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26.11.1948 | Berliner Zeitung

Bewaffnete Wahlvorbereitungen

Panzer-Patrouillen im Westsektor / Schwere Waffen für Stumm-Polizei

Berlin (BPD). Die Meldungen der Berliner Westpresse, daß die britischen und amerikanischen Besatzungstruppen in Berlin zusammen mit der Stumm-Polizei gegenwärtig mit der Sicherung der Durchführung der Wahlen in den westlichen Sektoren in Berlin am 5. Dezember beschäftigt sind, werden durch neue Tatsachen bestätigt. Bereits heute, zehn Tage vor den Wahlen, patroullieren allnächtlich in der Bismarck- und Berliner Straße sowie Charlottenburger Chaussee kleine Panzerwagen. Auch der Verkehr der Polizeifunkwagen hat sich verstärkt.

Die Stumm-Polizei in der Friesenstraße wird von den Amerikanern mit zusätzlichen Waffen ausgerüstet, die Polizeiangehörigen erhalten Karabiner und Patronen und viele von ihnen wurden mit großkalibrigen Pistolen ausgerüstet. Auf der Havel landen Wasserflugzeuge mit Waffen, die von britischen Pionieren entladen werden.

Die Polizeibeamten der Westsektoren haben den Befehl erhalten, anläßlich der kommenden Wahlen rücksichtslose Härten zu zeigen. Über die Sondermaßnahmen zum 5. Dezember wurden Sonderdirektiven verbreitet, deren Sinn darin besteht, daß die Bevölkerung mit allen Mitteln gezwungen werden soll, an den Wahlurnen zu erscheinen. Zur Zeit haben die Polizeibeamten eine Jagd auf Personen begonnen, die den Engländern und Amerikanern nicht genehme Plakate und Zeitungen mit gegen die Separatwahlen gerichtetem Inhalt verbreiten.

Quellenangaben

Quelle: Berliner Zeitung, Autor: Autor
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Berlin, Verkehrswerkstatt, Deutschland, Demokratie, Wahlen
Aktualisiert am: 06.02.2006
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