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25.10.2001 | Lübecker Nachrichten

Brandanschlag auf Castorstrecke

Brücke bleibt gesperrt

LÜNEBURG – Die Bahnstrecke, auf der die Castortransporte nach Gorleben rollen, ist zum Ziel eines Anschlages geworden. Mitte November ist der nächste Transport eines Behälters geplant, deshalb will die Polizei einen Zusammenhang zwischen dem Brand und dem Atomtransport nicht ausschließen. Die Brücke über das Flüsschen Jeetzel bleibt vorerst gesperrt.

Die bislang unbekannten Täter hatten einen beladenen landwirtschaftlichen Anhänger unter die Stahlfachwerk-Brücke gefahren und angezündet. Das Feuer fraß sich zur Eisenbahnstrecke hoch und zerstörte an die 20 Holzschwellen und beschädigte die Gleise auf einer Länge von 15 Metern. Ob auch die Stahlträger der Brücke angegriffen sind, wird von Experten jetzt metallurgisch untersucht. Bahnsprecher Jürgen Weihe erläuterte vor der Presse in Hannover die Einzelheiten. Noch nicht geklärt ist, ob die Reparatur der Strecke vor oder nach der Untersuchung der Brücke vorgenommen werde.

Die Polizei hat festgestellt, dass zwei landwirtschaftliche Anhänger mit Stroh und Heu beladen, zusätzlich mit Gummireifen und ungefähr 200 Litern Benzin als Brandbeschleuniger, direkt unter der Brücke angezündet wurden. Der Brand war von einer BGS-Streife gegen 21 Uhr entdeckt und von der örtlichen Feuerwehr nach einer Stunde gelöscht worden, erklärte die Polizeisprecherin Antje Dohr in Lüneburg. Die Polizei hat vor Ort einen Trecker beschlagnahmt, der möglicherweise bei dem Anschlag von den Tätern benutzt worden sei. Das Fahrzeug war so abgestellt, dass es die Löscharbeiten behinderte.

Zu dem Anschlag hat sich bislang niemand bekannt. Trotzdem schließt die Polizei einen Zusammenhang mit den Castortransporten nicht aus. Trotz des Anschlages wird die Vorbereitung der nächsten Tour atomaren Mülls aus Frankreich zum Zwischenlager Gorleben wie geplant weitergeführt.

Die Bahnlinie von Lüneburg nach Gorleben ist nach der Stilllegung einer anderen Strecke von Uelzen ausgehend, die einzige Bahnverbindung nach Danneberg. Dort werden die Castoren auf Straßenfahrzeuge umgeladen und nach Gorleben gefahren.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten, 25.10.2001, Seite: 4, Autor: ap
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Deutsche Bahn AG, Güterverkehr, Atomtransport, Anschlag, Protest, Demonstration, Gewalt, Unglück, Gleise, Brücke, Ermittlungen, Lüneburg, Hannover, Danneberg, Niedersachsen, Deutschland, Frankreich, Europa, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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