Pferdefuhrwerke
       
Nahverkehr | Geschichte allgemein
 
  Verkehr in Berlin -
Geschichte des Nahverkehr
  Nahverkehr in der Stadt
1688:
12 Sänften
Mit der Zulassung von 12 Sänften begann in Berlin am 1. Januar 1688 der öffentliche Nahverkehr.
  Berlin hatte damals 17.000 Einwohner.
  Die Straßen waren für heutige Verhältnisse in einem fürchterlichen Zustand. Für die Fußgänger gab es keine gepflasterten Bürgersteige und die Straßen bestanden aus Kopfsteinpflaster. Da dieses Kopfsteinpflaster ohne festen Untergrund gesetzt wurde, waren die Straßen recht holperig.
  Es waren also keine günstigen Arbeitsbedingungen für die 24 Träger der 12 Sänften, die am 1. Januar 1688 eine Genehmigung erhielten. Die Genehmigung sah vor, sich am Schlossplatz, am Berliner Rathaus und auf dem Friedrichswerder aufzustellen.
1739:
14 Fiaker
Rund 50 Jahre später wurden die ersten Fuhrwerke für den öffentlichen Verkehr zugelassen. So nahm 1739 eine Fiakerzunft mit 14 Fuhrwerken den Fuhrdienst auf. Fiaker waren vierrädrige Zweispanner, deren Fahrgastkabinen vier Personen aufnehmen konnten und durch Riemenaufhängung gefedert wurde.
  1769 waren in Berlin 36 Fiaker zugelassen, 1795 wurde jedoch der Betrieb mangels Kundschaft wieder eingestellt.
1814: Erste Droschken-konzession 1814 erhielt erstmals der Pferdehändler Mortier aus Dessau die Genehmigung, an polizeilich bestimmten Stellen Droschken zu parken. Diese Genehmigung war mit einem exklusiven Privileg verbunden, dass erst 1837 aufgehoben wurde, so dass fortan auch andere Unternehmen den Droschkenbetrieb aufnehmen konnten.
1825: Kremser Außerhalb der Stadttore wurde 1825 dem Fuhrunternehmer Simon Kremser die Erlaubnis gegeben, seine als 'Omnibusse' bezeichneten Pferdewagen aufzustellen. Torwagen dienten der Verkehrsverbindung zu den Dörfern und Städten der Umgebung, z.B. nach Charlottenburg.
  Kremser dienten vor allem dem Ausflugsverkehr, Stadtrundfahrten und Wochenausflüge ins Umland.
  1829 gab es die ersten Bestrebungen, den innerstädtischen Verkehr durch die Gründung von Omnibusunternehmen zu verbessern.
1838:
1. Dampf-eisenbahn
Am 29. Oktober 1838 fuhr die erste Eisenbahn in Preussen von Berlin nach Potsdam. Zwischen 1841 und 1846 entstanden weitere Eisenbahnstrecken für den Fernverkehr u.a. nach Köthen, Stettin, Frankfurt/Oder, Hamburg und Magdeburg. Da jede Eisenbahngesellschaft einen eigenen Kopfbahnhof besaß, ergab sich für die Droschken und Omnibusverkehr ein erhöhtes Fahrgastaufkommen.
  Am 30. Oktober 1846 erhielt schliesslich die "Concessionierte Berliner Omnibus-Compagnie" die Genehmigung für den Betrieb von fünf Omnibuslinien.
1847:
fünf Pferde- Omnibuslinien
Als 1847 die ersten Pferdeomnibusse durch die Stadt fuhren, zählte Berlin 388.300 Einwohner.
  Aufschwung erhielt der Omnibusverkehr mit Einführung der Gewerbefreiheit, die durch ein Gesetz am 22. Juni 1861 verordnet wurde. So stieg die Anzahl der Fahrzeuge von 1860 mit 66 Fahrzeugen bis 1863 auf 393 Pferdeomnibusse.
1865:
Pferde-Eisenbahn
1865 war die Berliner Bevölkerung auf 645.100 Einwohner angewachsen. Im gleichen Jahr erwuchs den Pferdeomnibussen eine ernsthafte Konkurrenz, denn am 22. Juni 1865 wurde die erste Pferdebahn in Deutschland auf der Strecke von Charlottenburg zum Brandenburger Tor in Betrieb genommen. Betreiber war die "Berliner Pferde-Eisenbahn".
  Aus wirtschaftlichen Gründen schlossen sich die überwiegende Zahl der Berliner Omnibusunternehmer zur "Allgemeinen Omnibus-Aktien-Gesellschaft", kurz "ABOAG" zusammen. Der Betrieb der ABOAG wurde am 1. Juli 1868 mit 257 Omnibussen sowie 1089 Pferden aufgenommen.
1878:
Berlin wird Millionenstadt
Die Gründerjahre liessen die Bevölkerungszahl rasch ansteigen. Und so stieg sie 1871 auf 799.500 Einwohner, 1878 war bereits die Millionengrenze überschritten.
  Das rasche Anwachsen der Stadt machte einen Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs notwendig. Vor diesem Hintergrund wurde am 8.11.1871 die "Große Berliner Pferde-Eisenbahn-Aktien-Gesellschaft" gegründet, die am 8. Juli 1873 ihren Verkehr auf der ersten Strecke zwischen Rosenthaler Tor und der Badstraße (Gesundbrunnen) aufnahm.
  Bevorzugt wurden bei den folgenden Linien die Vororte mit der Innenstadt verbunden. Die Strecken führten nach Pankow, Dalldorf (Wittenau), Tegel, Reinickendorf, Treptow, Rixdorf (Neukölln), Britz, Tempelhof, Schöneberg und anderen Vororten.
  1896 betrieb die "Große Berliner Pferde-Eisenbahn" 45 Linien. Sie wurde 1898 umbenannt in "Große Berliner Straßenbahn".
1881: Elektrische Straßenbahn Abgelöst wurden die Pferde-Straßenbahnen durch Elektrostraßenbahnen. So fuhr am 16. Mai 1881 die erste elektrische Straßenbahn der Welt in Groß-Lichterfelde zwischen dem Bahnhof der Berlin-Anhaltinischen Eisenbahn (Lichterfelde-Ost) und der Haupt-Kadetten-Anstalt.
1902:
letzte Pferde-Straßenbahn
1897 schloss die Stadt Berlin mit der "Großen Berliner Pferde-Eisenbahn" und der "Neuen Berliner Pferdebahn-Gesellschaft" einen Vertrag, der die Elektrifizierung aller Pferdebahnlinien bis 1902 vorsah. Vereinbarungsgemäß war die Elektrifizierung 1902 abgeschlossen und am 21. August 1902 führ die letzte innerstädtische Pferdebahnlinie zwischen Weddingplatz und der Haltestelle Potsdamer Straße/Grossgörschenstraße.
1923: letzte Pferde-Omnibusse Der letzte Pferdeomnibus fuhr am 25. August 1923.
 
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Dr. Helmut Meschenmoser
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aktualisiert: 06.02.2006
  

 

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