Air Agreement
Die Vertreter der vier Siegermächte unterzeichnen ein Air-Agreement. Damit ist der freie Zugang über so genannte Luftkorridore nach Berlin vertraglich geregelt. Nicht geregelt wird der Zugang über den Land- und Wasserweg. Im November 1945 sollte Berlin durch diese Garantie wieder in den zivilen Nachkriegsluftverkehr integriert werden. An eine Versorgung aus der Luft im Falle einer Blockade dachte damals niemand. Die 32 Kilometer breiten Luftstraßen nach Hamburg, Hannover und Frankfurt am Main durften alle Alliierten benutzen, um Westberlin anzusteuern.
Allierter Kontrollrat
Der sowjetische Vertreter Wassilij D. Sokolowskij verlässt am 20. März 1948 aus Protest gegen die Deutschlandpolitik der drei Westmächte (USA, Großbritannien und Frankreich) den Alliierten Kontrollrat. Es ist das letzte Zusammentreffen des Kontrollrats.
Kleine Luftbrücke
Der Chef der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland Wassili Danilowitsch Sokolowski ordnete am 1. April 1948 als Reaktion auf die Sechs-Mächte-Verhandlungen zwischen Briten, Franzosen und Vertretern der Benelux-Länder über eine Westanbindung Deutschlands, die aus sowjetischer Sicht ein Bruch des Potsdamer Abkommens waren, die kurzzeitige Schließung der Grenzen an. Infolgedessen mussten die Westalliierten ihre Garnisonen in Berlin aus der Luft versorgen.
Währungsreform in drei Westzonen
Die am 20. Juni 1948 von den Westalliierten im Alleingang durchgeführte Währungsreform, in welcher die alte, fast wertlose Reichsmark durch die Deutsche Mark ersetzt wurde in den drei Westzonen, bewegte die sowjetische Besatzung zu einer Reaktion.
Währungsreform in der Sowjetischen Besatzungszone
Am 23. Juni wurde in der Sowjetischen Besatzungszone ebenfalls eine Währungsreform organisiert, um ein überschwemmen mit Beständen alter Reichsmark aus den Westzonen zu verhindern. Darüberhinaus wollte sie die Situation für eine Machtprobe nutzen: Die in der Sowjetischen Besatzungszone eingeführte DM-Ost sollte auch in Westberlin gelten. Aufgrund heftigen Widerstandes in der Westberliner Bevölkerung erklärten die Westmächte diese Anordnung für ungültig und kündeten an, dort ebenfalls die West-DM einzuführen.
Ausdehnung der Währungsreform auf Berlin
Am 24. Juni 1948 wird in den drei Westsektoren Berlins die Westmark mit dem Aufdruck B eingeführt.
Eskalation
Das unabgestimmte Vorgehen der ehemaligen Alliierten in dieser Frage gab nun jedoch den Vorwand zu erheblich weiter gehenden Maßnahmen, die zur Berlin-Blockade führten. Die Meldung bei der Nachrichtenagentur der Sowjetischen Besatzungszone (ADN) lautete: "Die Transportabteilung der sowjetischen Militärverwaltung sah sich gezwungen, aufgrund technischer Schwierigkeiten den Verkehr aller Güter- und Personenzüge von und nach Berlin morgen früh, sechs Uhr, einzustellen."
Zwar hatten die Regierungen der Westmächte mit Reaktionen auf die Währungsreform gerechnet, die einen Machtanspruch über ganz Berlin untermauern sollten, die Berlin-Blockade traf sie aber weitgehend unvorbereitet. Zudem war das Verh6auml;ltnis zwischen Washington, London und Paris gespannt, da man sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen in Berlin einigen konnte. Folglich gab es bis zur Blockade keine aufeinander abgestimmte Berlin-Politik der Westmächte.
Unterbrechung der Stromversorgung
In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 1948 wurde die Versorgung West-Berlins mit Fernstrom durch das Großkraftwerk Golpa-Zschornewitz unterbrochen.
Unterbrechung des Verkehrs
Am frühen Morgen des 24. Juni folgte die Unterbrechung des gesamten Straßen- und Schienenverkehrs sowie der Binnenschifffahrt zwischen Berlin und den Westzonen. Da Berlin immer noch ein großes Trümmerfeld war, in dessen westlichen Sektoren etwa 2,2 Millionen Menschen lebten, war es vollständig von der Belieferung von außen abhängig.
die Luftbrücke beginnt
Der erste Flug der Luftbrücke hatte schon am Abend des 23. Juni stattgefunden - der US-amerikanische Zivilpilot Jack O. Bennett hatte auf Clays Anweisung eine mit Kartoffeln beladene Transportmaschine nach Berlin gebracht, die auch in den folgenden Tagen weiter verkehrte.
Am 25. Juni befahl General Clay dann die Errichtung der Berliner Luftbrücke, und am 26. Juni flog die erste Maschine der US-amerikanischen Luftwaffe zum Flughafen Tempelhof in Berlin und startete damit offiziell die Operation "Vittles". Die Operation "Plain Fare" der britischen Luftwaffe folgte zwei Tage später.
Absturz
Am 25. Juni 1948 waren die zwei amerikanischen Piloten Lt. Charles L. King und 1st Lt. Robert W. Stuber abgestürzt, nachdem sie den Dachstuhl eines Wohnhauses in der Handierystraße gestreift hatten.
Erlaubnis zur Luftbrücke
Truman, der damalige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika beschließt am 27.06.1948, dem sowjetischen Druck nicht nachzugeben und gibt damit dem US-amerikanischen Militärgouverneur in Deutschland General Lucius Clay die Erlaubnis zur Berliner Luftbrücke.
Ihr Völker der Welt...
Ernst Reuter hält am 09.09.1948 vor 300.000 Berlinern vor dem Reichstag seine berühmte Rede mit den Worten: "Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt..."
die Luftbrücke wird optimiert
Am Anfang ging man von 750 Tonnen Fracht pro Tag aus. Dank der Neuorganisation durch General William H. Tunner, der einige Wochen nach ihrem Beginn die Organisation der Luftbrücke übernahm, war man Ende Juli 1948 jedoch schon bei über 2.000 Tonnen pro Tag. Am 15./16. April 1949 wurde mit 12.849 Tonnen Fracht und 1.398 Flügen in 24 Stunden der Rekord aufgestellt.
Operation Santa Clause
Am 20. Dez. 1948 fliegen die Piloten während der sogenannten "Operation Santa Clause" mit mehreren Maschinen Spielzeug für ca. 10.000 Berliner Kinder ein.
Rekordtag
Am 11.04.1949, dem Rekordtag der Luftbrücke demonstrieren die Alliierten ihre Leistungsfähigkeit, indem sie innerhalb von 24 Stunden 1.383 Flüge absolvieren, wobei sie insgesamt 12.899 t Fracht nach Berlin einfliegen.
Osterparade
Am 16.04.1949 werden zur "Osterparade" in 1.398 Einsätzen (pro Minute eine Landung in Berlin) knapp 12.000 Tonnen Hilfsgüter transportiert.
das Ende der Luftbrücke
Im Zuge der weiteren weltpolitischen Entwicklung und angesichts des mit der Luftbrücke eindrucksvoll demonstrierten Willens, West-Berlin vor einer sowjetischen Annexion zu bewahren, sah sich die Sowjetunion schließlich veranlasst, die Versorgung Berlins auf Land- und Wasserwegen wieder zuzulassen, so dass sie am 12. Mai 1949 um 0.01 Uhr alle Sperren wieder aufhob.
Insgesamt waren von Juni 1948 bis Mai 1949 rund 2,34 Millionen Tonnen Fracht (davon 1,78 Millionen Tonnen durch US-Flugzeuge), davon 1,44 Millionen Tonnen Kohle, 490.000 Tonnen Nahrungsmittel und 160.000 Tonnen Baustoffe zum Ausbau der Flughäfen, aber auch zum Neubau des Kraftwerkes Ruhleben (später nach Reuter benannt), eingeflogen worden. Den Lebensmitteln war, soweit möglich, Wasser entzogen (Milchpulver, Trockenkartoffeln), um Gewicht zu sparen. Die begrenzten Transportkapazitäten erlaubten es nur, die notwendigsten Güter zu befördern. Die Versorgungsqualität der Bevölkerung war schlechter als während der Kriegsjahre.
In Folge der Blockade wurde in West-Berlin die Bevorratung von Nahrungsmitteln, Rohstoffen und anderen lebensnotwendigen Gütern für die Bevölkerung, später als Senatsreserve bezeichnet, angeordnet.
Einstellung der Flüge
Zur Sicherheit wird die Luftbrücke aber noch bis zum Oktober 1949 fortgesetzt. In Berlin landet am 30.09.1949 ein letztes Flugzeug der US-Luftwaffe. Eine Woche später stellen auch die Briten ihre Flüge ein. Die Berliner Luftbrücke ist beendet.