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Artikel

01.04.1949 | Der Tagesspiegel

Der 281. Tag der Blockade

Am 281. Tag der Blockade trafen über die Luftbrücke mit Gütern, die für die Berliner Wirtschaft bestimmt sind, ein: Flugzeuge 830 Tonnen Fracht 5087,6 Das Hauptquartier der amerikanischen Luftwaffe hat, wie Generalmajor James P. Hodges gestern bekanntgab, von sofort an gestattet, daß täglich weitere vierzehn Maschinen ziviler Fluggesellschaften den Rhein-Main-Flughafen benutzen. Bisher durften das nur sechs Maschinen. Die Verbesserung ist durch das gute Wetter möglich geworden. (DENA)

Es wird verteilt

Charlottenburg: Je 62,5 Gramm Trockengemüse auf die Abschnitte 1, 2, 4 und 5 der Kartoffelkarte, für Diabetiker und Blutspender auf die Abschnitte L, O, P und Q und 13, 14, 15 und 16 der Ausgleichskarte. Im russischen Sektor wird von sofort an die Mai-Kartoffelkarte beliefert.

Das Stromprogramm der Woche

In der kommenden Woche, beginnend am 3. April um 9 Uhr und endend am 10. April um 5 Uhr, wird es, wie die Bewag mitteilt, voraussichtlich zu folgenden Stunden Strom geben: Plangruppe Täglich Außerdem Stg., Di., Do., Sbd. Mo., Mi., Fr. A, E, N 9 - 11 u. 20 - 22 Uhr B, F, O 12 - 14 u. 22 - 24 Uhr C, G, P 1 - 3 u. 16 - 18 Uhr D, H, Q 3 - 5 Uhr D 18 - 20 Uhr 14 - 16 Uhr H, Q 14 - 16 Uhr 18 - 20 Uhr

Russische Uebergriffe an der Zonengrenze

Der Samenhändler, Robert M. wurde am Mittwoch mittag, wie die Polizei mitteilt, in seinem Geschäft in der Benschalle am Bahnhof Düppel im amerikanischen Sektor von einem Ostzonenpolizisten und einem Mann in russischer Uniform festgenommen. Die beiden Räuber nahmen die Ladenkasse mit, in der sich 65 Westpfennig befanden. M. ist inzwischen wieder aus der Haft entlassen worden.

Gegen 18 Uhr wurden am gleichen Tage an der Zonengrenze in Rudow im amerikanischen Sektor drei Frauen, die aus dem russisch besetzten Schönefeld gekommen waren, durch einen Warnschuß des russischen Postens zur Rückkehr gezwungen. Eine der drei Frauen soll nach den bisherigen Feststellungen festgenommen worden sein, über den Verbleib der beiden anderen ist nichts bekannt.

Am Donnerstag nachmittag beschlagnahmten laut DPD sowjetische Soldaten und Ostzonenpolizisten ein Fahrzeug des Fuhrunternehmers Gustav Gumz aus Zehlendorf im amerikanischen Sektor nahe der Grenze zur russische Zone. Der Fuhrunternehmer konnte zu Fuß in den amerikanischen Sektor fliehen, der Beifahrer und das Fahrzeug wurden von den Russen mitgenommen. Der Beifahrer ist in den späten Abendstunden ohne Fahrzeug wieder entlassen worden.

Neue Sperren und neue Methoden

Die Markgraf-Polizei errichtete, wie das Polizeipräsidium in der Friesenstraße am Donnerstag mitteilte, in den letzten Tagen an der Grenze zum französischen Sektor weitere Straßensperren in der Provinzstraße, der Klemkestraße, der Behmstraße, im Gleimtunnel Ecke Schwedter Straße, in der Bernauer Ecke Wolliner Straße, der Bernauer Ecke Swinemünder Straße, in der Bernauer Ecke Ruppiner Straße und in der Wilhelm-Kuhr-Straße an der Eisenbahnunterführung. Auch an der Grenze zum amerikanischen Sektor wurden auf dem Legiendamm und in der Buckower Straße neue Sperren gebaut.

An der Sektorengrenze Sonnenallee Ecke Baumschulenstraße übt die Markgraf-Polizei neue Methoden bei ihren Fahrzeugkontrollen. Die Fahrbahn Sonnenallee wird in Richtung Neukölln mit etwa drei Meter langen Holzbohlen gesperrt, die mit geschmiedeten Eisennägeln versehen sind.

"Aprilscherz" als Tarnung

Ein Aufnahmewagen des sowjetisch kontrollierten Senders in der Masurenallee hielt am Donnerstag gegen 18 Uhr in der Kantstraße in Charlottenburg, und ein Reporter versuchte, Propagandareden zu halten. Die Insassen eines Polizeiwagens nahmen den Reporter und zwei Techniker fest. Der Reporter behauptete, es habe sich um einen "Aprilscherz" gehandelt. (DPD)

Quellenangaben

Quelle: Der Tagesspiegel
Schlagwörter: Verkehr, Geschichte, Politik, Teilung, Sektor, Blockade, Luftbrücke, Güter, Lebensmittel, Polizei, Alltag, Versorgung, Grenze, Grenzsicherung, Berlin, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 06.02.2006
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