Das Pressearchiv bietet ausgewählte Artikel und Pressenotizen, die mit Verkehr zu tun haben. Sie sind chronologisch geordnet. Eine systematische Recherche mit der Suchmaschine wird durch die Verschlagwortung unterstützt.

Fahrrad
Eisenbahn
Bautechnik
Hochbahn
Schifffahrt
Zurück

20.01.2002 | Berliner Zeitung

EU öffnet Grenzen für den Güterverkehr

Liberalisierung und Förderung des grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehrs

BRÜSSEL – Die EU-Verkehrsbehörde stellte einen einschneidenden Vorschlag für die Liberalisierung des Eisenbahn-Güterverkehrs vor, der am letzten Mittwoch von der EU-Behörde verabschiedet wurde. Loyola de Palacio erläuterte als zuständige Kommissarin die weitreichenden Pläne. Nach ihrer Ansicht ist es bislang nicht möglich, Waren und Güter schnell und preisgünstig mit der Bahn zu transportieren, da 15 verschiedene Systeme der Bahnen voneinander abgeschottet und selbstständig auf nationalen Eigenheiten beharrend bestehen würden. Die Kommission will jedoch den Bahntransport energisch fördern.

Aus diesem Grund soll die Liberalisierung des Güterverkehrs auf 2006, also zwei Jahre früher als bislang geplant, vorgezogen werden. Es soll ein einheitlicher Sicherheitsstandard geschaffen werden, über den eine neu zu gründende Eisenbahnagentur wachen wird. Die Lage auf dem Transportbereich hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. Gerade einmal noch acht Prozent der Waren würden mit der Bahn transportiert, 1970 seien es noch 21 Prozent gewesen. Die Geschwindigkeit im grenzüberschreitenden Verkehr liegt im Durchschnitt bei nur unakzeptabel niedrigen 18 km/h. De Palacio verweist auf die USA, in denen immerhin noch 40 Prozent der Güter mit der Bahn befördert werden.

Die Eisenbahnagentur wird als Vermittlungsinstanz zwischen den nationalen Bahnanbietern stehen und eigene Vorschläge unterbreiten sowie überwachen. Ziel ist es, den gesamten Bereich des Güterverkehrs zu liberalisieren. Dadurch verspricht sich die Kommission auch eine Senkung der Kosten.

Für die Zukunft werden bereits noch weitereichende Pläne entwickelt. Diese sehen beispielsweise auch Qualitätsstandards vor, die bei Nichterfüllung zu Entschädigungen an die Kunden führen.

Der europäische Verband der Bahngüterkunden (ERFCP) ist mit den Vorschlägen der EU-Kommission sehr einverstanden. Auf diese Weise könnten die Hindernisse und der mangelnde Service bei zu hohen Preisen endlich verbessert werden.

Quellenangaben

Quelle: Berliner Zeitung, 20.01.2002, Seite: 35, Autor: AFP/dpa
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Güterverkehr, Politik, Europäische Union, EU, Ökonomie, Preise, Ökologie, USA, Privatisierung, Liberalisierung, Wettbewerb, Konkurrenz, ERFCP, Kunden, Geschwindigkeit, Sicherheit, Qualitätssicherung, Brüssel, Europa, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2002
Zurück