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28.09.2001 | Berliner Zeitung

Zugunglück am Bodensee

Über 80 verletzte Schüler

LINDAU – Am gestrigen Donnerstag kam es in Höhe des bayrischen Fleckens Enzisweiler, nahe Lindau am Bodensee zu einem Frontalzusammenstoß zweier Triebwagen. Beide Züge waren vollbesetzt, zumeist mit Schülern. Zwei Menschen, darunter die beiden Lokführer, wurden verletzt. Neun mussten mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht werden. Dabei wurden sechs Hubschrauber eingesetzt. Bei keinem der Verletzten besteht jedoch Lebensgefahr. Viele besorgte Eltern kamen zur Unfallstelle. Psychologen kümmerten sich um die Opfer.

Die beiden vollbesetzten Triebwagen prallten frontal zusammen. Als Unfallursache wird vermutet, dass einer der beiden Lokführer ein Haltesignal übersehen hat. Da der Unfall nahe dem Bahnhof von Enzisweiler erfolgte, hatten die Züge nur ein geringe Geschwindigkeit. Die Bergung der Verletzten dauerte nur gut eine Stunde. Dabei halfen über 100 Sanitäter und Ärzte, darunter einige aus dem benachbarten Österreich und der Schweiz. Der Zug aus Lindau hätte an dem Signal warten müssen. Warum der Lokführer losfuhr ist noch ungeklärt. Das Signal habe eindeutig "rot" gezeigt, erklärte ein Mitarbeiter der Bahn. Der BGS hat die Ermittlungen aufgenommen, die Staatsanwaltschaft wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermitteln, kündigte Hermann Graf von Schulenburg, Sprecher der Deutschen Bahn AG Bayern, an.

Ein Unfallopfer, der 14 jährige Junge Felix K. schilderte den Hergang: "Wir standen im stehenden Triebwagen als plötzlich jemand schrie, 'Da kommt ein Zug'. Einige sind schnell noch rausgesprungen und dann hat es schon fürchterlich gekracht."

Seit der Privatisierung der Bahn in den 90er Jahren hat sich die Häufigkeit von Unfällen erhöht. Die schwersten Unglücke waren die 1998 erfolgte Entgleisung eines ICE bei Eschede mit über 100 Toten und die eines D-Zuges bei Brühl mit 9 Toten im Jahr 2000.

Quellenangaben

Quelle: Berliner Zeitung, 28.09.2001, Seite: 10, Autor: dpa/ap
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Deutsche Bahn AG, Personenverkehr, Regionalverkehr, Unfall, Unglück, Unfallursache, Signal, Versagen, Unfallfolgen. Personenschaden, Verletzte, Arbeit, Lokführer, BGS, Staatsanwaltschaft, Lindau, Bayern, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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