Das Pressearchiv bietet ausgewählte Artikel und Pressenotizen, die mit Verkehr zu tun haben. Sie sind chronologisch geordnet. Eine systematische Recherche mit der Suchmaschine wird durch die Verschlagwortung unterstützt.

Fahrrad
Pferdefuhrwerke
Hochbahn
Lastwagen
Eisenbahn
Zurück

07.04.2000 | Lübecker Nachrichten

Elektrifizierung nach Lübeck gescheitert?

Die Bahn fühlt sich von Schleswig-Holstein hintergangen

Die Verhandlungen zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Deutschen Bahn AG, wegen der längst anstehenden Elektrifizierung der Bahnstrecken Lübeck - Hamburg, drohen zu scheitern. Grund: die Bahntochter DB-ZugBus erhielt nicht den Zuschlag bei der Ausschreibung der Strecke Bad Oldesloh - Neumünster. Hier soll eine neu Gesellschaft aus AKN und Hamburger Hochbahn den Betrieb übernehmen. Götz Dietsche äußerte als Sprecher der Bahntocher ZugBus vor der Presse sein Unverständnis über die Geschäftspolitik des Landes. Seine Gesellschaft fühle sich den Interessen Schleswig-Holsteins eng verbunden und sei deshalb verärgert, wenn einerseits Strecken an die Konkurrenz vergeben werden, aber andererseits Investitionen in Millionenhöhe von ihr bei anderen Strecken erwartet würden. Die Zukunft der erfolgreichen Arbeit seiner Gesellschaft für Schleswig-Holstein stehe in Frage. Will das Land auf diese Zusammenarbeit in Zukunft verzichten, fragt sich Dietsche.

Der regionale Verkehr auf der Schiene ist Aufgabe der Länder. Diese haben die Organisation sicherzustellen. Dazu gibt es in Schleswig-Holstein die landesweite Verkehrsservicegesellschaft (LVS). Diese Gesellschaft will den Wettbewerb fördern und schreibt deshalb den Betrieb auf bestimmten Strecken öffentlich aus. Für den kommenden Winterfahrplan wird es deshalb möglicherweise einige Neuerungen geben: auf der wieder neu aufgenommenen Strecke Bad Oldesloh - Neumünster (bisher nur bis Bad Segeberg) wird der Verkehr von der AKN gemeinsam mit den Hamburger Hochbahnen übernommen. Dies wurde als Votum der Vergabekommission bekannt. Auch andere Strecken im Lande wurden an andere Anbieter vergeben.

Dietsche wies darauf hin, dass AKN und Hamburger Hochbahn als staatliche Unternehmen hoch subventioniert werden und deshalb günstiger fahren könnten. Die AKN (früher Altona-Kaltenkirchen-Neumünster Eisenbahn) gehört zu über 99 Prozent den beiden Ländern. Das Kieler Ministerium wies die Vorwürfe umgehend zurück. Die AKN fahre einfach billiger, auch wenn die Zuschüsse des Landes zum Defizit (1999 waren das für Schleswig-Holstein immerhin 12 Millionen) eingerechnet würden.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten, Autor: A. Petersen
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Personenverkehr, Nahverkehr, Infrastruktur, Ökonomie, Politik, Verkehrspolitik, Markt, Wettbewerb, Konkurrenz, Privatisierung, Ausschreibung, Kosten, Privatbahn, Liberalisierung, Deutsche Bahn AG, Elektrifizierung, Streckenausbau, Modernisierung, Lübeck, Hamburg, Schleswig-Holstein, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
Zurück