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Schreiben des britischen Militärgouverneurs

Schreiben des britischen Militärgouverneurs an den sowjetischen Militärgouverneur vom 23. Juni 1948 über die Währungsreform in Groß-Berlin

Mein lieber Marschall!
Ich habe Ihren Brief vom 22. Juni erhalten, in dem Sie mir von den Maßnahmen Mitteilung machen, die Sie für eine Währungsreform in der sowjetischen Zone und in Berlin vorschlagen. Ich wünsche keineswegs, Ihnen in Ihrer Zone Schwierigkeiten zu bereiten oder das Wirtschaftsleben in der Stadt Berlin zu komplizieren. Ich war und bin heute noch bereit, jede vernünftige Regelung zum Gebrauch einer einzigen Währung in Berlin unter Viermächtekontrolle zu erwägen, wobei auch nicht ausgeschlossen sein soll, daß diese Währung dieselbe ist wie die in Ihrer Zone. Meine Vertreter haben dies in den Sitzungen unserer Mitarbeiter am gestrigen Tage klargestellt. Sie haben jedoch festgelegt, daß die Befehle zur Einführung dieser Maßnahmen in Berlin Viermächtebefehle sein müssen, da Berlin unter Viermächte-Jurisdiktion steht und keine Macht für sich der Stadt als Ganzes gültige Verordnungen geben kann.

Ich bedauere, daß Sie nicht in der Lage waren, diese Bedingungen anzunehmen, deren Berechtigung nicht in Frage gestellt werden kann. Ich stelle mit Bedauern fest, daß Ihre Anordnungen auf den gesamten Bereich von Berlin angewandt sein wollen. Es ist mir unmöglich, diesen Standpunkt anzuerkennen, und ich sehe mich daher gezwungen, mit meinem amerikanischen und meinem französischen Kollegen die Ausgabe besonderer Instruktionen und einer besonderen Währung zu veranlassen, damit die Interessen der deutschen Bevölkerung meines Sektors gewahrt bleiben.


B.H. ROBERTSON

Quelle:
Schreiben des britischen Militärgouverneurs an den sowjetischen Militärgouverneur vom 23. Juni 1948 über die Währungsreform in Groß-Berlin, aus: Dokumente zur Berlin-Frage, Bd. 1, S. 70 f.