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07.03.2001 | Lübecker Nachrichten

Neue Lohntarife bei der Bahn

Aufteilung der Geschäftsbereiche ermöglicht unterschiedliche Löhne und Gehälter

BERLIN – In schwierigen Verhandlungen zwischen der Eisenbahnergewerkschaft TRANSNET, deren Chef Norbert Hansen und Bahnchef Hartmut Mehdorn für die Deutsche Bahn AG, wurde eine neue Struktur der Entlohnung vereinbart. Statt eines Flächentarifvertrages wird es zukünftig Branchenverträge geben. Mitbeteiligt waren auch die Gewerkschaften GDBA und GDL.

Für alle neu eingestellten Arbeiter der Bahn wird es künftig Tarife geben, die nur innerhalb einer Branche, d.h. eines Geschäftbereiches gelten. So kann es künftig unterschiedliche Löhne geben, wenn man im Personenverkehr oder im Güterverkehr arbeitet. Die Einzelheiten werden noch von Fachleuten beider Parteien ausgearbeitet, dann soll für 36 Monate Ruhe an der Tariffront herrschen. Dies ermöglicht der Bahn vorausschauende Planungssicherheit.

Die neue Lohn- und Gehaltsstruktur soll dazu beitragen, die Lohnkosten zu senken und damit zur Gesundung der Bahn-Gesellschaft beizutragen, die bis 2004 in die Gewinnzone fahren soll. Die Bahn will das Konzept am 14. März bereits verabschieden.

Gewerkschaftschef Hansen bekräftigte die grundsätzliche Einigung und sein Mitstreiter von der Gewerkschaft der Lokführer (GDL), Manfred Schill, wies auf die noch offenen Einzelheiten der Regelung hin.

Besonders die DB-Töchter Regionalverkehr und Cargo (Güterverkehr) die unter erheblichem Druck der privaten Konkurrenz stehen, brauchen mehr Spielräume bei den Personalkosten. Die zum Teil höheren Löhne und Gehälter der Mitarbeiter aus der Behördenzeit der Bahn sollen aus einem spezifischen Sicherungsfond Zukunft bezahlt werden.

Mit der Einigung ist ein wesentlicher Punkt der Neuordnung erreicht, die durch die sich abzeichnenden Verluste nötig wurde. Mehdorn hatte, als sich die Finanzlöcher aus Schulden und wegen notwendiger Investitionen auftaten, eine grundsätzliche Veränderung bei den Personalkosten gefordert und nun erfolgreich durchgesetzt. Ein erster Schritt war die Aufteilung in einzelne Teilbranchen. Dies war eine der Voraussetzungen für das neue Tarifgefüge. Geklärt werden muss noch, wie neben Einzelheiten der Entlohnung der Alt-Eisenbahner, mit Kündigungen umzugehen ist. Die Bahn will noch mehr als 50 000 Arbeitsplätze abbauen, davon werden ungefähr die Hälfte durch Ruhestandsregelungen wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen sind aber nach der Einigung mit der Gewerkschaft nicht möglich.

Am Rande wurde bekannt, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Bahn, Dieter Vogel, seinen Posten räumen soll. Es wird nach einem Nachfolger gesucht, der besser als Vogel mit Bahnchef Mehdorn zusammenarbeiten kann. Vielleicht leitet Vogel am 14. März seine letzte Sitzung in diesem Gremium.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten, 07.03.2001, Autor: dpa/AP
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Deutsche Bahn AG, Personenverkehr, Regionalverkehr, Güterverkehr, Cargo, Arbeit, Beruf, Gewerkschaft, TRANSNET, GDL, GDBA, Tarifvertrag, Lohn, Gehalt, Entlassung, Kündigung, Ökonomie, Privatisierung, Aktiengesellschaft, Aufsichtsrat, Disput, Widerspruch, Konflikt, Berlin, Deutschland, Verkehrswerkstatt.
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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