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07.11.1948 | Berliner Zeitung

Koenig handelte im Auftrag

Westberlin gehört nicht nach Bonn / Clay hilft der Reaktion

Paris (Telepress). Französische Regierungskreise erklärten am Freitag, daß sie nichts an dem Betragen des Generals Koenig auf der Frankfurter Konferenz der westlichen Millitärgouverneure auszusetzen hätten. Koenig unterzog dort die USA-Politik in Westdeuschland scharfer Kritik, da diese weit über die "Empfehlungen" der Londoner Sechsmächte-Konferenz vom Juni hinausginge. Er wies auch darauf hin, daß die Produktion von Kriegsmaterialien in den englisch-amerikanischen Besatzungszonen gefördert werde.

Die Pariser Quellen fügen hinzu, daß Frankreich die Teilnahme von Vertretern aus den Berliner West-Sektoren an dem Bonner "Westdeutschen Schein-Parlament" als ganz besonders unberechtigt erachte. Man war der Meinung daß die sowjetische Verstimmung durchaus berechtigt sei. Halbamtliche Kreise machen kein Hehl aus ihren Besorgnissen, die Londoner "Empfehlungen" dem westdeutschen Separatistenstaat zugrunde zu legen. Das französische Parlament verabschiedete diese "Empfehlungen" mit einer Mehrheit von nur 8 Stimmen unter der Voraussetzung, daß sie ein "Maximum"-Programm darstellen, während sie jetzt von englisch-amerikanischer Seite als Mindest-Empfehlung angesehen werden. Die Franzosen fürchten, daß diese Einstellung die deutschen Nationalisten ermutigen dürfte, noch viel weitergehende Forderungen zu Stellen, die eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit Frankreichs darstellen würden. Auf Grund dieser vom Quai d'Orsay inspirierten Erklärungen ist man der Ansicht, daß General Koenig von Paris ermuntert wurde, erneut mit seinem Widerstand gegen Clay hervorzutreten, dessen Stellung, nach Trumans Wiederwahl, allgemein als sehr erschüttert angesehen wird.

Quellenangaben

Quelle: Berliner Zeitung
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Berlin, Verkehrswerkstatt, Deutschland, UN, Verhandlung
Aktualisiert am: 06.02.2006
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