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01.12.2000 | Lübecker Nachrichten

Frühe Panne bei der NOB-Privatbahn

KIEL - Nur drei Wochen war die NOB mit ihren "Superzügen" Lint 41 in Betrieb: Da gab es den ersten Unfall. Der Bruch eines kleinen Bolzens hat zu dem Unfall mit drei Verletzten geführt. Kurz hinter dem Bahnhof Kiel geschah es, der Zugführer des Lint 41 der privatisierten Nord-Ostsee-Bahn (NOB) spürte einen Ruck, er hielt und inspizierte den Zug. Da er nichts Gravierendes feststellen konnte, versuchte er langsam den nächsten Bahnhof in Felde zu erreichen. So weit kam er jedoch nicht. Trotz der langsamen Geschwindigkeit von nur ca. 25 km/h kam der Zug mit einem weiteren Ruck zum Stehen. Am Bahnübergang vor dem Bahnhof wurde vom defekten Drehgestell des Zuges eine Betonplatte herausgerissen. Bei diesem plötzlichen Halt wurden drei Fahrgäste verletzt, sie konnten jedoch nach kurzer Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen. Die NOB legte alle Lint 41, es sind neun Züge, die sie auf den Strecken betreibt, sofort still. Die Gesellschaft versuchte den Verkehr mit kleinen Ersatzfahrzeugen und Bussen aufrecht zu halten. Am gleichen Tag stellte die Deutsche Bahn AG ihrer privaten Konkurrenz drei Triebwagen zur Verfügung, damit kann der Betrieb zumindest auf der Strecke Kiel - Husum gesichert werden. Die NOB bedankte sich ausdrücklich für diese Hilfe. Der Bahn AG fehlen nun die drei Wagen zur Rushhour, die Kunden werden um Verständnis gebeten, wenn es zu Engpässen kommen wird. Sie wird entsprechenden Handzettel verteilen. Die NOB hat bei allen ihren Zügen die Drehgestelle untersuchen lassen und den Bolzen, der als Unfallursache angenommen wird, austauschen lassen. Über die genaue Unfallursache forschen aber noch Fachleute der NOB und Beamte des Eisenbahn-Bundesamtes. Die als neue Superzüge vorgestellten Lint 41-Triebwagen werden demnächst auch bei der Deutschen Bahn AG eingesetzt, da sie sechs dieser modernen Fahrzeuge für den Verkehr in Schleswig-Holstein bestellt hat. Diese Wagen werden auch von der Nordwestbahn in Niedersachsen gefahren. Auch diese private Bahngesellschaft reagierte sofort und legte ihre 23 Züge still. Die Testfahrten vor Beginn der Betriebsübernahme in Schleswig-Holstein waren alle ohne Probleme verlaufen.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Technik, Panne, Konstruktion, Mangel, Materialfehler, Qualität, Technisches Versagen, Werkstoff, Stahl, Bolzen, Bolzenbruch, Achsgestell, Folgen, Zeit, Verspätung, Triebwagen, Personenverkehr, Regionalverkehr, Deutsche Bahn AG, Privatbahn, Nord-Ostseebahn, Kiel, Flensburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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