Flugzeuge
Automobile
Eisenbahn
Ziehen und Schieben
Fahrrad
Zurück | Drucken

Artikel

26.11.1948 | Berliner Zeitung

Auf amerikanischen Befehl

Stacheldraht am Brandenburger Tor / Weitere Magistratsdezernate gespalten

Berlin (ADN/BPD/AP/Eig. Ber.). Die "Wahlen" vom 5. Dezember sollen für Westberlin eine separate "Regierung" ergeben, erklärte gestern der Leiter der Abteilung für zivile Verwaltung und politische Angelegenheiten bei der amerikanischen Militärregierung, Dr. Franklin. In dieser offiziellen Äußerung eines amerikanischen Beamten ist das Eingeständnis enthalten, daß die Wahlen zu dem ausdrücklichen Zweck durchgeführt werden, die Verwaltung Berlins zu spalten. Die wörtliche Übereinstimmung dieser Erklärung mit einer vor zwei Tagen von dem früheren Stadtrat Klingelhöfer getanen Äußerung wird als Bestätigung dafür angesehen, daß die Westparteien die Spalterwahlen auf amerikanischen Befehl durchführen.

Der CDU-Bezirksbügermeister von Steglitz, Wille, sagte in einer Versammlung der Schreiber - CDU: Wenn demnächst am Brandenburger Tor und an anderen Stellen Berlins Stacheldraht gezogen wird, so hat die SPD dazu verholfen. Von dem zweiten Bürgermeister von Tempelhof, Schmitz (Schreiber CDU), wurde in einer Wahlversammlung bestätigt, daß die B-Mark als einziges Zahlungsmittel für die Westsektoren das Chaos bringen werde.

Indessen wird die Verlegung wichtiger Magistratsabteilungen aus dem Neuen Stadthaus in die Westsektoren fortgesetzt. Der sozialdemokratische Stadtrat Bonatz hat neue Amtsräume in der Potsdamer Straße im amerikanischen Sektor bezogen, womit nunmehr das fünfte Magistragsdezernat geteilt wurde. Der bisherige Leiter der Zentralen Holzstelle des Berliner Magistrats, Lippschitz, der ebenfalls der SPD nahesteht, ist am Donnerstag in den US-Sektor übergesiedelt. Zuvor war von der SPD die Hauptkohlenstelle gespalten worden, die ebenso wie die Holzstelle dem früheren Stadtrat Klingelhöfer unterstand. Ferner häuften sich in den letzten Tagen die Nachrichten über die Verschleppung von Transportmaterial der Berliner Straßenbahn in verschiedene westliche Sektoren, wodurch die Aufrechterhaltung des einheitlichen Verkehrswesens für Berlin ernstlich gefährdet wird.

Quellenangaben

Quelle: Berliner Zeitung
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Berlin, Verkehrswerkstatt, Deutschland, Demokratie, Wahlen, Grenze
Aktualisiert am: 06.02.2006
Zurück | Drucken