Pferdefuhrwerke
       
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Eine Reise durch Ostfriestland
Mitte des 18. Jahrhunderts

  Der Frankfurter Gelehrte Zacharias Conrad berichtet über seine Reise, die er von Hamburg aus über Bremen, Delmenhorst und Oldenburg nach Emden durchführte. Erschwerend wirkte sich das Wetter im März aus:
  "Ich erkundigte in dem Wirths-Haus sogleich, was wir anderen Tags auf Leer vor Weg haben würden, da wir dann sehr schlechten Trost bekamen und von sehr sehr viel Wasser hörten. Ich fragte demnach, wie dann der Weg auf Aurich und von dar auf Emden seye, hörte aber, daß es bis Aurich zwar zimlich, von dar aber auf Emden wegen Wasser nicht mehr zu kommen wäre." ...
  "Wir nahmen also den 31. Morgens früh um fünf Uhr Pferde, konnten aber mit selbigen wegen des Wassers nicht weiter als eine gute Stunde fahren bis auf eine Meyerey, Namens Holt-Gast, eine halbe Meile.
  Allhier war soviel Wasser, welches der eine Zeitlang anhaltende Nordwest-Wind aus der See, durch die Ems, und dann auch der Regen gebracht hatte, daß wir da eine starke Stunde mit Schiffen überfahren mußten, wo sonsten im Sommer ganz kein Wasser ist. Und dies konnte einmal gleich geschehen.
 

Dann weil es so stark wehte oder vielmehr stürmete und uns der Wind ganz entgegen gieng, wollte der Meyer nicht einmal überfahren, zumalen wir unsern halb verdeckten Wagen, der zuviel Wind fange, bey uns hätten.

  Wir mußten also warten, ob sich der Wind legen wollte, allein er hielt immer an. Gegen Abend aber um vier Uhr gab der Meyer vor, daß es angehen werde; wir merkten also so, daß es ihm auch viel darum zu thun gewesen, daß wir bey ihm zu Mittag speisen sollten, sonsten hätte er uns wohl Morgens schon überbracht.
  Er setzte also unsern Wagen in ein Schiff, uns selbst aber mit unserer Bagage in ein anderes, und so fuhren wir in Gottes Namen hin, und kamen ganz glücklich über in das allda gelegene grooße Dorf Dettern, eine halbe Meile, da selbst wir die Nacht bleiben mußten." ...
  "Den 1. April fuhren wir als Morgens um fünf Uhr fort, und als wir eine halbe Stunde weit waren, kamen wir bey Stickhusen, welches eine kleine Vestung ist, darin einige Holländische Soldaten lagen, an das erste Wasser, welches so breit, daß wir es kaum absehen konnten. Wir würden uns nicht hindurchgewagt haben, dafern uns die Bauern, so uns führten, nicht hoch versicherten, daß sie den Weg auf eine Handbreit überall wüßten, und dergleichen auflaufendes Wasser gar gewöhnt wären.
  Weil wir nun einen hohen Wagen und den wohl bepackt hatten, daß er so leicht nicht umfallen konnte, wagten wir es nebst Göttlicher Hilfe, kamen auch, nachdem wir eine Stunde immer im Wasser, und zu Zeiten so tief gefahren, daß es über die Räder gehen wollen, glücklich hindurch."
  aus: Zacharias Conrad von Uffenbach: Merkwürdiges Reisen durch Niedersachsen, Holland und Engelland. Frankfurt 1758. Zitiert in: Wiemann/Engelmann: Alte Wege und Straßen in Ostfriesland. Norden 1974
 
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Dr. Helmut Meschenmoser
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aktualisiert: 06.02.2006
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