Das Pressearchiv bietet ausgewählte Artikel und Pressenotizen, die mit Verkehr zu tun haben. Sie sind chronologisch geordnet. Eine systematische Recherche mit der Suchmaschine wird durch die Verschlagwortung unterstützt.

Bautechnik
Schifffahrt
Fahrrad
Automobile
Eisenbahn
Zurück

17.05.2002 | Berliner Zeitung

Bilanz der Bahn - Erstmals wieder im Minus

Gewaltige Investitionen bringen die Deutsche Bahn in rote Zahlen

BERLIN - Bahnchef Mehdorn stellte die Bilanz der Deutschen Bahn AG in Berlin vor. Derzeit gäbe es ein "Tal der Tränen", meinte Mehdorn, das durch die gewaltigen Investitionen hervorgerufen wird. Seit 1994 hat die Bahn schon über 60 Milliarden Euro investiert, bis 2006 sollen es noch mal 45 Milliarden werden. Davon werden allein 28 Milliarden ins Gleisnetz gesteckt und 3,5 Milliarden in die Sanierung von Bahnhöfen. Die Zahl der Beschäftigten ging im selben Zeitraum von ehemals 355 700 auf 214 400 zurück.

Bahnchef Mehdorn wies auf die bevorstehende Eröffnung der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt hin, wovon sich die Bahn einen Schub nach vorne und viele neue Kunden verspreche. Im letzten Jahr gab es erstmals rote Zahlen, auch im kommenden werde es noch einmal ein Minus geben erläuterte Mehdorn, doch dann gehe es aufwärts und ab 2002 werde die Bahn nachhaltig Gewinne einfahren.

Zuwächse im Nahverkehr haben den leichten Verlust - wegen des Wegfalls des EXPO-Verkehrs - wettgemacht. Die Zahl der Fahrgäste stieg insgesamt leicht an. Der Schwerpunkt der Bahn werde künftig auf den Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen den Großstädten gelegt und gleichzeitig wird eine enge Partnerschaft mit Verkehrsverbünden im Nahverkehr gesucht, um den Verkehr zu vertakten.

Private Anbieter von Bahnverkehr werden von der Deutschen Bahn AG nicht diskriminiert, meinte Mehdorn. Er wies jedoch auf die steigende Konkurrenz von innerdeutschen Billigfliegern hin, die mit steuerfreiem Benzin fliegen. Dieses werde die Bahn nicht hinnehmen und eventuell in Brüssel intervenieren.

Kritik an der Bahn wegen Unpünktlichkeit wies Mehdorn ebenfalls zurück, Die Bahn sei das pünktlichste Verkehrsmittel und ein immer schnelleres. Daran arbeiten wir weiter, meinte Mehdorn abschließend.

Quellenangaben

Quelle: Berliner Zeitung, 17.05.2002, Seite: 24, Autor: Peter Kirnich
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Deutsche Bahn AG, Bilanz, Ökonomie, Investitionen, Gleis, Netz, Bahnhof, Lokomotiven, Neubau, Sanierung, Börse, Politik, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2002
Zurück