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18.08.2000 | Lübecker Nachrichten

TEE - Restaurierung eines Stars der 50er Jahre

Bahnfreunde in Lübeck bereiten die Restaurierung des TEE "Helvetia" vor

Eine besonders elegante Form, eine vielleicht zeitlose Technik und ein auch aus heutiger Sicht luxuriöses Innenleben zeichnen ihn aus: Der mehr als 50 Jahre alte Trans Europa Express "Helvetia" ist etwas ganz anderes als ein gewöhnlicher Zug. Auch als Modell ist dieser Zug verewigt worden. Zur Zeit steht der für viele Bahnfreunde zur Legende gewordene Zug auf einem nicht ständig benutzten Gleis des Lübecker Güterbahnhofs. Er wird aber nicht nur bewundert, er wartet vielmehr auf seine Restaurierung. Der "Trans Europa Express (TEE) 'Helvetia' VT 601" ruft bei vielen Eisenbahnfans schon bei der Namensnennung Freude und Schauern hervor. Diese Technik löst bei Enthusiasten wohliges Entzücken aus. Seine beiden vollendet geschwungenen Triebköpfe, das für die tristen 50er futuristisch elegante Design macht den TEE zu einem echten Bahn-Klassiker. Doch auch dieses erhaltene Exemplar ist mittlerweile alt geworden. Eine Zugeinheit - mit drei Triebköpfen - des ehemaligen Prachtexemplares steht zur Zeit wie verlassen und aufgegeben auf einem Gleis am Lübecker Güterbahnhof - und wartet auf eine wahrscheinlich mehrere Millionen Mark teure Restaurierung. "Ich bin mit diesem Zug groß geworden", erzählt Rolf Harder, ein pensionierter Lokomotivführer begeistert. Ob Lokomotiven mit Dieselmotoren, Triebwagen oder auch alle Waggons wurden zu seiner Leidenschaft. Gemeinsam mit einem weiteren Eisenbahnfreund, Georg Wolf vom Lübecker Verein "Historische Fahrzeuge im Werk", wurde der TEE Mitte Juni aus Hamm/Westfalen in die Hansestadt Lübeck geholt. Das Deutsche Bahn Museum in Nürnberg ist der Eigentümer des TEE. Dort wurde beschlossen, den "Helvetia" von Grund auf zu restaurieren. Bis dahin hatte der Zug auf einem Abstellgleis gestanden. Ein erklärtes Ziel der Nürnberger Museumsfachleute: Der Zug soll wieder für luxuriöse und nostalgische Sonderfahren hergerichtet werden. Weil die Lübecker Eisenbahnfreunde dafür bekannt sind, dass sie einige ältere Lokomotiven mit großer Sachkenntnis und viel Liebe für kleine Details restauriert haben, wurden die Verantwortlichen des Museums in Nürnberg auf die Lübecker Enthusiasten aufmerksam. Hinzu kommt noch, dass die Bahn in Lübeck eine große Umladehalle besitzt, die den TEE bei den anstehenden Arbeiten ohne Mühe aufnehmen kann. Bis Ende des Jahres 2000 nehmen die Experten aus Lübeck alle Mängel am TEE auf und machen Pläne zur Restaurierung. Sie holen auch Kostenvoranschläge ein. Das Nürnberger Museum entscheidet danach, welche Unternehmen den Zuschlag für die Arbeiten erhalten werden. Es wird mit Kosten von mehreren Millionen Mark gerechnet. "Vieles muss komplett überholt werden", erklärt der Bahn-Liebhaber Harder. Aber dann, wenn alles erledigt ist, kann der Klassiker wieder rollen. Ein paar Jahre werden sich Interessenten aber noch gedulden müssen bis der Pfiff den TEE wieder - von Lübeck aus? - auf die Reise schickt.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten, Autor: Jörg Köpke
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, TEE, Technik, Triebwagen, Antrieb, Dieselmotor, Treibstoff, Diesel, Konstruktion, Fernverkehr, Personenverkehr, Geschichte, Design, Denkmal, Museum, Museumszug, Restaurierung, Kosten, Kostenschätzung, Lübeck, Schleswig-Holstein, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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