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Artikel

31.03.1949 | Der Tagesspiegel

Neue Münzen in der Ostzone

Umtausch in begrenzter Höhe

Berlin (DENA). Der Oberste Chef der russischen Militärverwaltung in Deutschland bestätigte eine Anordnung der ostzonalen Wirtschaftskommission über den Umtausch der alten Münzen von fünf und zehn Pfennig gegen neue Münzen der "Deutschen Notenbank" im gleichen Wert. Danach werden in der russischen Besatzungszone und im Ostsektor Berlins vom 1. April 1949 an neue Münzen der "Deutschen Notenbank" eingeführt. Der Umlauf der alten Münzen im Werte von fünf und zehn Pfennig wird am 3. April 1949 eingestellt. Die Münzen mit einem Nennwert von einem Pfennig bleiben als gesetzliches Zahlungsmittel auch weiterhin im Umlauf.

Berlin (DPD). Zum Umtausch der alten Scheidemünzen von 5 und 10 Pfennig hat die ostzonale "Deutsche Notenbank" Ausführungsbestimmungen erlassen; danach werden die alten Münzen von den Kreditinstituten der Ostzone und des Ostsektors von Berlin am 1. und am 2. April einschließlich zum Umtausch angenommen.

Für Einzelpersonen werden alte Scheidemünzen bis zum Höchstbetrag von 5 DM umgetauscht, wobei nur ein Betrag von höchstens 45 Pfennig in neuen Münzen, der Rest in Banknoten der "Deutschen Notenbank" ausgehändigt wird. Allen anderen Besitzern von Münzen, zum Beispiel Handel, Industrie, Gewerbe, Organisationen, Verbänden, Gesellschaften sollen ausnahmslos alte Münzen bis zum Höchstbetrag von 100 DM umgetauscht werden. Hierbei werden neue Münzen den "tatsächlichen Bedürfnissen des Kunden entsprechend" ausgehändigt, der Restbetrag in Banknoten oder auf Wunsch des Kunden in Form einer Gutschrift auf seinem Konto. Sofern die vorgelegten alten Scheidemünzen die genannten Höchstbeträge übersteigen, wird der Gegenwert des überschießenden Betrages einem Sonderkonto gutgeschrieben, über das erst nach Bestätigung durch die "Deutsche Notenbank" verfügt werden darf.

Handelsbetriebe, Unternehmen der Eisenbahn, des städtischen Verkehrs sowie der deutschen Post sind, wie es heißt, verpflichtet, alte Scheidemünzen zu 5 und 10 Pfennig bis zum 2. April einschließlich anzunehmen. Sie müssen die in ihrem Besitz befindlichen alten Scheidemünzen im Laufe des 3. April bei den Kreditinstituten zum Umlauf ausliefern. Sämtliche Kreditinstitute der Ostzone und des Ostsektors sind zu diesem Zweck am Sonntag, dem 3. April 1949, während der sonst üblichen Schalterstunden geöffnet.

Quellenangaben

Quelle: Der Tagesspiegel
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Währung, Währungsreform, Münzen, Deutsche Notenbank, Umtausch, Währungstausch, Berlin, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 06.02.2006
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