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Lexikon Pferde + Pferdefuhrwerke | Suchen
 

Lexikon - Pferde und Pferdefuhrwerke
Aalstrich dunkler Streifen, der über die Länge des Pferderückens verläuft.
Abstammungs-nachweis Nachweis über die Abstammung, der über ein anerkanntes Zuchtbuch erfolgen muss. (->Stammbuch)
Abzeichen kleinere und große weiße Zeichnungen im Fell eines Pferdes, befinden sich am Pferdekopf (->Abzeichen am Kopf) oder an den Beinen (->Abzeichen an den Gliedmaßen).
Abzeichen am Kopf

Abzeichen am Pferdekopf sind immer unterschiedlich. Keine zwei Pferde werden die gleichen Abzeichen haben. Unterschieden wird zwischen Stern, Schnippe, Blesse und Laterne, die auch kombiniert auftreten können:
- Stern: weißer Fleck auf der Stirn
- Schnipse: weißes Abzeichen zwischen den Nüstern
- Blesse: Abzeichen, dass von der Stirn bis zur Nase verläuft
- Laterne: Abzeichen, dass über den Augen beginnt und bis zu den Nüstern und zum Mund verläuft.
Ein Pferd wird als Milchmaul bezeichnet, wenn es eine weiße Schnauze hat. Wenn rund um das Maul Flecken zu sehen sind, spricht man von einem Krötenmaul. Schließlich gibt es noch Pferde mit fleischfarbigen Maul. Ein Mehlmaul findet sich beispielsweise bei Exmoor-Ponys, bei denen sich cremefarbige Haare rund um Nüstern und Maul befinden.

Abzeichen an den Gliedmaßen An den Gliedmaßen gibt es sehr unterschiedliche Arten von Abzeichen. Es gibt sogenannte weiße und halbweiße Füße, Fesseln, Ballen, Kronen, Zebrastreifen und außerdem können die Hufe hell sein.
Achse Aufhängevorrichtung und Drehpunkt der Räder. Die Achsen von Pferdefuhrwerken wurden erst im 19. Jahrhundert aus Metall gefertigt, vorher aus Holz. Die Holzachsen waren weniger belastbar, so dass es bei Überlastungen zu Achsenbrüchen kam.
Adel Sehr gute Leistungsfähigkeit und Erscheinung eines Pferdes und einer Pferderasse als Ergebnis einer anerkannten Abstammung und erstklassiger Ausbildung.
Aktion Beinhaltung eines Pferdes und die Art seiner Fortbewegung bei verschiedenen Gangarten.
Albino weißes Pferd, dass von Geburt an seine weiße Haarfarbe hat. Im Gegensatz dazu hellt beim 'normalen' Schimmel die Haarfarbe erst mit der Zeit auf, sie werden graufarbig geboren. Bei Albinos handelt es sich um einen angeborenen Pigmentmangel, also ein Mangel an Farbkörpern. Deshalb bleibt das Fell und die Haut dieser Tiere weiß, die Augen rot. Albinos sind lichtscheu. Wissenschaftlich betrachtet liegt eine Genmutation vor.
Alter Pferde können bis zu 20 Jahre alt werden. Das Alter lässt sich u.a. durch das Gebiss bestimmen. Mit viereinhalb Jahren sind die Milchzähne durch sechs bleibenden Schneidezähne ersetzt. Im zehnten Lebensjahr erscheint am Zahnfleisch der oberen Zähne der Einbiss, der in den folgenden Jahren wieder verschwindet.
Alte Pferde lassen oft ihre Unterlippe hängen, haben einen kahlen Schweif, schlaffe Haut und einen Senkrücken. Es zeigen sich graue Haare.
Anspannen Zum Anspannen der Zugpferde steht der Wagen mit angezogener Bremse bereit. Die bereits aufgeschirrten Pferde treten langsam und vorsichtig zur Deichsel hin zurück. Nach der Führung der Innenleinen werden die Deichselketten befestigt.
Anspannungsstil Als Anspannungsstil wird eine Kombination von Pferdetyp, Geschirr und Wagentypen bezeichnet.
Heute sind in Europa hauptsächlich englische und ungarische Anspannungen bei Schauwettbewerben üblich.
Englische wie ungarische Anspannung unterscheiden sich zudem durch die Stadt- oder Parkanspannung von der schlichteren Landanspannung.
- Englische Anspannung
Zwei- oder vierrädrige Kutsche, mit gepflegten und eleganten Pferden. Hohe, schwere englische Wagentypen in dunklen Farben werden mit englischen Fahrleinen und Bogenpeitsche kombiniert. Oft wird ein schwarzes Kumtgeschirr mit Fahrkandare und Ketten-Aufhalter mit stahlpolierten, ovalen Gliedern verwendet.
- Landanspannung
Jagdwagen wird mit einem Brustblattgeschirr kombiniert. Die Landanspannung zielt auf Sicherheit und ist deutschen Ursprungs. Unterschieden werden zudem Einspänner und Mehrspänner. Einspänner sind Gespanne mit einem Pferd. Dies können zwei und vierrädrige Pferdewagen sein. Mehrspänner sind meist kombiniert mit vierrädrigen Wagen.
Aufgalopp Vor Beginn eines Rennens werden Pferde im Galopp vorgestellt.
Aufschirren Anlegen des Geschirrs, dass vor dem Anspannen erfolgt. Angelegt wird entweder ein Brustblattgeschirr oder ein Kumtgeschirr.
Aufziehtrense Um zu verhindern, dass das Pferd in der Bewegung 'kippt', werden bei der Aufziehtrense die rund gearbeiteten Backenstücke durch die Trensenringe geführt und mit den Trensenzügeln durch Schnallen verbunden.
Auskeilen wenn ein Pferd mit den Hinterbeinen ausschlägt. Pferde sind sehr ängstliche Tiere, wenn ein Pferd von hinten erschreckt wird, keilt es aus.
Backenzähne ausgewachsene Pferde haben 24 Backenzähne, je sechs auf jeder Seite des Ober- und Unterkiefers.
Behang Haare an den Beinen, vor allem bei Kaltblutpferden, auch als Kötenzopf oder Kötenbehang bezeichnet.
Belastung Um die Zugtiere zu schonen sind zwei unterschiedliche Gesichtspunkte zu beachten, Gangart sowie die Zuglast.
Für das Pferd ist eine ruhige und gleichmäßige Fahrweise wichtig, Schritt und Trab sollten regelmäßig gewechselt werden.
Lange Ausfahrten sind besser als kurze Trabfahrten.
Regelmäßige Ruhepausen sind notwendig.
Ungefähr einen Kilometer vor dem vorgesehenen Rastplatz sollte in den Schritt übergegangen werden, damit das Pferd bzw. die Pferde zur Ruhe kommen können.
Die Ermittlung des Zuggewichtes ist abhängig von der Fahrbahn bzw. dem Straßenbelag sowie von der Kraft des Pferdes.
Hierzu Faustregeln:
- auf befestigten Wegen mit hartem Belag kann das Pferd das dreifache seines eigenen Gewichts ziehen.
- Auf Sand- und Schotterwegen rechnet man hingegen das zweifache Gewicht des Pferdes.
- In den Bergen oder auf hügeligen Wegen sollte das Pferd höchstens eine Zuglast ziehen, die seinem Eigengewicht entspricht.
Beschlagen Die Hufe eines Pferdes sollten mit Hufeisen beschlagen werden.
Dazu sind Hufeisen, Hufnägel und die Werkzeuge des Hufschmieds erforderlich.
Zunächst entfernt der Hufschmied das alte Hufeisen. Dazu werden mit einer Nietklinge die im Huf versenkten Nagelenden gehoben und mit der Abreisszange das alte Eisen gelockert und gelöst. Anschließend wird der Huf für das neue Hufeisen vorbereitet, in dem nachgewachsenes Horn abgeschlagen wird. Ein neues Hufeisen wird angepasst. Soweit es nachbearbeitet werden muß, wird es in einer Esse glühend heiß erhitzt und auf dem Amboss mit dem Hammer in Form gebracht. Nach dem Abkühlen wird es angenagelt. Die Nagelenden werden mit der Zange abgekniffen und die Enden nachgezogen. Schließlich wird der Huf nachgeraspelt.
Blesse Weißes Abzeichen am Kopf, Nasen- oder Stirnfleck beim Pferd.
Bockhuf vererbter Huffehler, bei dem es sich um eine zu steile Stellung des Hufes handelt.
Brandmauke schwere Entzündung der Haut, meist in der Fesselbeuge. Es handelt sich um eine ansteckende Krankheit, die durch Bakterien hervorgerufen wird.
Brandzeichen Markierung im Fell des Pferdes, das seine Herkunft angibt. Jedes Gestüt hat ein eigenes Brandzeichen, dass zusammen mit dem Abstammungsnachweis die Zuchtrichtung belegt. Brandzeichen weden durch Erhitzen eines Siegeleisens und durch das anschließende Einbrennen in das Pferdefell erstellt.
Bügeln nach außen gerichtete fehlerhafte Bewegung der Vorderbeine beim Schritt.
Dämpfigkeit andauerndes Leiden eines Pferdes an schweren Atembeschwerden. Dieses Leiden gehört zu den sogenannten Haupt- bzw. Gewährsmängeln und lässt auf eine ernsthafte Erkrankung der Lunge oder des Herzens schließen. (auch als Dampf bezeichnet)
Deichsel Zug- und Lenkvorrichtung an von Zugtieren gezogenen Fahrzeugen, auch 'Zugstange'. Verb: deichseln für 'Richtung geben, geschickt durchführen'
Domestikation lange zurückliegender Prozess, bei dem Wildpferde an den Menschen gewöhnt und zu zahmen Haustieren wurden.
Dressur

Wenn Menschen Pferden etwas beibringen dressieren sie sie. Beim Dressieren lernt das Pferd ein bestimmtes Verhalten. Dressur erfolgt durch Belohnung von erwünschten Verhalten. Dass Schlagen und Misshandeln von Pferden ist bei der Dressur verboten.
Beim sogenannten Dressursport werden Pferden eine Reihe anspruchsvolle Kunstfiguren beigebracht, die bei Sportveranstaltungen vorgeführt und von Preisrichtern bewertet werden.

Droschke Mietkutsche, Taxi. Entlehnung aus dem russischen "drózki" im Sinne von 'leichter Kutschwagen' mit einer 'Verbindungsstange zwischen Vorder- und Hinterachse des Wagens'. Wagenform und Bezeichnung wurde zuerst Ende des 18. Jhds. bei den Deutschen im Baltikum und in St. Petersburg nachgewiesen, später in Berlin heimisch und verbreitet sich im 19. Jh. im deutschen Sprachraum.
Druse Katarrh der Luftwege, bei dem sich die Schleimwege entzünden, ansteckend.
Dummkoller unheilbare Gehirnerkrankung des Pferdes, gehört zu den Gewährsmängeln.
Eigenschaften des Pferdes Pferde sind Herdentiere, sie fühlen sich in einer Herde am wohlsten. Sie sind Vegetarier und Fluchttiere. Sie ergreifen die Flucht, um Raubtieren zu entkommen. Zur Nahrungsbeschaffung haben Pferde ursprünglich große Entfernungen zurückgelegt.
Es sind Bewegungstiere, die immer wieder kleine Portionen Pflanzen fressen.
Dabei haben Pferde feste Gewohnheiten. Nach einer Art "innere Uhr" pflegen sie Zeiten, um an bestimmten Orten Gewohnheiten nachzugehen. Sie zeigen dabei ein relativ ausgezeichnetes Gedächtnis.
In der Herde haben Pferde eine strenge Rangordnung. Die Rangordnung bestimmt auch, in welcher Reihenfolge die Pferde laufen und wo sie fressen. Dies ist auch bei mehrspännigen Pferdefuhrwerken zu beachten.
Zu den typischen Geräuschen gehört das 'Wiehern'
Die Stimmung eines Pferdes kann man am Ohrenspiel erkennen.
Equiden lateinische Wortherkunft is equus zu deutsch Pferd. Zur systematischen Familie der Pferde gehören u.a. auch Esel, Onager und Zebras.
Fahrprüfung In einigen Ländern ist für das Führen eines Pferdewagens eine Fahrprüfung erforderlich. Diese umfasst eine theoretische sowie eine praktische Prüfung.
Zum theoretischen Teil gehören Fragen zur Pflege und Versorgung des Pferdes, zum Geschirr und über Verkehrsregeln.
Außerdem muss vor dem praktischen Teil ein Pferd aufgezäumt und angespannt werden.
Der praktische Teil findet im normalen Straßenverkehr statt. Dazu muss das Pferd eine halbe Stunde im Schritt und im Trab den Wagen ziehen.
Fahrtechniken und Handhaltungen - Grundhaltung
In der Grundhaltung wird die Peitsche in der rechten Hand vor der linken Hand geführt. Beide Leinen laufen in der linken Hand. Die linke Leine läuft über den Zeigefinger, die rechte Leine zwischen Mittel- und Ringfinger durch die Hand. Die Peitsche weist nach oben und dabei leicht vorwärts nach links.
- Gebrauchshaltung
In der Gebrauchshaltung bleibt die linke Hand wie bei der Grundhaltung. Auf geraden Strecken fährt man beidhändig und so entlastet die rechte Hand die linke durch Verlängerung oder Verkürzung der Leine.
- Verlangsamung des Tempos
Zur Verlangsamung des Tempos wird die Leine zentimeterweise verkürzt.
- Anhalten
Zum Anhalten greift die rechte Hand 25 cm vor und wird langsam angezogen.
- Vorwärtsgehen
Wenn man mit den Händen nachgibt und die Leine verlängert, dann gehen die Pferde vorwärts. Dies wird durch vorwärtstreibende Kommandos verstärkt.
Reichen die Ausrufe nicht, kann die Anweisung durch kleine 'Peitschenhilfen' verstärkt werden.
Die Peitsche ist jedoch nicht zum Schlagen da, sondern ausschließlich dafür vorgesehen, um dem Pferd Anweisungen zu geben.
Fessel reicht am Pferdebein vom Huf bis zum Fesselgelenk.
Fesselgallen Anschwellungen im Bereich der Beugesehnen. Diese Anschwellungen werden mit Bandagen und Massage geheilt.
Fiaker Fiaker waren viersitzige, in Riemen hängende Wagen, die in Berlin ab 1739 im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt wurden. 1795 wurde der Betrieb eingestellt und 1814 wurden stattdessen Droschken zugelassen.
Flehmen Pferde haben im Rachenraum ein spezielles Organ zur Geruchswahrnehmung. Flehmen ist die intensive Aufnahme eines Geruches mit diesem Organ.
Fohlen Junges Pferd, bis zu zwei Jahre alt. Mit einem Jahr werden Fohlen als Jährlinge bezeichnet.
Format Verhältnis der Rumpflänge zur Widerristhöhe, die mit Stockmaß gemessen wird. Einzelne Rassen wie Geschlechter unterscheiden sich durch das Format: Stuten sind meist langrechteckig, Hengste quadratisch oder hochrechteckig.
Fuhre Fahrt, Transport mit Wagen, Wagenlast. Sinnverwandt sind Fuhrmann für 'Lenker einer Fuhre, Pferdeführer', Fuhrpark für 'Gesamtheit der Fahrzeuge eines Fuhrbetriebes' und Fuhrwerk 'Fahrzeug mit Zugviehbespannung'.
Fundament Bau der Gliedmaßen eines Pferdes im Verhältnis zum Skelett. Das Fundament sollte harmonisch sein, nicht zu leicht oder zu breit und tief mit nicht zu langen Beinen.
Fußräude von Parasiten hervorgerufene Hauterkrankung an den Hinterbeinen.
Futter Unterschieden werden:
- Kraftfutter: Hafer oder Fertigfuttermischung
- Mash: Futtermischung aus Weizenkleie, Hafer und Leinsamen. Wird mit kochendem Wasser übergossen, angerührt und lauwarm vorgesetzt.
- Mineralfutter: Fertigfuttermischung zur Vitamin- und Mineralstoffversorgung.
- Raufutter: Heu und Stroh
- Saftfutter: Gras, Möhren und anderes Frischfutter
Falsche Fütterung führt u.a. zu Futterrehe
Futterrehe Lahmheit, insbesondere der Vorderfüße infolge von Überfütterung oder Fütterung mit zu frischem Hafer, Gerste, Roggen, Weizen sowie Kleie.
Galopp xxxxxxxxxxxxxxxxxx
Gangarten Art, wie sich ein Pferd bewegt. Drei Hauptgangarten werden unterschieden:
- Schritt
- Trab
- Galopp
Darüber hinaus werden noch weitere besonderte Gangarten unterschieden: Tölt und Pass.
Gaul altes, minderwertiges, 'schlechtes' Pferd, auch: 'Mähre'
Gebäude Form des Pferdekörpers. Gut ist ein Gebäude, wenn das Pferd ausgewogene Proportionen hat, d.h. die Gestaltung der Körperteile gut zu einander passt.
Von Gebäudefehlern spricht man, wenn z.B. das Pferd einen 'überbauten' Körper hat.
(zum Körperbau -> Format)
Geschirr Ausrüstung des Zugpferdes für das Gespann.
Unterschieden wird zwischen Brustblattgeschirr und Kumtgeschirr.
Das Brustgeschirr besteht aus Halsriemen, Brustblatt, Zugstränge, Gurte und Leinenaugen. Das Brustblatt befindet sich mit den Zugsträngen und Halsriemen am Hals und der Brust des Pferdes, um die Mittelhand ist der Rückenriemen sowie der Bauchriemen geschnallt. Um die Hinterhand werden Schweifriemen und Umlaufriemen gelegt.
Das Kumtgeschirr entspricht dem Prinzip der englischen Anspannung und bietet größere Auflageflächen als das Brustblattgeschirr. Es eignet sich deshalb besser für schweren Zug, wobei als Zugelement vor der Brust ein sogenanntes Kumt auf der Schulter- und Halspartie befestigt wird.
Ein Kumtgeschirr muss für jedes Pferd speziell angepasst werden, da es nicht verstellt werden kann. Damit das Kumt der Anatomie des Pferdes entspricht und gut auf Hals und Schulter aufliegt, muss es eine birnenähnliche Form haben. Zur Polsterung kann unter dem Kumt ein Unterkumt angepasst werden.
Wie beim Brustblattgeschirr dient auch beim Kumt eine umlaufende Bauchgurtkonstruktion der Fixierung der Zugstränge.
Gestüt Zuchtstätte für Pferde. In Deutschland gibt es einige Staatsgestüte.
Gewährs-mangel Krankheiten, die beim Verkauf eines Pferdes dem Käufer angezeigt werden müssen. Zu diesen, auch als Hauptmängel bezeichneten Krankheiten gehören Dummkoller, Dämpfigkeit, Pfeifen des Kehlkopfes, Rotz, chronische oder periodische Augenentzündung und Koppen.
Gewicht von Pferden Einige Durchschnittswerte der Gewichte:
- Reitpferd/Zugpferd mit Stockmaß 162 - 165 cm wiegt 550 - 650 kg
- leichtes Warmblutpferd mit Stockmaß 160 cm wiegt 450 - 550 kg
- Reitpony wiegt 300 - 400 kg
Gurtentiefe Entfernung zwischen Widerrist und Brustbein. Bei großer Gurtentiefe ist für Herz und Lunge genügend Platz vorhanden.
Halfter Zaumzeug (ohne Gebissstange) zum Halten eines Pferdes. Verb.: 'halftern' für 'ein Halfter anlegen', 'abhalftern' für 'das Halfter abnehmen'.
Hammel-schwanz herabhängender Schweif. Infolge von Lähmungen kann das Pferd den Schweif nicht mehr kraftvoll heben.
Hechtgebiss Fehlerhafte Stellung des Gebisses, bei dem die Zähne des Unterkiefers vor denen des Oberkiefers stehen.
Hengst männliches, unkastriertes Pferd. Ein kastriertes männliches Pferd wird hingegen als Wallach bezeichnet.
Hilfen

verschiedene Mittel mit denen die Reiterin oder der Reiter dem Pferd Kommandos gibt. Unterschieden wird zwischen
- Gewichtshilfen,
- Zügelhilfen,
- Kreuzhilfen,
- Schenkelhilfen, außerdem können Kommandos durch die
- Stimme ausgedrückt werden.
(-> Dressur)

Hinterhand Körperteile des Pferdes, die sich hinter der Hand des Reiters befinden: Kruppe, Becken, Schweif und Hinterbeine.
Hornspalt Spaltung des Hufhorns.
Huf Mit Horn überwachsene Zehenenden der Huftiere. Das Horn wächst nach. Zum Schutz der Hufe werden diese bei Nutzpferden mit Hufeisen beschlagen.
(->Hornspalt)
Hufeisen Hufeisen schützen den Tragrand des Hufes, das aus Horn ist. Ohne Hufeisen würde der Tragrand auf harten und steinigen Wegen schnell abreiben.
Hufeisen können auch Fehlstellungen der Hufe ausgleichen.
Hufe und Hufeisen müssen regelmässig vom Hufschmied kontrolliert und gewechselt werden.
Das Anbringen eines neuen Hufeisens wird als Beschlagen bezeichnet.
Hufkratzer hakenförmiges Instrument zum Säubern der Unterseite des Hufes, zwischen dem Hufeisen.
Hufschmied Fachmann für das Beschlagen und die Hufpflege.
Hufschmied ist ein Ausbildungsberuf, zu dem Geschick, Einfühlungsvermögen und Kraft nötig ist.
Hunter (engl. für Jäger) Pferdetyp, der vor allem für Jadgreiten geeignet ist.
Joch Querbalken. Teil des Geschirrs für Rinder, das über Stirn oder Nacken liegt und für Gespanne zum Transport von schweren Lasten genutzt wird.
Kalesche Kutschwagen. Leichter vierrädriger Einspänner (seit 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts nachgewiesen. Wortherkunft vermutlich aus dem tschechischen oder polnischen).
Kaliber Verhältnis von Gewicht zu Größe, präziser zur Knochenstärke und Bemuskelung.
Kaltblutpferd Im Gegensatz zu Vollblutpferden sind Kaltblüter schwer gebaute Pferde, die als Zugpferde in der Landwirtschaft oder für Kutschen gut geeignet sind.
Kandare Zaumzeug zum strengen Zügeln des Pferdes.
Karosse Prunkwagen bzw. Staatskutsche, der von Pferden gezogen wird. Im 17. Jhdt dem französischen "carrosse" oder älter dem lat. "carrus" (Wagen, Karren). Im 20. Jhdt. verbreitete sich die Bezeichnung Karosserie für einen Oberbau, der sich auf dem Fahrgestell eines Kraftwagens befindet.
Karre Einfaches, ein- bzs vierrädriges Fahrzeug zum Schieben oder Ziehen von Lasten. Heute umgangssprachlich auch abschätzige Bezeichnung für 'altes Fahrzeug'.
Heute selten ist die Ableitung 'Kärrner', die ursprünglich im Sinne von 'Fuhrmann' für umherziehende Hausierer (Karrenschieber) verwendet wurde. Heute wird die zusammengesetzte "Kärrnerarbeit" sinngemäß für 'harte, wenig geachtete Arbeit' verwendet.
Kavallerie Militärische Waffengattung, die aus berittenen Truppen besteht (seit Ende des 16. Jhdt im Militärwesen verwendet).
Klepper Verbrauchtes, dürres, minderwertiges Pferd.
Knute Riemenpeitsche, ursprünglich Knotenpeitsche, im 17. und 18. Jhdt. auch 'Knuttpeitsche'.
Koppel Ursprünglich eine Verbindung, Strick oder Riemen zur Befestigung eines Zugtieres, ferner ein gemeinsam genutztes eingezäuntes Landstück bzw. Weideland. Verb. 'koppeln' gebräuchlich im Sinne von 'Tiere mit Riemen aneinanderbinden', bei Fahrzeugen 'beweglich miteinander verbinden' (den Wagen ankuppeln).
Konkaves Profil Nasenlinie, die von der Seite leicht nach innen gewölbt ist. Bei Araberpferden bezeichnet man dies als "Araberknick".
Kopfgestell Zugpferde haben ein Kopfgestell. Dazu gehören Kopfstück, Kehl- und Nasenriemen, Backenstücke, Scheuklappen, Blendriemen. Außerdem als Gebiss eine Kandare. Die Hebelwirkung des Gebisses kann zudem durch eine Kinnkette verstärkt werden.
Kremser Von Pferden gezogener vielsitziger Mietwagen mit Verdeck, benannt nach dem Berliner Hofagenten Kremser. Kremser erhielt in den 20er Jahren des 19. Jhdts. die Genehmigung, solche Kutschen am Brandenburger Tor aufzustellen und nach Bedarf fahren zu lassen. Sie wurden vor allem für Ausflüge genutzt. Heute sind "Kremserfahrten" beliebte Grupenfahrten mit Pferdefuhrwerken in das Berliner Umland.
Kreuzung Pferd, dessen Eltern verschiedenen Rassen oder Pferdetypen zugeordnet werden. Durch Kreuzung können neue Pferdetypen gezüchtet werden.
Kruppe Erhöhter Teil des Kreuzes eines Pferdes, also des Pferderückens. Ableitung von 'kruppa' im Sinne von Krümmung, Rundung, Ausbiegung.
Als 'abgeschlagene Kruppe' wird eine schräg nach hinten und nach unten abfallende Kruppe bezeichnet.
Kummet, Kumt Teil des Geschirrs, um den Hals des Zugtieres liegender gepolsterter Bügel.
kuppeln Ursprünglich im Sinne von 'mit Riemen aneinanderbinden', dann 'beweglich miteinander verbinden' mit Bezug auf Fahrzeuge und Wagen. Kupplungen sind lösbare Verbindungen (19. Jhdt).
Kutsche Von Pferden gezogener Verdeckwagen für Personen, auch als Reisewagen verwendet.
Verwandt dazu sind die Wörter Kutscher und kutschieren.
Ein Kutscher ist jemand, der eine Kutsche fährt und Wagen sowie Pferde betreut.
Mit 'kutschieren' ist das fahren mit einer Kutsche gemeint.
Kutschpferd Zugpferd, dass auf Grund seines kräftigen Körperbaues schwere Kutschen und landwirtschaftliche Gespanne ziehen kann. (->Kaltblutpferd).
Landauer Viersitzige Kutsche mit klappbarem Verdeck (18. Jhdt.). Von der Wortherkunft nicht gesichert ist die Ableitung im Sinne von 'in Landau gefertigt'.
Leinen Bei einem Einspanner hat die Leine eine Gesamtlänge von 4,30 Meter, deren beiden Enden links und rechts zum Steuern dienen. Bei Viergespannen messen die Vorderleinen 7,10 bis 7,20 Meter, die Fahrleinen für Sechsergespanne sind 10,20 Meter lang.
Leiterwagen Pferde- oder Handwagen mit leiterartigen Seitenteilen (17. Jhdt). Leitern sind Geräte mit Sprossen verbundene Längsstangen (Holmen), so dass die in Holmen gefassten Sprossen kennzeichnend für Leiterwagen sind.
Lende Teil des Pferderückens, direkt vor der Kruppe.
Maulesel Ein Maulesel wird durch Kreuzung von Eselhengst und Pferdestute erzeugt.
Maultier Im Gegensatz zum Mauleseln wird das Maultier durch Kreuzung von Pferdehengst mit Eselstute erzeugt.
Nabe walzenförmiges Mittelteil des Rades, auch Radnabe. Die Nabe wird auf die Achse befestigt. Die Nabe ist durch die Speichen in der Felge zentriert.
Nüstern Nasenlöcher des Pferdes.
Ohrenspiel Mit ein wenig Routine kann man am Ohrenspiel die Stimmung des Pferdes erkennen:
- Sind die Ohren nach vorne gestellt, ist dies ein Zeichen für eine gute Stimmung.
- Sind die Ohren allerdings flach angelegt, deutet dies eher auf schlechte Laune.
Omnibus Anfang des 19. Jhdts. aus dem frz. (omnibus) übernommene Bezeichnung für ein Fuhrwerk zur Personenbeförderung, dass für jedermann nutzbar ist. Die Bezeichnung soll durch das Reklameschild Omnes omnibus des französischen Kaufmanns Omnes angeregt worden sein. Der Fuhrwerksbesitzer Baudry wurde dadurch 1825 zur entsprechenden Benennung seiner Fahrzeuge angeregt. Bis Mitte des 19. Jhdts. bezieht sich die Bezeichnung auf frz. Verhältnisse, danach über Berlin rasch allgemein in Deutschland verbreitet. Die Kurzform Bus verbreitet sich zuerst in England (19. Jhdt.), Anfang des 20. Jhdt. auch in Deutschland und Frankreich, später in Zusammensetzungen wie Autobus usw.
Peitsche Schnur an einem langen Stiel. Gerät zum Wagenlenken.
'Peitschenhilfe' Grundsätzlich sollte die Peitsche nur sparsam eingesetzt werden, wobei es verschiedene Arten von Anweisungen mit der Peitsche gibt:
- wenn die Leine verlängert wird, soll die Peitsche die Erhöhung des Tempos erhöhen.
- wenn die Leine nicht verlängert wird, soll beispielsweise der Übergang vom Trab in den versammelten Trab angeregt werden.
- als Strafe.
Um zu vermeiden, dass das Pferd wegstürmt, muß dabei die Leine gut festgehalten werden.
Falls die Strafe zu spät erfolgt, kann das Pferd seinen Ungehorsam nicht "verstehen", so dass die Bestrafung keine korrigierende Wirkung hat.
Pferdestärke Abkürzung PS. Einheit für die Leistung eines Kraftfahrzeugmotors. Heute wird treffend die Leistung in Kilowatt (kw) angegeben.
Pferdetypen Pferde werden in mehreren Typen unterschieden, z. B. nach Funktionen wie Zugpferde, Reitpferde, Springpferde oder nach Kaltblutpferden und Warmblutpferden usw.
Pony Kleine Pferderasse, auch Zwergpferd.
Protze Zweirädriges Wagengestell (15. Jhdt), in der 2. Hälfte des 19. Jhdt. zweirädriger Munitionswagen, an den ein Geschütz angehängt wird. Solche Gespanne werden heute selten zum Transport von Särgen bei Staatsbegräbnissen genutzt.
Quadriga vierspanniger Kampf- und Jagdwagen, auch Streitwagen im Alten Orient, Rennwagen der Griechen und Römer, bei den Römern auch Wagen des Triumphators.
Eine Quadriga ist auf dem Brandenburger Tor dargestellt.
Rad Kreisrunde Teile, die auf einer Achse befestigt sich um ihren Mittelpunkt drehen. Bei einem Fahrzeug ermöglichen sie die Fortbewegung. Im Westgermanischen seit 8. Jhdt. nachgewiesen.
ramsköpfig Nasenlinie, die leicht nach oben gewölbt ist.
Rappe Schwarzes, meist edles Pferd. Bezeichnung ist seit dem 16. Jhdt. üblich, geht zurück auf mittelhochdeutsch 'Rabe' und bedeutet eigentlich 'Pferd, so schwarz wie ein Rabe'.
Friesen sind meist Rappen.
Rasse Pferde werden verschiedenen Rassen zugeordnet. Wenn Pferde oder Ponys von denselben Vorfahren abstammen, gehören sie der gleichen Rasse an. Die Entwicklung einer neuen Rasse kann Jahrzehnte dauern.
reinrassig ein Pferd, dessen Vorfahren derselben Rasse angehören und dies seit vielen Generationen durch ein Zuchtbuch nachgewiesen werden kann.
reiten sitzend auf einem Tier sich in schaukelnder oder schwingender Form fortbewegen.
Reiter sind Personen, die sich auf einem Reittier fortbewegen. Bereiter: Berufsbezeichnung für Ausbilder, Zureiter von Reitpferden.
Retourkutsche Bezeichnung für eine Kutsche, die für die Hin- wie die Rückfahrt benutzt wird (19. Jhdt).
Rist Beim Pferd der Übergang vom Hals zum Rücken, also das Halsgelenk an der Schulter.
Ross Alte Bezeichnung für Pferd (8. Jhdt.), es handelte sich im späteren Sprachgebrauch vor allem um wertvolle, edle Pferde.
Rumpf mittlerer Teil des Pferds, dort wo die Rippen sitzen.
Runge Stange bzw. Rundholz, das über der Radachse eines Wagens zur Stützung der Wagenleiter (siehe Leiterwagen) oder Seitenbretter angebracht wurde.
Sänfte Kastenartiges, tragbares Sitzgestell zur Personenbeförderung (8. Jhdt.).
Sattel Sitzvorrichtung auf Reittieren, erfunden um 800 von Reitervölkern. 'Sattler': Berufsbezeichnung für Hersteller von Sätteln und Reitzeug (um 12. Jhdt).
Scheuklappen Sichtblenden, die seitlich der Augen bei Pferden angebracht vor allem bei Zwei- und Mehrspännern verwendet werden, um das Erschrecken zu vermeiden und dadurch Gefahren für die Fahrgäste zu vermindern.
Scheuklappen sollen die Sicht nach hinten verwehren, nach vorne behindern sie die Sicht nicht.
Schimmel Schimmel kommen immer dunkel zur Welt und werden im Laufe der Zeit heller. Unterschieden werden sogenannte veränderliche und unveränderliche Schimmel. Ein unveränderlicher Schimmel behält die Farbe, die er als heranwachsendes Pferd ausgebildet hat, ein veränderlicher Schimmel hellt sich im weiteren Lebenslauf weiter auf.
Je nach Farbe und Form der dunkleren Fellfärbungen werden unterschieden:
- Grauschimmel,
- Braunschimmel,
- Fliegenschimmel,
- Apfelschimmel,
- Schwarzschimmel und
- Rotschimmel
Weiß, aber nicht zu den Schimmeln zählen Albinos.
schirren Ein Pferd vor den Wagen spannen, das Riemenzeug auflegen und mit der Deichsel verbinden. Heute üblich: anschirren.
Schirrmeister: Berufsbezeichnung für einen Verwalter von Pferden und Wagen (16. Jhdt.)
Schritt xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Schwager Bezeichnung für einen Postillion, Kutscher einer Postkutsche. Der Ausdruck wurde im 16. Jhdt. als vertrauliche Anrede, in der Studentensprache bes. als Anrede des Nichtakademikers (18. Jhdt.) und in diesem Sinne üblich für den Kutscher genutzt.
Sinnesorgane Das Gehör von Pferden ist wesentlich besser als beim Menschen entwickelt. Die beweglichen Ohren nehmen fortwährend Geräusche wahr und spielen bei der Orientierung eine wichtige Rolle.
Auch der Geruchssinn ist stark ausgeprägt. Pferde können am Geruch ihre Artgenossen erkennen und vergessen diesen Geruch auch nicht. Futter oder Wasser wird mit dem Geruchssinn geprüft. Wenn etwas nicht stimmt, rühren sie es nicht an.
Der Geschmackssinn hilft bei der Unterscheidung von giftigen Pflanzen. Pferde haben Vorlieben für süssen Geschmack, obschon Zucker ihnen schadet. Gerne lecken Sie an Salzblöcken.
Ihr Gefühlssinn ist so empfindlich, dass sie sogar Fliegen auf ihrer Haut wahrnehmen.
Mit ihren Tasthaaren an Unter- und Oberlippe können sie die nächste Umgebung ertasten.
Das Sehvermögen weist Besonderheiten auf, die sich durch die Anordnung der Augen ergeben. Durch die seitlich am Kopf vorhandenen Augen ist beinahe ein Rundblick möglich.
Allerdings gibt es direkt vor und direkt hinter dem Pferd "blinde Zonen". Pferde sind weitsichtig, sie können einige hundert Meter weit sehen. Jedoch können sie keine Tiefe wahrnehmen, weshalb beispielsweise ein Schatten großen Schrecken bewirken kann.
Spurbreite Abstand zwichen den Hinterrädern der Kutsche. In Deutschland gab es unterschiedliche Spurbreiten.
Stammbuch Register, in dem die Abstammungen der Pferde mit Abstammungsurkunden verzeichnet sind. Zuchtverbände führen für ihre Rassen Stammbücher, die auch als Zuchtbücher bezeichnet werden.
Stockmaß Höhe eines stehenden Pferdes, gemessen vom Boden bis zum höchsten Punkt des Widerrist (Wölbung am Übergang zwischen Hals und Rücken).
Strahl v-förmiges Gebilde auf der Lauffläche des Hufs beim Pferd. Der Strahl bewirkt ein Dämpfen der Stöße des Hufes auf dem Boden.
Streitwagen pferdebespannter Kriegswagen während des 2. Jahrtausends v. Chr. in der antiken Hochkultur. Streitwagen ermöglichten die überraschende Bewegung und das Kämpfen von einer höheren Plattform aus. Sie sicherten militärische Überlegenheit und verloren im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. ihre Bedeutung als kampfentscheidende Geräte.
Die Speichenräder der assyrirschen Streitwagen waren mehr als mannshoch!
Griechen und Römer nutzten Streitwagen besonders für sportliche Wettkämpfe (vgl. Quadriga)
Stute Weibliches Pferd, das älter als vier Jahre ist und Fohlen austragen kann (ethymologische Herkunft: 9. Jhdt.). Gestüt: Zuchtstätte für Pferde (16. Jhdt.)
Trab, traben beschleunigte Gangart des Pferdes.
Traber sind für Trabrennen gezüchtete Pferde, die dabei nur im Trab laufen dürfen. Ein Traber zieht im Trabrennen einen Sulky.
Trambahn auf Schienen fahrende Pferdebahn, dann Straßenbahn. Tram auch entlehnt (um 1870) aus dem engl. tramroad bzw. tramway 'Schienenweg'.
Trense Einfaches Zaumzeug aus Gebissstange und durch Ringe daran befestigtem Zügel.
Überbautes Gebäude xxxxGebäudexxx siehe auch Format
Verhalten siehe unter Eigenschaften von Pferden
Verkehrsregeln für das Fahren mit Pferdefuhrwerken
Grundsätzlich gelten die allgemeinen Verkehrsregeln der Straßenverkehrsordnung. Zu beachten ist allerdings, dass Pferdefuhrwerke relativ langsame Verkehrsteilnehmer sind.
Einige typische Zeichen für das Fahren mit Pferdegespannen:
- Wechsel der Gangart
Zur Vermeidung von Auffahrunfällen gibt der Fahrer beim Wechsel der Gangart ein Zeichen. Dazu nimmt der Fahrer vor dem Übergang von Trab in Schritt oder vor dem Halten die Peitsche in die linke Hand und hält die rechte Hand senkrecht.
- Wenden nach links
Vor dem Linksabbiegen hebt der Fahrer die Peitsche mit der rechten Hand hoch über den Kopf quer nach links. Er schaut sich deutlich nach links um.
- Wenden nach rechts
Vor dem Rechtsabbiegen nimmt der Fahrer die Peitsche in die linke Hand und streckt den rechten Arm nach rechts seitwärts. Er schaut sich nach rechts um.
- Geradeausfahren
An stark befahrenen Kreuzungen wird das Geradeausfahren durch Ausstrecken des rechten Armes nach vorne angezeigt. Die Peitsche wird währenddessen in der linken Hand gehalten.
- Beleuchtung
Nachts müssen Pferdegespanne beleuchtet sein. Dies gilt ab eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang bis zu einer halben Stunde vor Sonnenaufgang. Dazu müssen zwei Laternen außen an der rechten und linken Seite angebracht werden. Hinten sind ein rotes Rücklicht und zwei rote Reflektoren erforderlich. Empfohlen wird zudem ein dreieckiger Reflektor.
Verwilderte Pferde wild lebende Pferde, die aber von gezähmten Pferden abstammen und freigelassen wurden. (dazu im Gegensatz ->Domestikation)
Wagen Auf Rädern rollendes Fahrzeug. Bereits nachgewiesen sein dem 8. Jhdt. (Geschichte).
Wagentypen Kutschentypen
Grob unterschieden wird zunächst zwischen zwei- und vierrädrigen Pferdefuhrwerken.
Vierrädrige Wagen sind durch eine drehbare Vorderachse lenkbar.
Die Wagen unterscheiden sich zudem durch mehrere Konstruktionsmerkmale im Unterbau und Wagenaufbau.
Der Unterbau bestimmt die Fahreigenschaften.
Im Wagenaufbau finden Fahrer und Fahrgäste Platz.
Zum Wagenaufbau gehört der Kutschbock. Der Kutschbock muß dem Fahrer festen Halt bieten.
Zum Unterbau gehören verschiedene Komponenten:
- Zugvorrichtung
Die Zugvorrichtung für die Pferde befindet ist an der Vorderachse befestigt und besteht aus der Sprengwaage mit aufgesetzten Docken oder angehängten Ortscheiten. Die Sprengwaage soll nicht mehr als 10 cm über die breiteste Stelle des Wagenaufbaus hervorragen, damit der Fahrer enge Hindernisse gut abschätzen kann.
- Deichsel
Die Deichsel ist die "Lenkstange" des Pferdewagens. Eine starre "Schere" oder "Gabel" wird durch die Wendungen des Pferdes bewegt.
- Bremsen
Bremsen sind Vorschrift.
- Beleuchtung
Laternen dienen bei Dunkelheit oder Nebel der Sicherheit.
Waggon zunächst Transportbeiwagen und Kutsche, ab Anfang 19. Jhdt. verwendet für Eisenbahnwagen.
Wallach kastrierter Hengst. Wortherkunft vermutlich nach Hirten der Karpaten sinngemäß für 'verschnittener Hengst aus der Walachei'.
Warmblutpferde Pferde mit Arabern oder Vollblütern als Vorfahren. Es gibt verschiedene Warmblutrassen, die für den Reitsport aber auch als Zugtiere gezüchtet werden, z.B. Hannoveraner und das Holländische Warmblut (vgl. auch Kaltblutpferde)
Widerrist Wölbung am Übergang zwischen Hals und Rücken
Wiehern Zur "Sprache" der Pferde gehört das Wiehern, woran sich die Pferde untereinander erkennen können.
Helles, lautes und melodisches Wiehern dient der Kontaktaufnahme und ist ein Erkennungsruf.
Ein leises Wiehern in tieferer Stimmlage ist eine Art Begrüßung.
Ein helles, hohes Quietschen ist ein Warnton, den Pferde bei Nüsternkontakt mit einem Artgenossen ausstossen.
Zaum Riemenzeug am Kopf und im Maul von Zug- und Reitpferden. Es dient zum Lenken des Fuhrwerkes.
Zucht Aufziehen von Tieren. Ursprünglich wurde 'das Ziehen' als Beihilfe bei der Geburt von Haustieren, danach für die Ernährung und Pflege der Jungtiere bezeichnet. Verbreitet hat sich ein Verständnis von 'züchten' im Sinne von 'planmäßiges auswählen und veredeln von Tieren.
Zügel Lenkriemen zur Steuerung von Zug- und Reitpferden. die an das Kopfgestell angebracht sind. Verb.: zügeln - 'im Zaum halten'. Adj. zügellos - 'uneingeschränkt, undiszipliniert'
Zugpferde Pferd, dass vor einen Wagen, eine Kutsche oder andere Fuhrwerke gespannt wird. Als Zugpferde eignen sich Tiere, die sich durch entsprechenden Körperbau, kräftiger Muskulatur und Durchhaltevermögen auszeichnen.
Charakteristisch für Zugpferde sind der aufrecht gestellte Hals und der gering entwickelte Widerrist. Der Trab als wichtige Gangart sollte raumgreifend, kräftig sein.
Für schwere Fuhrwerke werden vor allem Kaltblüter verwendet. Typische Zugpferderassen sind
- Ardenner
- Belgische Zugpferde (Brabanter)
- Schwarzwälder Fuchs
- Shire
 

 

verwendete Literatur Basche, Arnim: Geschichte des Pferdes. Künzelsau: Sigloch o.J. (2002 erstanden)
  Etymologisches Wörterbuch des Deutschen.
Berlin/München 1993
  Handbuch Pferd - Zucht, Haltung, Ausbildung, Sport, Medizin, Recht. München: BLV-Verlag 5. Aufl. 2000
  Hermsen, Josée: Pferde-Enzyklopädie.
Erlangen: Karl Müller Verlag 1997
  Schwindt, Gert: Fahren mit Pferden. Stuttgart: Franckh-Kosmos 1995
   
  SW: Verkehr, Verkehrsmittel, Fuhrwerk, Pferdefuhrwerk, Kutsche, Fahrzeug, Geschichte, Tier, Arbeitstier, Nutztier, Pferd, Transport, Lexikon, Glossar, Begriffe, Biologie, Technik, Verkehrswerkstatt, Berlin, Deutschland
  

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© 2003 Verkehrswerkstatt
Dr. Helmut Meschenmoser
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aktualisiert: 06.02.2006

 

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