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21.02.2002 | Lübecker Nachrichten

Bahn will ein Urteil – sie lehnt Vergleich ab

BERLIN – Vor dem Landgericht Berlin haben sechs Hinterbliebene der Bahnkatastrophe von Eschede die Bahn auf Schmerzensgeld bis zu 250 000 Euro verklagt. Es handelt sich um den ersten Zivilprozess nach dem Unglück. Mit einem Vergleichsvorschlag vertagte sich das Gericht auf den September.

Die vorsitzende Richterin hatte einen Vergleich vorgeschlagen, der "Ruhe schaffen sollte". Die Bahn sollte hiernach 511 000 Euro an die Interessengemeinschaft der Opfer von Eschede zahlen. Dieser Vorschlag wurde von der Deutschen Bahn AG abgelehnt. Sie erklärte durch ihren Chef Hartmut Mehdorn, die Bahn habe bereits erheblich mehr gezahlt als üblich. Er bezifferte die Summe mit vier Millionen Euro.

Die Richterin Elisabeth Seeburg machte den Klägern keine großen Hoffnungen. Sie bezeichnet ihre Forderungen als "unmöglich". Dafür gäbe es in Deutschland keine gesetzliche Grundlage.

Bei dem Zugunglück in Eschede waren 1998 über 100 Menschen getötet worden. Unfallursache war ein geplatzter Radreifen. Wegen des Unfalls müssen sich ab Sommer drei Verantwortliche vor dem Gericht verantworten.

Die Hamburger Feuerwehr hat unterdessen die Bahn beschuldigt, an einer Zusammenarbeit nur wenig Interesse zu haben. Die Bahn stelle kein schweres Gerät in ausreichender Menge zur Verfügung. Die Bahn wies die Vorwürfe energisch zurück. Auf ihre Anfrage habe die Hamburger Feuerwehr erst am vergangenen Freitag geantwortet.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten, 21.02.2002, Seite: 12, Autor: AP/dpa
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Deutsche Bahn AG, Personenverkehr, ICE, Unfall, Katastrophe, Unfallursache, Tote, Verletzte, Entschädigung, Schadensersatz, Justiz, Gericht, Landgericht, Vorbeugung, Feuerwehr, Eschede, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2002
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