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06.01.1949 | Die Neue Zeitung

Clay glaubt nicht an Krieg

"Sowjets von USA-Luftmacht beeindruckt"

Berlin (NANA). - General Lucius D. Clay, der amerikanische Oberbefehlshaber in Deutschland, erwartet, daß die Sowjets den kalten Krieg zwar verschärfen, sich aber nicht getrauen werden, einen wirklichen Krieg zu entfesseln.

In einem Privatgespräch, das Clay mit Mitgliedern des Wehrmachtsausschusses des Kongresses führte, die besuchsweise in Berlin weilten, äußerte er die Ansicht, daß die Sowjets das Gespenst eines Krieges in Europa an die Wand malen, es sich aber zweimal überlegen würden, ehe sie es zu offenen Feindseligkeiten kommen ließen. Ihre Taktik sei es, Unruhen zu schaffen und Furcht zu verbreiten, um so Boden für die kommunistische Saat reif zu machen. Clay gab aber zu, daß der geringste Versager in diesem heiklen Nervenkrieg leicht zum Kriegsausbruch führen könnte.

Der wesentlichste Faktor, der die Sowjetunion von kriegerischen Handlungen abhalte, sei die Luftmacht der Vereinigten Staaten. "Die Russen", meint Clay, "haben mehr Respekt vor unserer Luftwaffe als mancher bei uns zu Hause." Das dauernde Dröhnen der Berliner Luftbrücke in ihren Ohren habe ihren Respekt nur erhöht und gleichzeitig auch das übrige Europa stark beeindruckt. Clay ist der festen Überzeugung , daß die Russen erst einmal abwarten wollen, ob die Luftbrücke den Winter über aufrechterhalten werden könne, ehe sie sich zu einem Rückzug in der Berliner Angelegenheit entschließen.

Quellenangaben

Quelle: Die Neue Zeitung
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Verhandlung, Allierte, Sowjets, Krieg, Bedrohung, Teilung, Sektor, Blockade, Versorgung, Güter, Gütertransport, Ökonomie, Flugzeug, Luftbrücke, Berlin, Deutschland, USA, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 06.02.2006
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