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16.10.2000 | Lübecker Nachrichten

Lübecks Bürgermeister Saxe: Wir müssen alle Posten auf den Prüfstand stellen

LÜBECK - Die Hansestadt wird von einem gewaltigen Schuldenberg belastet. Deshalb sucht der Bürgermeister nach Einsparmöglichkeiten. Am 14.10. legte er seine Vorschläge vor. Nichts neues, sagen CDU, FDP und die Vertreter der Wirtschaft, aber, es sind viele richtige Vorschläge dabei, die schließlich von uns stammen. Unter den vielen Vorschlägen sind auch die Lübecker Stadtwerke mit dem Busverkehr, der Lübecker Hafen, der Flugplatz und die Bahnverbindung nach Travemünde als potenzielle Sparmöglichkeiten. Natürlich müsse auch im Sozialbereich und in der Kulturförderung - hier vor allem bei den Bibliotheken -, kräftig gespart werden. Der Bürgermeister: "Wir werden nur dann handlungsfähig, wenn wir uns entschulden". Im einzelnen schlägt der Bürgermeister vor, Teile der Hafengesellschaft zu privatisieren und durch den Verkauf Einnahmen in Millionenhöhe zu erzielen. Beim Busverkehr regt er an, den Zonentarif einzuführen und die Taktzeiten der Buslinien einzuschränken. Dies könnte nach ersten Berechnungen der Verwaltung zusammen 16 Millionen erbringen. Die vorgeschlagene Einstellung des Bahnverkehrs nach Travemünde erregt die Gemüter besonders. Die Stadt könnte hier jedoch 12 Millionen sparen, wenn statt der Verlegung der Schienentrasse wegen des geplanten Hafenneubaus am Skandinavienkai, dem Herzstück des Lübecker Hafens, auf die Bahnverbindung gänzlich verzichtet würde. Das würde auch die dringend notwendigen Renovierungen des Hafenbahnhofs und des Travemünder Strand-Bahnhofs erübrigen. Allerdings müßten die Stadtwerke dann einen entsprechenden Busverkehr einrichten. Die Vorschläge des Bürgermeisters lösten in der Hansestadt ein lebhaftes Echo aus. Während es lebhafte Zustimmung zu einzelnen Projekten gibt, regt sich auch sogleich heftiger Widerstand. Die CDU sei auf jeden Fall gegen die Pläne der Einstellung der Bahn nach Travemünde, so der stellvertretende Fraktionschef Petersen, der auch klarstellte, dass die Pläne zur Einschränkung beim Straßenbau mit der CDU nicht zu machen seien. Andere Pläne des Bürgermeisters, wie die Privatisierung städtischer Betriebe, gehen ihr noch nicht weit genug, kommentiert Sünnenwold, Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung. Auch die FDP will die Bahnpläne nicht mittragen. Die Grünen forderten, sich von dem Flugplatz zu trennen, der viel Geld schlucken würde und ökologisch bedenklich sei. Dass die Sozialverbände gegen die Kürzungen im Sozialbereich erheblichen Widerstand leisten wollen, wird von den Grünen und den Vertretern der Arbeiterwohlfahrt und der Kirche angekündigt.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten, Autor: Julia Paulat und Kai Dordowwsky
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Personenverkehr, Fernverkehr, Nahverkehr, Güterverkehr, ÖPNV, Bus, Buslinie, Bahnhof, Schiff, Hafen, Flughafen, Sanierung, Renovierung, Baumaßnahme, Planung, Neubau, Stilllegung, Schulden, Entschuldung, Haushaltssanierung, Kostenreduktion, Kostenvergleich, Ökonomie, Rentabilität, Kosten, Kostenabschätzung, Kalkulation, Politik, Lokalpolitik, Finanzierung, Zuschüsse, Service, Deutsche Bahn AG, Lübeck, Schleswig-Holstein, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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