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Lebensmittelkarten-Bezugsbescheinigung für den Arbeitgeber

"Bescheinigung über Lebensmittelkartenbezug" für den Arbeitgeber, für den Monat April 1949, Ausgabe des Bezirksamtes Kreuzberg / Kartenstelle

Für Leute von heute mag es unerklärlich, ja makaber sein: ein Arbeitnehmer hat seinem Arbeitgeber eine Bescheinigung beizubringen, wo er seine Lebensmittelkarte bezieht!

Hier ging es jedoch um eine überaus wichtige Sache, ohne die man die West-Währung nicht zur alleinigen Währung hätte erklären können:

  • nur wer diese Bescheinigung seinem Arbeitgeber vorlegte, bekam seinen Lohn / Gehalt zu 100% in Westgeld
  • wer dies nicht konnte, erhielt lediglich 10% des Lohns / Gehalt in Westgeld

Für folgende Sonderfälle war eine Lösung zu finden:

  • Viele West-Berliner arbeiteten damals noch in Ost-Berlin und erhielten demnach weiterhin Lohn / Gehalt lediglich in Ostgeld. Erhielten sie keinen Ausgleich, so hätten sie in West-Berlin nicht leben können.
  • Viele Ost-Berliner arbeiteten damals noch in West-Berlin. Sie hätten einen großen finanziellen Nutzen gehabt, wenn sie Lohn / Gehalt voll in Westgeld erhalten hätten. Das hielt man für untragbar.
  • Viele West-Berliner bezogen ihre Lebensmittel in Ost-Berlin. Sie hätten einen untragbaren Nutzen gehabt, wenn sie Lohn / Gehalt nur in Westgeld erhalten hätten.

Quelle:
Archiv Helmut Meschenmoser, 2008