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17.10.2001 | Berliner Zeitung

Nicht alle kamen zum Ziel

Gruppenreise mit dem Rollstuhl – bei der Bahn nicht möglich

BERLIN – Eine Gruppenreise mit Rollstuhlfahrern überfordert die Deutsche Bahn offensichtlich. Eine Gruppe von 24 Rollstuhlfahrern hatte sich vorgenommen, von Berlin gemeinsam zum Zwiebelmarkt nach Weimar zu reisen. Jeweils acht Rolli-Fahrer der Gruppe wollten sich gemeinsam am 12., 13. und 14. Oktober auf den Weg machen. Sie hatten ihr Vorhaben bereits im April bei der Bahn angemeldet und um entsprechende Plätze gebeten.

Die Bahn antwortete mit folgendem Vorschlag: Am 12. könnten vier, am 13. zwei und am 14. eventuell in einem Sonderwagen acht Rollstuhlfahrer mitgenommen werden. Die Behinderten wendeten sich daraufhin an die Ombudsmann-Redaktion und forderten einen solchen Wagen an jedem Tag. Der Bahnsprecher für Berlin und Brandenburg, Andreas Fuhrmann, erklärte, dass die Bahn keine zusätzlichen Wagen bereitstellen könne. Einerseits seien diese Wagen nicht vorhanden und könnten andererseits gar nicht an die Züge angehängt werden, da diese dann zu lang für die Bahnsteige würden. In den normalen Zügen würden die vorhandenen Plätze kaum zu 10 Prozent genutzt, so dass weitere Kapazitäten nicht aufgebaut würden.

Zu dem Hinweis schon früher solche Fahrten in den Wagen gemacht zu haben, in denen acht Rollis Platz fänden, erklärte Fuhrmann, dass es sich dabei um alte Waggons aus DDR-Zeiten gehandelt hätte, die wegen ihres Alters ausgemustert worden wären und nicht in neuere Züge eingestellt werden könnten.

Auch der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karl Herrmann Haack konnte der Gruppe nicht weiterhelfen. Er bestätigte die Probleme und verwies auf die vielen Treppen an den Bahnhöfen und das schwierige Einsteigen. Dies zu ändern würde einen hohen Aufwand erfordern, der in Kürze nicht zu erreichen sei. Er empfahl der Gruppe, lieber einen geeigneten Bus zu mieten.

Ein Teil der Gruppe nahm das Angebot der Bahn an, acht Rollis am 14. mitzunehmen. Die anderen blieben zu Hause.

Quellenangaben

Quelle: Berliner Zeitung, 17.10.2001, Seite: 25, Autor: Volker Thomas
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Omnibus, Deutsche Bahn AG, Personenverkehr, Fernverkehr, Behinderte, Rollstuhlfahrer, Sonderwaggon, Hindernisse, Bahnhof, Berlin, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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