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07.09.2000 | Lübecker Nachrichten

Neue Zeiten im Bahnverkehr

Privatbahngesellschaft nimmt Verkehr auf

KIEL - Bei der Eisenbahn bricht ein neues Zeitalter an. Ab 5. November übernimmt ein privater Eisenbahnbetreiber zwei Strecken in Schleswig-Holstein. Weitere Linien werden folgen. Die Deutsche Bahn AG, bislang hatte sie ein Monopol, hat bei der Ausschreibung der Strecken erstmals das Nachsehen. Sie muss sich nun der Konkurrenz stellen. Die neue Bahn hat sich viel vorgenommen. Sie setzt zum Start den neuen Zugtyp "Lint 41" ein. Die Bahn AG zieht nach. Die Kunden werden die Sieger sein. In den neuen Superzug kann man leichter einsteigen, bequemer reisen und sich gut entspannen. So kommt man erholt am Ziel an. Der neue Superzug "Lint 41" ist klimatisiert und hat sogar ein Radiosystem an Bord. Auf jedem Sitzplatz läßt sich zwischen dem Audio-Radiosystem und einem bordeigenen CD-Programm wählen. 130 solcher komfortabel ausgestatteten Sitze bietet der Zug. Der neue Triebwagen kostet ungefähr 3,5 Millionen DM. Die Privatbahn, die Nord-Ostseebahn (NOB) hat neun dieser Züge gekauft. Sie fahren zunächst auf der Strecke von Kiel über Rendsburg nach Husum und weiter nach St. Peter Ording. Die Strecke Kiel - Neumünster folgt in Kürze. Diese Strecke wird jedoch auch von der Deutschen Bahn AG bzw. deren Tochter ZugBus, betrieben, so dass sich die beiden Gesellschaften diese einträgliche Strecke teilen. Für die Deutsche Bahn ist dieses Teilen ein Verlust, für die neue NOB ein Gewinn. Der neue Verkehr ist nicht ohne Probleme. Erst nach harten Verhandlungen war die Bahn bereit, auch Fahrkarten für die NOB zu verkaufen, erklärte NOB-Geschäftsführer Fischer der Presse. Die Bahn bestand auf umfassende Testfahrten, auch auf abgelegenen Strecken. So zuckelten die Züge eine Zeit lang mit 40 km/h ohne Fahrgäste durch Schleswig-Holstein. Der Geschäftsführer berichtete aber auch, dass sich das Verhältnis zum Konkurrenten inzwischen schon verbessert habe. Man teile sich jetzt sogar schon die Fahrer, die abwechselnd einen Zug dieser und der anderen Gesellschaft fahren. Die Reisenden merken nicht, wer sie eigentlich fährt. Auch bei den Preisen ändert sich zunächst nichts. Es kostet dasselbe, gleichgültig ob bei Bahn AG oder NOB. Aber die NOB hat sich verpflichtet, stündlich zu fahren. Die Triebwagen können zwar 120 km fahren, aber die Gleise lassen dies noch nicht zu. Hier und dort werden bereits die Gleise in Stand gesetzt. Dies werde noch einige Zeit dauern. Die ZugBus-Bahn wird zukünftig auch den neuen Superzug einsetzen, kündigte sie schon an. Sparen kann zunächst das Land Schleswig-Holstein. Es werden zwar 320 Millionen an die NOB gezahlt, dies ist aber 2 Millionen weniger als die Deutsche Bahn verlangte. Weitere 1,5 Millionen wird das Land sparen, wenn demnächst als weitere Strecke die Linie Heide - Büsum und dann 2001 noch die Strecke Bad Oldesloh - Neumünster in Betrieb genommen wird. Internetadresse: www.nord-ostsee-bahn.de

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten, Autor: U. B. Christen
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Technik, Geschwindigkeit, Leistung, Triebwagen, LINT 41, Kosten, Kaufpreis, Personenverkehr, Regionalverkehr, Kunde, Service, Komfort, Deutsche Bahn AG, Markt, Wettbewerb, Konkurrenz, Privatbahn, Privatisierung, Subvention, Zuschüsse, Finanzierung, Politik, Ökologie, Ökonomie, Nord-Ostseebahn, Schleswig-Holstein, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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