letzten Tagen der kommenden Woche wird in Berlin eine umfangreiche Aktion zur Evakuierung deutscher Kinder aus den westlichen Sektoren Berlins begonnen werden, verlautet aus Kreisen der alliierten Militärregierungen. Die Zahl der wöchentlich abzutransportierenden Kinder soll danach von 700 auf 840 erhöht werden.

Bis Anfang Februar des nächsten Jahres werden auf diese Weise schätzungsweise 13500 Kinder, das sind 3,5 Prozent der 395000 im Berliner Westen lebenden Kinder, nach Westdeutschland gebracht werden. Am Abend des 2.November stürzte eine zweimotorige amerikanische Dakota-Transportmaschine vom Typ C 47, die sich auf dem Wege von London nach Wiesbaden befand, auf dem Flughafen Wiesbaden-Erbenheim ab. Fünf Personen fanden bei dem Unglück den Tod, fünf weitere wurden schwer verletzt.

Nach längerer Unterbrechung kündigten die Sowjets erneut Luftkampfübungen innerhalb der Korridore nach Berlin an. Die sowjetischen Behauptungen, es gäbe kein Vier-Mächte-Abkommen über die Luftsicherheitsregeln in Deutschland, wurden, nachdem die amerikanischen Luftbehörden sie bereits zurückgewiesen hatten, jetzt auch von dem britischen Kontrolloffizier der alliierten Luftsicherheitszentrale abgelehnt. Er erwarte, so erklärte der britische Kontrolloffizier in seinem Schreiben, daß sich die Sowjets nach wie vor an die vereinbarten Luftsicherheitsregeln halten werden.

Quellenangaben

Quelle: Die Neue Zeitung, Autor: Autor
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Berlin, Verkehrswerkstatt, Deutschland, Verkehrsmittel, Flugzeug, Luftbrücke, Versorgung, Logistik, Güter, Transport, Alltag, Mensch, Erziehung, Kinder, Technik, Unfall, Unglück
Aktualisiert am: 06.02.2006
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