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06.02.2003 | Lübecker Nachrichten

Connex wird von Hamburg über Lübeck nach Stettin fahren

Lübecker sind von der Neuen Verbindung positiv beeindruckt

LÜBECK - Überraschung und eine große, fast euphorische Freude lösten die Pläne der privaten Connex-Gruppe aus, ab Dezember einen Zug von Hamburg über Lübeck, Bad Kleinen nach Stettin fahren zu lassen. Die Erwartungen an den schnellen und preisgünstigen Anbieter mit dem guten Service sind hoch. So sprechen Politiker von der CDU schon von einer dringend notwendigen Konkurrenz der Privaten gegen die Deutsche Bahn, die mit ihrer Pannenserie seit Dezember, viele Reisende verärgert hat. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Christian Freitag, weist beispielsweise auf die freundlichen Mitarbeiter hin, die preiswerten Kaffee und die Tageszeitung an den Platz bringen und meint, so etwas gibt es bei der Bahn nicht. Bei der Bahn sei der Service mies, die Abteile schmuddelig und obendrei sei die Bahn ständig unpünktlich.

Auch SPD-Verkehrsexperte Pluschkell sieht die Mahnung an die Bahn AG, ihren Service auf der Strecke Hamburg-Lübeck zu verbessern, um ihre Stellung zu behalten. Connex will den Fernzug auch in Bad Oldesloe und Reinfeld halten lassen.

Der Zug mit 265 Sitzplätzen wird vorerst einmal am Tag von Hamburg nach Stettin fahren und einmal die entgegengesetzte Strecke. Abfahrt in Hamburg wird 13:02 und in Stettin 7:57 Uhr sein. Die Fahrt dauert fünf Stunden. Die gleiche Strecke mit der Deutschen Bahn dauert fünf bis sechs Stunden und es muss in Bad Kleinen umgestiegen werden. Die Preise von Connex sollen in Höhe der Bahncard-Preise der Deutschen Bahn liegen. Connex-Kunden können zwischen drei Klassen wählen: der Traveller-, der Economy- und der Business-Klasse. Den besonderen Service mit Platzreservierung, Kaffee und Zeitung gibt es erst in den beiden höheren Preisklassen. Fahrkarten können aber im Zug ohne Aufpreis gekauft werden. IHK-Syndikus Hans Jochen Arndt lobte die Initiative und erklärte, Wettbewerb sei immer von Vorteil. Die Verbindung nach Polen ist für ihn auch ein Meilenstein mit Blick auf die EU-Osterweiterung. Lübeck bekommt dadurch bessere Chancen, ist Arndt überzeugt.

Die Bahn sieht die neue Konkurrenz gelassen. Sie weist darauf hin, dass ihre Züge 18 mal am Tag die Strecke Lübeck-Hamburg bedienen und sieht deshalb in dem einen Zug am Tag noch keine ernsthafte Konkurrenz. Im Übrigen bemühe man sich - nicht ohne Erfolg - ständig um die Verbesserung des Service.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten, 06.02.2003, Seite: 11, Autor: Jörg Köppke
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Deutsche Bahn AG, Connex, Personenverkehr, Regionalverkehr, Fernverkehr, Privatisierung, Service, Politik, CDU, SPD, Unternehmer, IHK, Hamburg, Lübeck, Bad Kleinen, Stettin, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, Polen, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2003
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