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16.11.1948 | Die Neue Zeitung

Eisenbahn-Güterverkehr nur 50 v. H. von 1938

Karlsruhe (SÜDENA). - In einem vom Reichsbahnrat Heinze anläßlich einer Beratung zwischen Vertretern der verschiedenen Verkehrszweige und der Wirtschaft gehaltenen Referat kam zum Ausdruck, daß gegenwärtig um etwa 50 v. H. weniger Güter durch die Eisenbahn im Raum der Bizone befördert werden als 1938. Das ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß die Wiederinstandsetzung der Lagergebäude und Bahnhofsbaulichkeiten eine längere Zeit in Anspruch nimmt als die Reparatur des Schienennetzes. Der Mangel an Ersatz- und Rohstoff verhindert die Ausbesserung der 15 000 Lokomotiven, die den Krieg überstanden haben und von denen zur Zeit nur 7600 betriebsfähig sind, während 1938 insgesamt etwa 30 000 Lokomotiven verfügbar waren. Um die bisherige Wiederinstandsetzung zu erhöhen, sieht jetzt ein neues, erweitertes Ausbesserungsprogramm im vereinigten Wirtschaftsgebiet die Ausbesserung weiterer 1000 Lokomotiven bis 1949 vor. Mit Ausbesserung von hohem Materialverbrauch konnte das Ausland zum Teil beauftragt werden. Von 317 000 Güterwagen sind heute 233 000 einsatzfähig bei einem durchschnittlich schadhaften Wagenbestand von 25 bis 30 v. H., der früher nur wenige Prozent betrug. Das Eisenbahn-Reparaturprogramm sieht jedoch im Rahmen des Europa-Hilfsprogrammes vor, im Jahre 1952 den Wagenstand von 1936 erreicht zu haben.

Nachdem Aufträge zum Bau von Güterwagen an die Tschechoslowakei und an Belgien wegen der hohen Kosten zurückgezogen wurden, sind fünf deutsche Firmen mit dem Bau von 3000 Güterwagen beauftragt worden. Ein weiteres Programm für sämtliche Waggonfabriken der Bizone enthält an Stelle von Reparaturaufträgen für 120 Millionen D-Mark Aufträge zum Bau von Güterwagen. Darüber hinaus läßt ein Austauschvertrag mit Frankreich den Empfang von 30 000 Güterwagen erhoffen.

Die Überbelastung des Eisenbahngüterverkehrs kann erst durch einen gesteigerten Binnenschiffahrts-Güterverkehr behoben werden, der aber gegenwärtig noch zu teuer ist. Im Eisenbahngüterverkehr sollen nach Beendigung des Herbstverkehrs wieder die alten Sätze des Wagenstandgeldes in Kraft treten.

Quellenangaben

Quelle: Die Neue Zeitung
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Berlin, Verkehrswerkstatt, Deutschland, Statistik, Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn
Aktualisiert am: 06.02.2006
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