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27.10.2000 | Lübecker Nachrichten

Verkehrsminister: Wettbewerb führt zu mehr Leistung und Service

KIEL - Der schleswig-holsteinische Verkehrsminister B. Rohwer (SPD) erklärte, dass die alten Waggons der Bahn nun endlich ausgedient hätten. Im Neuen Jahr bricht ein neues Zeitalter im Bahnverkehr an. Überall im Lande sollen dann nur noch moderne, vielfach neue Wagen eingesetzt werden. Die alten "Silberlinge", 122 sind noch im Einsatz, sollen bis dahin alle renoviert sein. Der Minister weiter: "Es gibt mehr Verbindungen, mehr Haltepunkte und mehr Komfort". Flächendeckend solle die neue Qualität des Bahnreisens sein. Ein wichtiges Element sei der Betrieb auf der Strecke Heide - Büsum durch die neue, private Nord-Ostsee-Bahn (NOB). Das Netz Nord umfasst weiter die Strecken Kiel - Husum - St. Peter-Ording, die künftig ebenfalls von der NOB betrieben werden. Auf den Strecken Kiel - Flensburg und Kiel - Neumünster wird der Betrieb gemeinsam von der Bahn-Tochter DB ZugBus und der NOB fortgeführt. Der Minister: "Erstmals wird in diesen Bereichen Wettbewerb umgesetzt". Die NOB wird dabei die modernen Triebwagenzüge des Typs Lint 41 einsetzen. Die Bahn wird den gleichen Typ ebenfalls, aber erst ab Februar 2001 nutzen. Weitere Veränderungen gibt es an vielen anderen Strecken. Zwischen Lübeck und Mölln wird der Verkehr durch zusätzliche Zugpaare verstärkt, die Strecke Segeberg - Neumünster kann aber erst 2002 in Betrieb gehen. Diese Strecke wird dann von einer Gemeinschaft der AKN und der Hamburger Hochbahn AG übernommen. Der Sprecher der Landesweiten Verkehrsgesellschaft (LVS), Bernhard Wewers, erklärte, dass alle Gesellschaften die Einhaltung eines hohen Standards zugesagt haben, besonders in den Bereichen Pünktlichkeit, Sauberkeit und Serviceangebote. Wenn zum Beispiel ein Zug mit Graffitis "verziert" werde, sei garantiert, dass er innerhalb 48 Stunden wieder gereinigt werde. Der Minister kündigte ferner an, welche weiteren Teilnetze in Schleswig-Holstein ausgeschrieben und somit eventuell privatisiert würden. Es handelt sich um die Strecken Hamburg - Kiel - Flensburg, Hamburg - Lübeck - Travemünde, und Lübeck - Kiel. Auf diesen Strecken könne richtig Geld verdient werden, erklärte Rohwer. Vorweg müsse aber noch geklärt werden, wie der Verkehr zwischen den einzelnen Gesellschaften geregelt werden könne. Besonders die Anbindung des Regionalverkehrs an den Fernverkehr, der weiter von der Deutschen Bahn AG durchgeführt werden solle, sei dabei ein Problem. Eine neue Fahrplanstruktur, der Taktfahrplan, wird nach Aussagen des Ministers ab 2002 weitere erhebliche Verbesserungen in Richtung höherer Ver-kehrsdichte und der Abstimmung zwischen den unterschiedlichen Bahnverbindungen bringen. Schleswig-Holstein, so erklärte der Minister, sei bundesweit ein Vorreiter in Sachen Privatisierung des Schienenverkehrs. Bereits 20 Prozent seien öffentlich ausgeschrieben worden. Der Bundesdurchschnitt liegt dagegen noch bei bescheidenen 9 Prozent. In drei Wochen, erklärte Minister Rohwer, werde er die Ergebnisse der Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG vorstellen, die die geplanten Kürzungen des Fernverkehrs betreffen. Er sei begrenzt optimistisch, dass die Bahn die Kürzungen zurückziehen werde.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten, Autor: Christian Risch
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Personenverkehr, Nahverkehr, Infrastruktur, Ökonomie, Politik, Verkehrspolitik, Markt, Wettbewerb, Konkurrenz, Privatisierung, Ausschreibung, Kosten, Privatbahn, Liberalisierung, Deutsche Bahn AG, Nord-Ostsee-Bahn, Modernisierung, Fuhrpark, Triebwagen, Service, Zeit, Fahrplan, Taktfahrplan, Schleswig-Holstein, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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