Das Pressearchiv bietet ausgewählte Artikel und Pressenotizen, die mit Verkehr zu tun haben. Sie sind chronologisch geordnet. Eine systematische Recherche mit der Suchmaschine wird durch die Verschlagwortung unterstützt.

Hochbahn
Schifffahrt
Fahrrad
Ziehen und Schieben
Pressearchiv
Zurück

07.12.2001 | Lübecker Nachrichten

Der Wettbewerb soll's richten

Landesregierung will alle Regionalbahnstecken ausschreiben

KIEL – Minister Bernd Rohwer (SPD) will innerhalb der nächsten 10 Jahre alle Strecken in Schleswig-Holstein ausschreiben. Davon verspricht sich der Politiker mehr Wettbewerb und Vorteile für alle Kunden. Als nächster größerer "Brocken" sollen die Teilbereiche Holstein-Ost mit den Strecken Hamburg–Lübeck und der Strecke Lübeck–Puttgarden im Jahr 2005 ausgeschrieben werden. Diese Strecken sind mit 6,6 Millionen Zugkilometern ein dicker Brocken und bei Hamburg–Lübeck handelt es sich um die meistbefahrene Strecke.

In Kürze geht es zunächst um kleine Bahnabschnitte.: Neumünster–Heide–Büsum, dann folgt mit Hamburg–Westerland, die sog. Marschbahn. Der Minister ist überzeugt: "Mit dem Wettbewerb senken wir Kosten und erhöhen den Komfort für die Reisenden". Gefordert wird ein fairer Wettbewerb und keine Dumpingangebote. Rohwer: "Es wäre fahrlässig, nur auf einen Anbieter zu setzen".

Damit sind bereits 23 Prozent der Strecken im nördlichsten Bundesland ausgeschrieben. Dabei spart das Land schon eine Million Mark im Jahr. Bundesweit übernimmt Schleswig-Holstein damit eine Vorreiterrolle, da sonst nur zehn Prozent ausgeschrieben werden. Die zeitige Ankündigung soll es Anbietern erlauben, sich rechtzeitig auf ein seriöses Gebot einzustellen. Rohwer ist sich des damit verbundenen Risikos durchaus bewusst, aber überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein. Ein weniger erfahrener Anbieter könnte beim komplexen Betrieb auf längeren Strecken durchaus Probleme bekommen. Deshalb glaubt der Minister auch, dass die Deutsche Bahn reelle Chancen hat, wenn sie sich dem Wettbewerb stellt. Aber der Politiker weiss auch, dass die Bahn AG ja das Netz besitzt und diese Position zu ihrem Vorteil nutzen könnte, indem sie die Strecken ausbaut, auf denen sie selbst fährt und nicht ein Konkurrent. Rohwer spricht von einem "gewissen Erpressungspotential der Bahn". Deshalb werde er mit der Bahn AG im Lande hart verhandeln.

Entschieden wird über die Ausschreibung der Strecken um Lübeck erst, wenn der Ausbau und die Elektrifizierung abgeschlossen sei. Das ist frühestens 2006 der Fall. Der neue Betreiber könne dann ab 2010 mit neuen Zügen auf der Strecke beginnen. Auch die Strecken, die von der AKN betrieben werden, sollen demnächst neu ausgeschrieben werden. Danach kommt auch die Strecke Hamburg–Flensburg an die Reihe, erläuterte Rohwer die Pläne der Regierung. Im Lande fahren derzeit bereits Züge der Deutschen Bahn AG, der AKN und die zur Connex-Gruppe gehörende Nord-Ostsee-Bahn.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten, 07.12.2001, Seite: 4, Autor: dpa/cri
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Deutsche Bahn AG, AKN, Nord-Ostsee-Bahn, Connex, Privatisierung, Personenverkehr, Nahverkehr, Regionalverkehr, Politik, Ausschreibung, Konkurrenz, Wettbewerb, Gleisnetz, Ökonomie, Hamburg, Lübeck, Puttgarden, Flensburg, Büsum, Schleswig-Holstein, Deutschland
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
Zurück