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10.07.2000 | Hamburger Abendblatt

Gewerkschaften: Massiver Stellenabbau bei der Bahn droht

Stellwerke verschwinden - Satelliten übernehmen Steuerung

HAMBURG - Der Vorsitzende der Eisenbahngewerkschaft "Transnet", Norbert Hansen, erläuterte seine Vorstellungen und Befürchtung von der Zukunft der Bahn und ihrer Beschäftigten. Zunächst ging der Gewerkschaftsfunktionär auf den andauernden dramatischen Stellenabbau bei der Deutschen Bahn ein: 1990, so Hansen, arbeiteten bei der Bahn noch über 450 000 Beschäftigte. Nach der Privatisierung sank die diese Zahl schnell auf jetzt noch knapp 235 000. Dabei sei das Ende der Entwicklung noch nicht erreicht. Mindesten 30 000, vielleicht sogar bis zu 50 000 Eisenbahner würden, so befürchtet Gewerkschaftler Hansen, in den nächsten Jahren noch ihre Stellen verlieren. Die so genannten betriebsbedingten Kündigungen seien aber nicht zu befürchten, jedoch würden die Arbeitsplätze für immer verschwinden. Als einen der Gründe nannte Hansen die Pläne der Bahngesellschaft, im Bundesgebiet über 400 Stellwerke völlig aufzugeben und die gesamte Steuerung des Eisenbahnverkehrs durch sieben Betriebsleitzentralen durchzuführen. Ein völlig neues Signalsystem der Bahn würde durch Satelliten gesteuert. Ein weiterer Grund, den Hansen noch nicht erwähnen konnte, wurde gerade eben bekannt. Die Bahn will selbst im Fernverkehr ungefähr jeden zehnte Verbindung ersatzlos wegfallen lassen. Besonders die Interregiozüge (IR) seien von der Stilllegung betroffen. Schwach ausgelastete Strecken müßten aus betriebswirtschaftlichen Gründen eingestellt werden, selbst wenn dies für Urlaubsgebiete beispielsweise an der Küste Schwierigkeiten bringen würde. Die Reisenden müßten dann halt mehrfach in Regionalzüge umsteigen und längere Reisezeiten in Kauf nehmen, heißt es in internen Papieren. Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte Berichte verschiedener regionaler Zeitungen, dass es hierzu bereits Gespräche mit den Landesregierungen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und anderen Bundesländern gäbe.

Quellenangaben

Quelle: Hamburger Abendblatt
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Technik, Navigation, Satellit, Steuerung, Automation, Stellwerk, Streckenstilllegung, Personenverkehr, Nahverkehr, Fernverkehr, Ökonomie, Kosten, Rationalisierung, Arbeit, Arbeitnehmer, Gewerkschaft, Arbeitsplätze, Stellenabbau, Tourismus, Zeit, Fahrzeit, Verlängerung, Umsteigen, Wartezeit, Politik, Privatisierung, Statistik, Deutsche Bahn AG, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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