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06.07.2002 | Berliner Zeitung

Experten des Rechnungshofes bezweifeln Machbarkeitsstudie

Transrapidstrecken sollen nicht rentabel sein - Politik uneins

BERLIN - Experten des Bundesrechnungshofes haben sich grundsätzlich mit der Machbarkeitsstudie zu den beiden in Deutschland geplanten Transrapidstrecken auseinander gesetzt. Sie sind zu einem vernichtenden Urteil gekommen. Beide Strecken seien auf Dauer unrentabel. Die Annahmen der Experten seinen viel zu optimistisch.

Die Stellungnahme der Rechnungsprüfer ging jetzt an den Haushaltausschuss des Bundestags, der über die Zuschüsse berät. In ihrem Bericht fordern dies Experten den Bundesminister auf, neue Berechungen anzustellen.

In dem Bericht heißt es, dass sämtliche Kosten zu niedrig eingeschätzt wurden und auf zum Teil gravierenden Fehleinschätzungen beruhen. Besonders bemängeln sie, dass alternative Lösungen, besonders die klassische Rad-Schiene-Technik nicht berücksichtigt seien. In den Machbarkeitsstudien war beiden Strecken Rentabilität bescheinigt worden. Auf der Basis eines Quotienten von 1,5, der für die Förderung entscheidend ist, hatte Verkehrsminister Bodewig (SPD) entschieden, den Metrorapid in Nordrhein-Westfalen und den Flughafentransrapid in München mit Bundesmitteln zu unterstützen. Die Rechnungsprüfer errechneten bei ihrer Nachrechnung jedoch einen Quotienten unter 1. Dies bedeutet: Keine Förderung aus Berlin. Sowohl die Kosten der Bauzeit als auch die Zeiten seien erheblich zu kurz bzw. zu niedrig angesetzt worden.

Das Thema Transrapid gerät somit in den Wahlkampf. Die Grünen forderten den sofortigen Stopp der Transrapidpläne in ganz Deutschland. Sie fühlen sich durch die Rechnungsprüfer voll bestätigt. Der Bundesverkehrsminister weist die Kritik als unberechtigt zurück. So würde nie ein neuartiges Projekt realisierbar. Auch die Opposition weist den Bericht zurück. Sie sieht besonders für die Lösung in Bayern gute Verwirklichungschancen. Sie will nach einer gewonnenen Bundestagswahl sogar die Pläne für die Strecke Hamburg-Berlin wiederbeleben. Aber die Strecke in Nordrhein-Westfalen wird, so CDU-Geschäftsführer Merz, keinen Cent aus Berlin erhalten.

Quellenangaben

Quelle: Berliner Zeitung, 06.07.2002, Seite: 37, Autor: Timot Szent-Ivanyi
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Transrapid, Politik, Bundesregierung, Bundesrechnungshof, Wahlkampf, Ökonomie, Kosten, Zuschüsse, Technik, Innovation, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Deutschland
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2002
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