Pferdefuhrwerke
       
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1830: Patriotisches Rügen eines Holsteiners über das Post- und Poststraßenwesen in Holstein

  Um 1830 war es beschwerlich in Holstein zu reisen. Die holsteinische Extrapost verkehrte 1831 zwischen Kiel und Altona nur einmal wöchentlich mit einer Diligence (Eilpostwagen). Für diese 14 Meilen lange Strecke benögtigte sie 24 Stunden. Es kam des öfteren auf Grund der schlechten Straßenverhältnisse vor, dass sie nicht schneller als eine 3/4 Meile in der Stunde fahren konnte, vorgegeben war eine Mindestgeschwindigkeit von einer Meile pro Stunde.
  Die Straßenbedingungen schildert eine Holsteiner 1830:
  "Was muß ein Fremder für Augen machen, wenn er unsere holsteinischen Heerstraßen kennenlernt. Denn die abscheulichen Umwege, auf die er überall trifft, die steinigen im östlichen, die sandigen im mittleren und die morastigen durch die Marschgegenden im westlichen Holstein, die Menge von stehenden Pfützen, von Löchern, von holperigen Stein- und Knüppeldämmen, von elenden, ebenso unwegsamen Brücken, welche uns ebenso oft in die damit überlegten Gräben hinein, als darüber hinwegführen, die lüderlich zusammengeworfenen Steinlagen, auf welchen man alles Zerklopfen der Steine den Rädern der Wagen und den Hufeisen der Pferde überläßt; die Hohlwege und Abschüsse, in und bei denen man die Pferde hinter den Wagen spannen möchte; die Sandsteppen und Moräste, in deren Tiefe die Wagen mitsamt ihren Passagieren und Pferden jeden Augenblick zu versinken drohen; die Dämme endlich, welche um ihre Bestimmung zu erreichen, noch eines zweiten Dammes bedürften - alles das muß den Fremden, der Holstein durchreist, auf den Gedanken bringen, daß er in den uncultiviertesten Gegenden in Sibirien oder in den afrikanischen Sandwüsten reise ..."
  Quelle: zit. in: Erich Staisch (Hg.): Der Zug nach Norden. 150 Jahre Eisenbahnverkehr in Schleswig-Holstein. Von der Christianbahn bis zur Elektrifizierung. Hamburg: Kabel 1994, S. 22
 
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Dr. Helmut Meschenmoser
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aktualisiert: 06.02.2006
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