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19.10.2000 | Financial Times Deutschland

Bahnchef Corbett bietet Rücktritt an

Reaktion auf Unfallserie in Großbritannien

LONDON - Der Chef der britischen Railtrack hat nach dem neuerlichen schweren Unglück der britischen Bahn seinen Rücktritt angeboten. Es handelt sich bei dem Unglück am Dienstag in der Nähe Londons um den dritten schweren Unglücksfall in drei Jahren. Vier Personen waren getötet worden und über 30 wurden bei dem Unfall verletzt. Ursache war, wie die Untersuchungen ergeben haben, eine gebrochene Schiene. Deshalb liegt die Verantwortung für das Unglück bei der Railtrack Group Plc., einem an der Börse notierten Unternehmen. Die offensichtlichen Sicherheitsprobleme bei der britischen Eisenbahn sind auch für die weitere Planung der Privatisierung des Bahnverkehrs in Deutschland bedeutsam. Auch hier haben Experten dringend dazu geraten, das Schienennetz aus der privatisierten Deutschen Bahn AG herauszulösen und einer eigenständigen Gesellschaft zu übertragen. Bahnchef Hartmut Mehdorn lehnt dies mit Hinweise auf Sicherheitsbedenken vehement ab. Bei der Privatisierung der britischen Bahn hatte man Anfang der 90er Jahre diesen Schritt vollzogen. Die Infrastruktur wurde vom Betrieb getrennt. Inzwischen konkurrieren ungefähr 25 Gesellschaften beim Betrieb der verschiedenen Linien. Sie kaufen bei der Railtrack die Nutzungsrechte der Gleise und weitere Infrastruktur. Die Railtrack unterliegt einer Kontrolle durch eine Regulierungsbehörde (OFREG), die die Finanzen der Railtrack überwacht und deren Gewinne festlegt. Damit wird auch vorgeschrieben, wieviel der Netzbetreiber in Investitionen für die Sicherheit stecken muss. Nach dem Unglück wird die OFREG neue Richtlinien vorlegen. Die Sicherheit der Bahnen wird u.a. durch die Wartungsintervalle bedingt. Die OFREG hatte den Netzbetreiber Railtrack nach dem schweren Zugunglück bei Paddington vor gut einem Jahr, bei dem 30 Menschen getötet wurden, die Auflage gemacht, innerhalb von fünf Jahren mehr als 14 Milliarden Pfund zu investieren.

Quellenangaben

Quelle: Financial Times Deutschland, Autor: Titus Kroder
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Personenverkehr, Fernverkehr, Hochgeschwindigkeitszug, Unfall, Unglück, Entgleisung, Qualität, Sicherheit, Werkstoff, Stahl, Infrastruktur, Schiene, Gleis, Schienennetz, Defekt, Schienenbruch, Mangel, Qualitätssicherung, Wartung, Folgen, Tote, Verkehrstote, Verletzte, Ökonomie, Politik, Verkehrspolitik, Privatisierung, Privatbahn, Markt, Wettbewerb, Konkurrenz, Monopol, Unternehmensteilung, Unternehmensorganisation, Investition, London, England, Großbritannien, Deutsche Bahn AG, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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