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21.11.2000 | Lübecker Nachrichten

Transrapid in China?

Finanzierung einer Transrapidstrecke in Shanghai scheint vorzeitig gesichert

In China wird anscheinend schnell entschieden. Noch bevor eine Machbarkeitsstudie fertiggestellt werden konnte, wurde grünes Licht für den Bau einer Transrapidstrecke gegeben. Die Strecke soll zwischen dem Flughafen und der Stadt gebaut werden und wird von chinesischen Investoren finanziert. Der Vertrag zwischen den Chinesen und der deutschen Industrie soll noch in diesem Jahr unterschrieben werden. Konkrete Verhandlungen über die Einzelheiten der Finanzierung und der Technik haben begonnen. Der Preis steht noch nicht fest. Das Firmenkonsortium, bestehend aus Thyssen-Krupp, Siemens und Adtranz, wollte die Meldungen aus China noch nicht bestätigen. Jedoch gab Thyssen-Transrapid-Systems in Kassel den erfolgreich erscheinenden Abschluss zu, was in diesem Werk große Erleichterung auslöste. Ein Firmensprecher nannte diese Strecke eine Brücke zum Einsatz der umstrittenen Bahn in Deutschland. Erst einmal sollten die Verträge allerdings unterschrieben werden, bremste der Vorstandsvorsitzende Gerhard Wahl den Jubel. Das Bundesverkehrsministerium wollte zu den Meldungen keine Stellung beziehen. Wenn die Pläne der Chinesen realisiert werden sollen, muss nach Fachleuten noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden. Nur so könnte im Jahr 2003 die Bahn mit über 500 km/h in Betrieb gehen. Das deutsche Konsortium will an China vier komplette Züge mit jeweils sechs Waggons und der komplizierten neuartigen Antriebstechnik liefern. Es wird mit Kosten von mehr als 2,5 Milliarden Mark gerechnet. Die Trasse wird von chinesischen Firmen errichtet, dies soll über 3 Milliarden Mark kosten. Fünf Sechstel der Gesamtkosten seien durch die Chinesen gesichert, bei den Verhandlungen geht es um das letzte Sechstel. Das soll aber kein Hindernis sein, das Geld ließe sich auch ohne Exportkritik der Bundesregierung beschaffen, sogar günstiger. Die Strecke wird nur 35 km lang und damit kürzer als ursprünglich geplant sein. Dadurch würden teure Grundstückspreise und Umbauten in einem Neubauviertel vermieden. Das Land für die Trasse sei bereits gekauft. Die Fahrt zwischen dem Flughafen und der Stadt soll sieben Minuten dauern. Drei Züge sollen ständig im Einsatz sein. Nach chinesischen Meldungen sei bereits mit den Vorarbeiten begonnen worden. Die von den Baumaßnahmen betroffenen Menschen sind informiert und bereiten sich auf Umsiedlungen vor. Die Chinesen seien sehr unbürokratisch und schnell, erklärten deutsche Fachleute. Das Projekt wird von der chinesischen Regierung, besonders vom Ministerpräsident Zhu Rongji, wohlwollend unterstützt, da es als Test für eine 1300 km lange Strecke zwischen Shanghai und Peking angesehen wird. Über diese Strecke soll dann im Jahr 2003 entschieden werden.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Schnellbahn, Transrapid, Personenverkehr, Technik, Konstruktion, Magnetschwebebahn, Physik, Magnetismus, Antrieb, Forschung, Machbarkeitsstudie, Wirtschaft, Ökonomie, Kosten, Export, Flughafen, Infrastruktur, Shanghai, China, Asien, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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