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03.06.2000 | Lübecker Nachrichten

Droht der Bahn AG die Auflösung?

Gerüchte schüren Ängste bei Beschäftigten

FRANKFURT/MAIN - Die Geschäftsführung der Deutschen Bahn AG will nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" die Beschäftigten zu Aktionären machen. Damit soll auf die immer noch schwebenden Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und der Bahn reagiert werden. Auf diese Weise könnten Aktien im Wert von über zwei Milliarden DM ausgegeben werden, dieses soll rund ein Zehntel der Aktien umfassen. Diese Summe soll, wenn die Bahn an die Börse geht, an die Beschäftigten ausgegeben werden. Die Gewerkschaft sucht nach neuen Wegen, die Besitzstände der Beschäftigten zu erhalten. Eine andere Zeitung, die "Süddeutsche" meldete zugleich, dass es Pläne gäbe, die Deutsche Bahn AG zu zerschlagen und in mehrere Teilfirmen aufzulösen, falls es nicht zu einer Einigung kommen sollte. Die Bahn war zu keiner Stellungnahme bereit. In einem internen Papier soll ein entsprechender Plan zirkulieren. Hieraus zitiert die Zeitung: "Wenn die Sanierung verschleppt wird, oder fehlschlägt, gibt es ein hohes Risiko, dass der Bund als Eigentümer das Verbundsystem Bahn auflöst". Dadurch, so wird orakelt, können die neuen Schulden der Bahn aufgefangen werden und einzelne Teilunternehmen gewinnbringend verkauft werden. Die Bahn warnt selbst in dem genannten Papier aber vor diesem Szenario. Auf diese Weise würden "regionale Splitterbahnen entstehen, die sich isoliert behaupten müssten". Ein durchgehender Verkehr sei dann kaum noch zu organisieren.

Transnet, die Eisenbahnergewerkschaft glaubt, dass eine solche "Horrorvorstellung" aber von keinem der Verantwortlichen ernsthaft erwogen werde. Ein Sprecher der Gewerkschaft vermutet vielmehr einen gezielten Vorstoß, um die Verhandlungen zu belasten und die Beschäftigten unter Druck zu setzen.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Ökonomie, Politik, Verkehrspolitik, Markt, Wettbewerb, Konkurrenz, Arbeit, Kosten, Rationalisierung, Privatisierung, Arbeit, Arbeitsplatz, Interessen, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Arbeitnehmerbeteiligung, Unternehmensauflösung, Börsengang, Aktien, Zukunft, Szenariotechnik, Negatives Szenario, Mensch, Psychologie, Verhalten, Angst, Deutsche Bahn AG, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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